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Manuel Neuer gewann 2009 mit der U21 die Europameisterschaft © getty

Keeper Manuel Neuer demonstriert bei seinem ersten Länderspiel als deutsche Nummer eins, was er Wiese und Butt voraus hat.

Aus Budapest berichtetMartin van de Flierdt

Budapest - In der Nachspielzeit durfte Manuel Neuer dann doch einmal zeigen, dass er auch in althergebrachter Torhütermanier Gegentreffer verhindern kann.

Einen wuchtigen Vollspannschuss des eingewechselten Krisztian Nemeth parierte der Schalker spektakulär und sorgte dafür, dass am Ende seines ersten Länderspiels als proklamierte deutsche Nummer eins die Null stand.

Bis dato hatte sich der 24-Jährige beim souveränen 3:0-Erfolg des DFB-Teams in Budapest vor allem mit den Dingen hervorgetan, die er seinen Torhüterkonkurrenten Tim Wiese und Jörg Butt voraus hat.

Torwart als Ausputzer

Er putzte als Libero hinter der hoch stehenden Abwehrreihe weit vor dem Strafraum mit dem Fuß (26.) oder dem Kopf (89.) aus.

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Er beteiligte sich mit auch in Bedrängnis sicherem Passspiel am deutschen Spielaufbau. Und machte mit Abwürfen bis in die gegnerische Hälfte das Konterspiel schnell.

"Ich bin der Meinung, dass ich ein gutes Spiel gemacht habe", durfte Neuer daher mit Fug und Recht behaupten. Das sah der Bundestrainer genauso. 241981(DIASHOW: Das DFB-Formbarometer)

Lob von Löw

"Manuel Neuer hat seine Sache sehr gut gemacht", lobte Joachim Löw. "Er hat zwar nicht viel auf das Tor bekommen, aber er hat immer gut mitgespielt."

Er habe "bestimmt 40 Ballkontakte" gehabt, wies der Schlussmann die Vermutung zurück, er könne sich auf dem Rasen aufgrund der ungarischen Harmlosigkeit gelangweilt haben.

Schon im Vorfeld seiner öffentlichen Ernennung zum deutschen WM-Stammtorwart hatte Neuer großes Selbstvertrauen demonstriert. (EINWURF: Gelungene Diplomatie)

"Bereit, Verantwortung zu übernehmen"

"Ich behaupte, dass ich ein ziemlich kompletter Torwart bin. Ich bin bereit, in der Nationalmannschaft die Verantwortung zu übernehmen", hatte er gesagt. "Ich fühle mich reif für diese Aufgabe." (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Passend dazu erklärte er nun, dass ihm die seit Freitag noch einmal erhöhte Erwartungshaltung an seine Person keineswegs schlaflose Nächte bereite: "Ich verspüre keinen zusätzlichen Druck."

Er habe im Trainingslager in Südtirol aber seinen Medienkonsum bewusst eingeschränkt, "nichts gelesen und nichts gehört", räumte er ein.

Noch mehr Sicherheit mit Lahm

Von seiner Spielweise her hat sich Neuer im Vergleich zu seinem Kluballtag auf Schalke ohnehin nicht umstellen müssen. 239581(DIASHOW: Die deutschen Kapitäne)

"Wir sprechen ja hier alle dieselbe Sprache und verstehen uns alle gut", erläutert er. "Wenn jetzt Philipp Lahm noch in die Viererkette rückt, bekommen wir hinten noch ein bisschen mehr Sicherheit."

Diese Aussicht macht ihn zuversichtlich, dass er nicht in die Verlegenheit kommen wird, seine Vorderleute als dienstjüngster Abwehrmann der Startelf verbal aufrütteln zu müssen.

Kanzlerin sagt Besuch ab

"Ich habe ja gerade mal mein viertes Länderspiel gemacht", gibt der Torhüter zu bedenken. "Die Spieler vor mir sind alle erfahrener als ich. Von daher wissen die Jungs schon selbst, wo es langgeht."

Zum Zeitpunkt dieser Aussagen wusste Neuer allerdings noch nichts von der Verletzung Heiko Westermanns. Mit seinem persönlichen Status quo der WM-Vorbereitung ist der Torwart aber hochzufrieden.

Auf den Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Girlan freute sich der Torhüter am Montag aber vergebens. Die Kanzlerin sagte der deutschen Mannschaft aufgrund des Rücktritts von Bundespräsident Horst Köhler ab.

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