vergrößernverkleinern
Lukas Podolski (r.) erzielte bislang in 73 Länderspielen 38 Tore für Deutschland © getty

Nach einer sehr mäßigen Bundesligasaison zeigt sich Lukas Podolski rechtzeitig zum WM-Auftakt von seiner Schokoladenseite.

Aus Südafrika berichtet Martin van de Flierdt

Centurion - Lukas Podolski strahlt wieder.

Rechtzeitig zum WM-Auftakt der deutschen Auswahl gegen Australien am Sonntag (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) in Durban scheint die Metamorphose vom wacker arbeitenden, aber uninspirierten Kölner zum "Nationalmannschaftspoldi" geglückt.

Den hatte Fußball-Deutschland bei der WM 2006 und der EM 2008 lieben gelernt. (Der WM-Spielplan)

"Ich bin gut drauf, ich habe gut trainiert. Und das will ich in den Spielen auch umsetzen", sagt der 25-Jährige, dem bei dieser WM mit Vertreter Marko Marin die Aufgabe zukommt, über die linke Außenbahn für Druck zu sorgen.

"Ich will einfach daran anknüpfen, wo ich bei den letzten Turnieren aufgehört habe."

Schwache Saison im Verein

Während der Ligasaison sah es nicht danach aus, als läge das für den Kölner überhaupt im Bereich des Möglichen. Nur zwei Tore brachte er in 27 Meisterschaftsspielen zustande.

"Ich will nicht mehr auf dem FC rumhacken, die Spielzeit ist für mich abgeschlossen", meint er.

"In Köln hatten wir eine defensive Ausrichtung, das liegt mir eher nicht. Hier ist die Ausrichtung offensiv, man hat die besten Spieler Deutschlands beisammen. Da ist es für mich auch einfacher."

Plädoyer für Löw

Dass er die Nationalmannschaft als Wohlfühl-Oase empfindet, ist eng mit den dort handelnden Personen verknüpft.

"Ich hoffe, dass der Bundestrainer mit dem ganzen Team nach der WM weitermacht, weil er gute Arbeit leistet", bezieht Podolski klar Stellung. (Breite Front für Löw-Verbleib beim DFB)

[image id="e8c81de6-6364-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

38 Tore hat er in 73 Länderspielen bereits produziert.

Führungsrolle nicht so wichtig

Dass sein Name trotz dieser bemerkenswerten internationalen Erfahrung nach Michael Ballacks Verletzung selten bis nie im Zusammenhang mit der Neuverteilung der Mannschaftshierarchie genannt wurde, stört Podolski überhaupt nicht.

"Ich stelle mich nicht in den Vordergrund, ob es jetzt um die Kapitänsfrage, den Mannschaftsrat oder sonstige Führungsrollen geht", erklärt er.

"Ich bin nicht der Typ, der nach vorne geht und Gespräche sucht. Ich will einfach Spaß haben am Fußball. Ob ich am Ende Kapitän bin oder im Mannschaftsrat, ist mir nicht so wichtig."

"Gewöhnungsbedürftiges" Zusammenspiel

Mit Holger Badstuber hat Podolski womöglich einen Linksverteidiger hinter sich, mit dem er nur im Test gegen Bosnien-Herzegowina (3:1) gemeinsam auf dem Platz gestanden hat.

"Das Zusammenspiel mit Poldi ist gewöhnungsbedürftig, aber wir arbeiten dran", hatte der Münchner im SPORT1-Interview geäußert. "Ich kann Poldi die Bälle in den Raum spielen, wo er dann startet und seine Schnelligkeit ausspielen kann."

Eigene Vorstöße die Linie entlang sind Badstubers Sache eher nicht. "Unser Bundestrainer will es so, dass die Außenverteidiger mit nach vorne gehen und uns hinterlaufen. Das wird dann auch passieren", lässt Podolski Badstuber aber keine Wahl.

Jansen hofft noch

Auch wenn er weiß, dass "der Holger nicht so oft nach vorne zieht wie Philipp Lahm auf der anderen Seite". Oder Marcell Jansen, der sich noch Hoffnungen auf Badstubers Platz in der Startelf macht.

Den Grund dafür nennt Marin. "Es wird gegen Australien wichtig sein, über außen zu spielen, Lücken zu reißen und zu versuchen, in Überzahl zu kommen", vermutet der Bremer. "Wir werden schon unsere Mittel finden, um das eine oder andere Tor zu schießen."

Er selbst würde dabei gerne von Spielbeginn an helfen. "Wenn nicht, dann gebe ich mein Bestes, wenn ich reinkomme."

Weil er als Joker in Ungarn (3:0) und Bosnien so gut funktionierte, dürfte es überraschen, wenn Bundestrainer Löw ihn nicht genau für diese Rolle eingeplant hätte.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel