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Lukas Podolski (r.) spielte sein erstes großes Turnier bei der EM 2004 in Portugal © getty

Nicht nur Lukas Podolski überschüttet den Bundestrainer mit Lob. Oliver Bierhoff sieht keinen Grund für neue Vertragsverhandlungen.

Von Matthias Becker und Martin van de Flierdt

Centurion - Kurz vor WM-Beginn mehren sich beim DFB die Stimmen, die Joachim Löw auch nach dem Turnier in Südafrika als Bundestrainer sehen wollen.

"Ich hoffe, dass Jogi Löw mit seinem gesamten Trainerteam weiter macht, weil wir in den letzten Jahren alle zusammen sehr gute Arbeit gemacht haben", sagte Lukas Podolski bei der Pressekonferenz am Donnerstag im DFB-Quartier.

Zuvor hatte schon DFB-Präsident Theo Zwanziger in einem Interview mit der "Welt" bekräftigt, die Zusammenarbeit mit Löw fortsetzen zu wollen.

"Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um den Vertrag mit Joachim Löw nach der WM zu verlängern. Dieser Wunsch ist unabhängig von einer Platzierung", sagte Zwanziger.

Dickes Lob von Hermann

Ein dickes Kompliment für Löw gab es auch von DFB-Teampsychologe Hans-Dieter Hermann.

Vor allen Dingen die Reaktion von Löw auf die Verletztenmisere in der deutschen Mannschaft sei stark gewesen.

"Die allermeisten würden jetzt schon nach Ausreden suchen oder in Aktionismus verfallen. Jogi Löw dagegen verfolgt klar weiter seine Linie", sagte Hermann im Interview mit der "Frankfurter Rundschau".

"Ich kann ihm dafür nur meine Hochachtung aussprechen. Das ist schon erste Sahne."

Bierhoff sieht keinen Handlungsbedarf

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff sieht trotz der Lobeshymnen auf die Arbeit des Trainerteams aber keinen Grund, jetzt schon wieder die Diskussion über eine Vertragsverlängerung aufzunehmen.

"Hier in Südafrika konzentrieren wir uns alle nur auf die WM. Für uns alle ist es ein erster Schritt, unsere Arbeit gut zu machen, danach sehen wir weiter", sagte Bierhoff.

Die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Turnier sind momentan nach all den Verletzungen im DFB-Team gut.

Auch am Donnerstag standen Löw im Training alle 23 Spieler zur Verfügung. kein Profi im deutschen Kader ist derzeit angeschlagen.

Podolski hofft auf Traumstart

Für das erste Gruppenspiel der deutschen Mannschaft am Sonntag gegen Australien sieht Lukas Podolski die DFB-Elf deshalb gut gerüstet. (Der WM-Spielplan)

"Die Vorbereitung läuft gut", sagte der Profi des 1. FC Köln, der auf einen ähnlichen Auftakt wie bei der Heim-WM vor vier Jahren hofft (4:2 gegen Costa Rica):

"2006 sind wir gut ins Turnier gestartet, dass wollen wir diesmal auch wieder. Die Mannschaft hat sich verändert, aber vom Grundsatz her ist alles gleich geblieben."

Marin will sich präsentieren

Mittelfeldkollege Marko Marin sieht das deutsche Team ebenfalls auf einem guten Weg und will bei seinem ersten großen Turnier mit dem A-Team auftrumpfen.

"Wir hatten eine optimale Vorbereitung und ich fühle mich fit. Ich will das Turnier nutzen, um mich zu präsentieren", sagte der 21-Jährige.

Einen Vorteil sieht der Bremer Dribbelkünstler im von Bundestrainer Löw bevorzugten 4-2-3-1-System: "Das System ist perfekt für mich, die gleiche Taktik spielen wir auch in Bremen."

Özil: "Lebensfreude als Vorbild nehmen"

Sein Bremer Teamkollege Mesut Özil ist in diesem System als zentraler offensiver Mittelfeldspieler gesetzt. Vor allem abseits des Rasens hat Özil schon nach vier Tagen in Südafrika viele Eindrücke gesammelt.

"Wenn man diese Armut sieht, dann realisiert man viel intensiver, wie gut es einem selber geht. Vielleicht lernt man dadurch sogar, andere Maßstäbe in seinem Leben zu setzen", sagte der 21-Jährige:

"Diese Lebensfreude kann man sich als Vorbild nehmen. Wenn ich im Fußball mal eine schlechte Phase habe, dann ist das natürlich nicht schön. Aber die Perspektive auf das eigene Leben verschiebt sich, wenn man die Armut der Leute hier sieht."

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