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Philipp Lahm vertritt den verletzten Michael Ballack als Kapitän © getty

Nach dem begeisternden 4:0 der DFB-Auswahl zum WM-Start gegen Australien ordnet Kapitän Philipp Lahm im Interview den Sieg ein.

Durban - Der Satz hallte nach.

"Das ist die beste Nationalmannschaft, in der ich je gespielt habe", hatte Philipp Lahm am Freitag über das junge Team gesagt, das er als Kapitän in die WM führte.

Immerhin ist der Münchener mit der deutschen Auswahl WM-Dritter 2006 und Vize-Europameister 2008 geworden.

Doch der begeisternd herausgespielte 4:0 (2:0)-Erfolg im ersten Gruppenspiel gegen Australien in Durban vermittelte einen konkreten Eindruck, was Lahm zu seiner markanten Aussage bewegt hatte (249070die Bilder).

Im Interview spricht der 26-Jährige über den traumhaften WM-Start der deutschen Auswahl (Die WM-Kader im Überblick).

Frage: Herr Lahm, welche Bedeutung hat der souveräne Erfolg gegen Australien für Sie?

Lahm: Es ist wichtig für eine junge Mannschaft wie uns, dass man so ein Auftaktspiel gewinnt und gut ins Turnier startet. Allerdings hätten wir früher höher in Führung gehen müssen. Man darf auch nicht vergessen, dass wir in den ersten Minuten ein bisschen Glück gehabt haben. Da hatte Australien Chancen.

Frage: Ab wann waren Sie sich sicher, dass es läuft?

Lahm: Als wir uns nach fünf Minuten gefangen haben. Aber daran, dass wir ein wenig Nervosität gezeigt haben, sieht man, dass wir ein junges Team sind. Danach hat die Mannschaft beeindruckend gespielt und sich sehr viele Torchancen erarbeitet.

Frage: Eine davon hat Miroslav Klose zum 2:0 verwertet. Ist der Knoten bei ihm nun geplatzt?

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Lahm: Für Miro war es enorm wichtig, dass er trifft. Er stand ja unter großem Druck, und als Stürmer brauchst du einfach Tore. Aber er ist sehr ehrgeizig und hat heute auch Willen gezeigt, der mit dem Tor belohnt wurde. Durch sein 2:0 ist noch mehr Ruhe ins Spiel gekommen.

Frage: Neben Klose hat Bundestrainer Joachim Löw mit Lukas Podolski einen weiteren Bundesliga-Problemfall rechtzeitig wieder hinbekommen. Wie hat er das geschafft?

Lahm: Er macht das mit vielen Gesprächen. Aber nicht nur Miro oder Lukas, sondern wir alle tun uns ja leichter, wenn wir eine Vorbereitung haben und länger zusammen sind. Dann kann man tagtäglich miteinander trainieren und vieles einstudieren. Wir haben nicht die besten Einzelspieler. Aber wir haben eine sehr, sehr gute Mannschaft, wenn wir zusammenspielen.

Frage: Zu dieser Mannschaft gehört nun auch Thomas Müller. Hat es Sie überrascht, dass er bei seiner WM-Premiere so abgeklärt aufgetreten ist?

Lahm: Nein, man braucht ja nur die ganze Saison sehen, die er gespielt hat. Wie er heute das Tor gemacht hat, war sensationell: Mit sehr viel Ruhe und sehr viel Klasse.

Frage: Mesut Özil hat immer wieder Großchancen eingeleitet und auch selbst besessen. Inwiefern ist das deutsche Spiel nun auf ihn zugeschnitten?

Lahm: Wir wollen, dass er in die Tiefe geht. Es ist aber enorm wichtig für uns, dass wir nicht nur Mesut haben, sondern auch Lukas Podolski und Thomas Müller, die immer wieder steil gehen und so Raum schaffen für andere.

Frage: War dieser deutliche Erfolg auch eine Kampfansage an die Konkurrenz?

Lahm: In erster Linie spielen wir für uns und dafür, dass wir die Gruppenphase überstehen. Drei Punkte eingefahren und souverän gespielt zu haben, gibt Selbstvertrauen für die nächsten Spiele. Noch sind wir in der Gruppenphase aber nicht weiter. Wir müssen im nächsten Spiel wieder so mutig nach vorne, konzentriert und defensiv gut organisiert spielen. Dann haben wir auch gegen Serbien wieder sehr gute Chancen.

Frage: Können Sie denn jetzt noch verhindern, dass die deutsche Mannschaft nun zum Favoritenkreis gezählt wird? (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Lahm: Ich glaube, dass die Favoritenrolle immer noch bei anderen liegt. Nach dem ersten Spiel kann man diesbezüglich wenig sagen. Bei uns lief es heute sicher sehr gut. Aber die nächsten Spiele sind genauso wichtig.

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