Die These, die Entscheidung gegen Andreas Beck ist für Joachim Löw der Weg des geringsten Widerstands, greift zu kurz.

Bundestrainer Joachim Löw hat also Andreas Beck aus seinem Aufgebot gestrichen.

Der Hoffenheimer war von der Nominierung des vorläufigen Kaders an die Nummer eins auf der öffentlich diskutierten Liste der Streichkandidaten.

Er ist noch jung und gilt als pflegeleicht, einer der nicht aufmuckt und so hell im Kopf, dass zu vermuten ist, dass er an dieser Enttäuschung nicht zerbricht.

Dem Bundestrainer nun zu unterstellen, er sei lediglich den Weg des geringsten Widerstands gegangen, greift allerdings zu kurz.

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Seine Entscheidung gegen Beck ist zum einen ein Vertrauensbeweis für die jungen Außenverteidiger Dennis Aogo und Holger Badstuber.

Denn wenn Löw der Meinung gewesen wäre, dass Philipp Lahm dringend auf der linken Abwehrseite benötigt würde, hätte er in Beck wohl einen weiteren Backup für die rechte Außenbahn mit nach Südafrika genommen.

Zum anderen ist der Entschluss, weder Marcell Jansen noch Stefan Kießling nach Hause zu schicken, ein Plädoyer für die Offensive.

Mit Jansen, der in Girlan nur im Mittelfeld und nicht auf der Linksverteidigerposition trainiert hat, hat Löw neben Lukas Podolski, Piotr Trochowski, Marko Marin und Toni Kroos nun fünf Optionen für die offensive Außenbahn.

Wird Jansen nicht 100-prozentig fit, wäre das halb so wild. Packt er es doch, umso besser.

In Kießling hat der Bundestrainer zumindest die Gewähr, dass der Leverkusener Miroslav Klose und Mario Gomez Druck macht, die noch nicht in der gewünschten Verfassung sind.

Schafft es einer der beiden Münchner nicht oder wird als Brechstange in der Schlussphase eines engen WM-Spiels ein zusätzlicher kopfballstarker Stürmer gebraucht, schlägt seine Stunde.

Kießling dürfte so froh sein, dass der Kelch des Abschiednehmens an ihm vorbeigegangen ist, dass er fortan auch deutlich entspannter auftritt. Auch das kann nur von Vorteil sein.

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