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Deutschland holte bereits drei Mal den Weltmeister-Titel © getty

Nach der deutschen 4:0-Gala gegen die Australier ist deren Coach vom DFB-Team sehr angetan. Löws Mannschaft ist in aller Munde.

Aus Südafrika berichtet Martin van de Flierdt

Durban ? Joachim Löw hat Wort gehalten.

"Wir sind gut vorbereitet", hatte der Bundestrainer vor dem WM-Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Australien versprochen (Der WM-Spielplan).

Das begeisternd herausgespielte 4:0 gegen die "Socceroos" im Moses-Mabhida-Stadion von Durban gab ihm voll und ganz Recht (GAMES: Das WM-Tippspiel).

"Wir haben das Spiel in der gesamten Zeit bestimmt", zog Löw sein Fazit.

"Gegen einen defensiven Gegner haben wir häufig den Rhythmus verändert. Mesut Özil, Lukas Podolski, Miro Klose, Thomas Müller und Sami Khedira sind immer wieder in die Tiefe gegangen."

Zielstrebige Spielzüge

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Das hatte die erhofften Folgen. Podolski (8.), Klose (26.), Müller (68.) und der eingewechselte Cacau (70.) krönten großartige Spielzüge mit den Treffern zum überzeugenden Auftakterfolg.

"Wir alle wussten, dass Deutschland ein fantastisches Team hat und einer der Kandidaten auf den WM-Titel ist", meinte Australiens niederländischer Nationalcoach Pim Verbeek.

"Heute hat uns die Mannschaft gerade in den ersten 25 Minuten klassisch ausgespielt."

Besonders Özil, Bastian Schweinsteiger und Khedira habe seine Elf "nicht in den Griff bekommen. Deutschland war einfach in allen Belangen besser. Den Anstand, das so deutlich zu sagen, sollte man haben".

"Ab nach vorne, und zwar mit Tempo"

Podolski fasste das deutsche Erfolgsrezept kurz zusammen: "Wir spielen ruhig, zunächst hinten herum. Und wenn wir die Lücke sehen, geht es ab nach vorne, und zwar mit Tempo."

Dem waren die Australier nicht gewachsen. Zumal sie nach dem Platzverweis für Tim Cahill (56.) ohne ihren besten Mann auskommen mussten.

Löw hatte an Klose und Podolski trotz ihrer jeweils mäßigen Ligasaison festgehalten. Dazu hatte er kurzfristig Thomas Müller für Piotr Trochowski in die Startelf befördert.

Mit allen drei Personalmaßnahmen lag der 50-Jährige goldrichtig.

Klose hat sich "super gefühlt"

"Ich habe immer wieder betont, dass das Australien-Spiel im Vordergrund steht", meinte der zuletzt umstrittene Klose nach der Partie (Die WM-Kader im Überblick).

"Heute war der Tag. Ich habe mich super gefühlt und konnte meinen Teil dazu beitragen, dass die Mannschaft super gespielt hat."

Der "emotionale Leader" Schweinsteiger war mit der deutschen Darbietung allerdings nicht zu 100 Prozent zufrieden.

Schweinsteigers Kritik

"Das Ergebnis und die Art und Weise, wie wir unsere Chancen herausgespielt haben, waren gut", meinte der Münchner.

"Aber defensiv müssen wir noch kompakter und besser in der Ordnung stehen. Wir dürfen dem Gegner nicht so viele Räume hergeben, damit wir besser in die Zweikämpfe kommen."

Podolski warnte bereits davor, nach dem ersten Sieg die Bodenhaftung zu verlieren: "Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen zu sagen, jetzt ist alles super und alles erreicht. Wir müssen zusehen, dass wir gegen Serbien und Ghana genauso spielen."

Aussies "nicht das Maß der Dinge"

Gelingt dies nicht, relativiert das die Gala gegen die "Socceroos" erheblich.

"Wir wissen alle, dass Australien nicht das Maß aller Dinge war", sagte Löw daher abschließend.

"Es war ein Auftakt, der gut tut. Aber es gibt überhaupt keinen Grund zur Euphorie."

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