vergrößernverkleinern
Tim Wiese ist seit 2008 deutscher Nationalspieler © getty

Tim Wiese beklagt sich darüber, nur die Nummer zwei hinter Manuel Neuer zu sein, allerdings habe er auch nichts anderes erwartet.

Girlan - Tim Wiese hat bei der Vorbereitung der deutschen Nationalmannschaft auf die WM in Südafrika für die ersten Misstöne gesorgt.

Dem 28 Jahre alten Keeper von Werder Bremen ist der Frust über die Entscheidung von Bundestrainer Joachim Löw für den Schalker Manuel Neuer als Torwart Nummer eins nach wie vor deutlich anzumerken.

"Mir fehlt einfach die Lobby. Ich habe für Werder alles gegeben, aber es gibt offenbar Vorbehalte gegen mich als Typ", sagte Wiese der Münchner Zeitung "tz".

"Ich bin offenbar ein Verlierertyp. In den letzten zwei Jahren hat es für mich jedenfalls nur Rückschläge bei der Nationalmannschaft gegeben", fügte er sarkastisch an 241981(DIASHOW: Das DFB-Formbarometer).

Löw habe ihm gesagt, dass "die Entscheidung ganz, ganz knapp gewesen ist. Den Rest habe ich aus der Pressekonferenz gehört", beklagte sich Wiese zudem in der "Bild"-Zeitung.

Auch die Erklärung von Bundestorwarttrainer Andreas Köpke, Neuer sei im Pokal weit gekommen, in der Bundesliga Zweiter geworden und habe eine sehr gute Sasion gespielt, kann Wiese nicht nachvollziehen: "Ich stand mit Werder im Pokalfinale. In den vergangenen zwölf Monaten mein drittes Finale, eins habe ich gewonnen."

Teammanager Oliver Bierhoff wollte die Aussagen des zweimaligen Nationalspielers am Dienstag im Trainingslager in Südtirol jedoch nicht überbewerten (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Keine Konsequenzen

"Es ist doch normal, dass ein Spieler, der die Nummer eins werden wollte, enttäuscht ist. Aber er hat klargemacht, dass der Erfolg der Mannschaft für ihn wichtig ist. Das zeigt er auch im Training. Er ist positiv für die Gruppe", sagte Bierhoff.

Persönliche Konsequenzen schloss Wiese trotz der großen Enttäuschung aus.

"Ich muss das akzeptieren. Für einen Rücktritt bin ich noch zu jung. Ich werde immer für Deutschland da sein. Ich bin ja erst 28, kann noch zehn Jahre spielen. Vielleicht klappt's ja irgendwann mal", sagte der Werder-Torhüter.

"Ich will durch Leistung ins Tor"

Bei der WM wolle er sich "fit halten und im Training alles geben. Mich muss jetzt auch niemand aufrichten." (EINWURF: Beck droht der Ernstfall)

Der Bremer wird in Südafrika seinen Konkurrenten Neuer unterstützen und wünscht der neuen Nummer eins auch alles Gute für die WM: "Ich will durch Leistung ins Tor, nicht durch die Verletzung eines anderen. Dafür ist auch das Verhältnis zwischen Manuel und mir zu gut."

Wiese hatte die Entscheidung pro Neuer bereits zu Beginn der WM-Vorbereitung geahnt: "Es war mir schon klar, als ich den DFB-Koffer mit der Nummer 12 bekommen habe." 239581(DIASHOW: Die deutschen Kapitäne)

Deshalb habe er auch "ganz entspannt" auf die Entscheidung Löws reagiert.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel