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Die Wm-Fahrer verabschieden sich nun in einem Kurzurlaub bis Sonntag © getty

Trotz des erfolgreichen Tests gegen Bosnien gönnt Löw seinen WM-Fahrern nur eine kurze Pause. Klose will Extraschichten einlegen.

Vom DFB-Team berichtetMartin Volkmar

Frankfurt/Main - Beinahe fluchtartig verließen die deutschen Nationalspieler am Donnerstagabend die Frankfurter WM-Arena.

Dabei hätte die DFB-Auswahl nach der starken zweiten Halbzeit und dem verdienten 3:1 gegen Bosnien-Herzegowina im letzten WM-Test ihre Leistung in aller Ruhe genießen können.

Doch die 23 Profis wollten nach 22 Tagen Trainingslager nur noch nach Hause, um so viel Zeit wie möglich mit ihren Familien und Freunden zu verbringen.(244913DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

"So eine kleine Pause haben sich die Spieler einfach verdient", meinte Joachim Löw, der sein Team mit einem guten Gefühl in den dreitägigen Kurzurlaub schicken konnte.

"Nach der Pause nicht mehr aufzuhalten"

"Dass wir in der zweiten Halbzeit nach drei Wochen Vorbereitung noch einen Zahn zulegen konnten, war klasse. Nach der Pause waren wir fast nicht mehr aufzuhalten im Spiel nach vorne", lobte der Bundestrainer.

"Natürlich war es wichtig, dass wir jetzt mit einem Sieg und einem guten Gefühl nach Südafrika gehen."

Schon am Sonntag trifft sich die deutsche Mannschaft in Frankfurt wieder, von wo sie am Abend mit dem neuen Airbus A 380 nach Johannesburg aufbricht.

Freitag frei, Samstag Extraschichten

Bis dahin allerdings sollen die Spieler nicht nur auf der faulen Haut liegen, wie Löw betonte. "Die Spieler haben auch eine Aufgabe für diese zwei Tage", erklärte er.

"Freitag können sie mal eine Pause machen, sie müssen etwas Energie und Kraft tanken. Samstag ist dann wieder ein Training in Eigenverantwortung angesetzt. Drei Tage ohne Training wären in dieser Phase auch nicht gut."

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So konnte Lukas Podolski zumindest an seinem 25. Geburtstag am Freitag blau machen.

Während man dem Kölner auch schon jetzt deutlich die Fortschritte durch die intensive Vorbereitung ansieht, bleibt sein WM-Sturmpartner von 2006 der große Problemfall.

Klose nur ein Schatten

Zwar zog Miroslav Klose mit seinem 96. Länderspiel in die Top-Ten des DFB ein, doch auf dem Platz war er nur ein Schatten erfolgreicher Tage.

Der WM-Torschützenkönig von 2006 will sich mit Zusatzschichten in der Heimat zurückkämpfen. 244873(DIASHOW: Die DFB-Einzelkritik)

"Ich werde nicht zwei Tage freimachen, sondern jeden Tag trainieren. Und dann schauen wir mal, was beim ersten Spiel dabei herauskommt", meinte er.

Eingewechseltes Trio stark

Noch hat Klose seinen Startplatz bei Löw als einzige Spitze sicher, auch wenn der für ihn eingewechselte Cacau nach der Pause einen wesentlich besseren Eindruck machte.

Gleiches galt für Thomas Müller, der im rechten Mittelfeld wesentlich stärker auftrat als in der schwachen ersten Hälfte Piotr Trochowski, sowie den in seinen nur 20 Minuten Spielzeit überragenden Marko Marin.

Trotzdem wollte Löw seinen Zuhörern zehn Tage vor dem Auftaktspiel weismachen: "Ich mache mir noch keine Gedanken über die Startaufstellung gegen Australien."

Friedrich zweiter Innenverteidiger

Dass das so natürlich nicht stimmt, verrieten allerdings seine weiteren Aussagen. So gab er Arne Friedrich eine Startgarantie als zweiter Innenverteidiger neben dem diesmal ungewohnt unsicheren Per Mertesacker.

Und Holger Badstuber dürfte nach seinem ersten Länderspiel von Beginn an schon einen Platz in der Viererkette links sicher haben, so dass der neue Kapitän Philipp Lahm wie beim FC Bayern nach rechts rücken kann.

Lahm optimistisch, Schweinsteiger warnt

"Wir sind alle gut drauf, deswegen fahre ich auch mit einem guten Gefühl nach Südafrika", erklärte der Torschütze zum wichtigen 1:1 unmittelbar nach der Pause, gab aber zu:

"Jetzt müssen wir noch ein bisschen besser in der Defensive arbeiten."239581(DIASHOW: Die deutschen Kapitäne)

In der Rückwärtsbewegung klafften in der ersten Halbzeit phasenweise große Lücken zwischen den Mannschaftsteilen, die auch die ansonsten gut harmonierende neue Doppel-Sechs mit Sami Khedira und Doppel-Torschütze Bastian Schweinsteiger nicht schließen konnten.

Daher mahnte der neue Anführer auch vor zu großem Optimismus. "Freundschaftsspiel bleibt Freundschaftsspiel. Wenn es gegen Australien losgeht, wird es ein anderes Spiel", sagte Schweinsteiger.

"Erstmal die Gruppenphase überstehen"

"Wir müssen erstmal die Gruppenphase überstehen und dann können wir weiterschauen. Vielleicht kommen wir dann in eine Euphoriewelle."

Auch Löw weiß: "Wir haben noch harte Arbeit vor uns."

Dennoch machte sich auch der 50-Jährige zuversichtlich auf den Heimweg nach Freiburg:

"Wir haben eine gute Mannschaft und eine gute Stimmung, wir können ein gutes Turnier spielen."

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