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Die deutsche Nationalmannschaft verlässt das WM-Quartier in Centurion © getty

Das DFB-Team bricht in Richtung Durban auf. Oliver Bierhoff fordert von Philipp Lahm, seinen Worten Taten folgen zu lassen.

Vom DFB-Team berichtet Martin van de Flierdt

Centurion - Es geht los. Endlich.

Die deutsche Nationalmannschaft hat sich am Samstagmorgen auf den Weg nach Durban gemacht, wo am Sonntag (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) ihr erstes WM-Gruppenspiel ansteht.

Um 9 Uhr verließ der Bus mit dem DFB-Team das Hotel Velmore Grande. Zwei Stunden später hob der Flieger vom Flughafen Lanseria Richtung Durban ab - wegen Nebel hatte sich der Abflug um etwa 30 Minuten verzögert.

Nach 70 Minuten war der WM-Spielort erreicht, der allerletzte Countdown zum ersten Gruppenspiel gegen Australien im Moses Mabidha Stadium wurde angezählt (der WM-Spielplan).

"Die Spannung wird steigen und am Spieltag wird sie ganz besonders hoch sein", hatte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff in der Frühe gesagt, als die 23 Nationalspieler noch ihre Taschen für den Ein-Tages-Trip packten.

"Bruch mit Rhythmus"

"Vom Zeitpunkt an, an dem das Hotel verlassen wird, ist jeder fokussiert und konzentriert. Das ist gut, denn es ist ein Bruch im normalen Alltagsrhythmus."

Nach dem Mittagessen zur gewohnten Zeit um 13.30 Uhr ist in der Vorbereitung zunächst Ruhe angesagt.

Um 18 Uhr folgt das Abschlusstraining im nahe am Meer gelegenen WM-Stadion, der vielleicht spektakulärsten Arena der Weltmeisterschaft in Südafrika.

Wichtige Einzelgespräche

Danach setzte Joachim Löw für 20.30 Uhr eine Teambesprechung an. "Noch wichtiger sind am Abend die Einzelgespräche mit den Spielern, die er führt", sagte Bierhoff.

Bei jedem Kandidaten für die Stammelf forscht der Bundestrainer nach dessen psychischer Verfassung und teilt ihm die speziellen Aufgaben für das Duell gegen die "Aussies" mit.

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"Wir haben uns die Australier in Videos genau angeschaut. Sie haben von ihren letzten 27 Spielen 17 zu Null bestritten. Sie spielen kompakt und hart", verwies Bierhoff auf die Schwere der Aufgabe.

WM-Start vor dem Fernseher

Am Vorabend hatte das Team fast geschlossen in der Lounge des Velmore Grande vor einer Großbildleinwand zunächst das Eröffnungsspiel zwischen Südafrika und Mexiko (1:1) und anschließend die Partie von Frankreich gegen Uruguay (0:0) angeschaut.

"Beide Spiele hatten Tempo. Über einigen Situationen wurde viel diskutiert", meinte Bierhoff.

Die Partie England gegen USA am Samstagabend werden die Spieler wegen der Teamsitzung und der Einzeltermine bei Löw nur in Ausschnitten sehen können.

Über den Zeitpunkt der Bettruhe entscheidet jeder Spieler selbst. "Wir schreiben nicht mehr in den Tagesplan 23 Uhr. Das war schon früher bei uns sinnlos", erklärte Bierhoff mit einem Schmunzeln.

Körperliche Verfassung bestens

Nach den Verletzungsausfällen vor der WM sind alle Spieler fit und einsatzbereit. "In der ganzen Vorbereitung hat keiner der Spieler, die jetzt hier sind, mit Blessuren pausieren müssen", erklärte der 42-Jährige.

"In den Ärzte- und Masseurzimmern herrschte viel weniger Betrieb. Das gab es früher bei den älteren Nationalmannschaften wirklich nicht, dass man Physiotherapeuten sah, die sich langweilten."

Die Mannschaft sei die beste DFB-Auswahl, in der er je gespielt habe, hatte Philipp Lahm am Freitag gesagt. Bierhoff wollte das noch nicht bestätigen: "Das muss sie jetzt zeigen. Jetzt kommt die Stunde der Wahrheit."

Er bezeichnete die Aussage Lahm allerdings durchaus als "bemerkenswert". "Ich habe nicht mit Philipp zusammengespielt", scherzte er anschließend. "Deswegen fühle ich mich nicht persönlich angegriffen."

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