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Der Vertrag von Theo Zwanziger (r.) als DFB-Boss läuft im Oktober aus © getty

Der DFB-Boss lobt den Bundestrainer und hofft, dass dieser auch nach der WM bleibt. Vertrauen ist da, doch Löw lässt alles offen.

Von Daniel Rathjen undMartin van de Flierdt

Centurion/München - Richtig innig wirkte das Verhältnis nicht.

Immerhin: Sie ließen sich gemeinsam ablichten.

Joachim Löw blieb relativ kühl, als DFB-Boss Theo Zwanziger am Montagmittag reichlich warme Worte über den Bundestrainer verlor.

Bei der Pressekonferenz nach dem furiosen Auftaktsieg gegen Australien lobte Zwanziger den Coach in höchsten Tönen (Der WM-Spielplan).

Er rollte ihm damit erneut den roten Teppich für eine Vertragsverlängerung aus (GAMES: Das WM-Tippspiel).

"Alles tun, dass er weitermacht"

"Ich möchte dem Bundestrainer ganz herzlich danken. Ich werde alles dafür tun, dass er weitermacht, unabhängig vom Ausgang der WM. Das ist mein Wunsch", sagte er im Teamquartier der deutschen Nationalmannschaft nahe Pretoria.

Löw habe eine junge Mannschaft geprägt und nach seinen Vorstellungen gestaltet, sagte Zwanziger.

"Er hat gesagt, dass diese Mannschaft die Zukunft noch vor sich hat. Es ist eine faszinierende Aufgabe für einen Trainer, so eine Mannschaft nicht nur bei einer WM zu betreuen", ergänzte der DFB-Präsident.

"Werden mit allen sprechen"

Bei Oliver Bierhoff, dessen Vertrag nach der WM ebenfalls ausläuft, wollte sich der DFB-Präsident dagegen nicht festlegen.

"Wir werden mit allen sprechen, die in diesem Team zusammen sind. Ich hoffe, dass wir eine Einigung erzielen. Ich bin da sehr optimistisch", sagte Zwanziger.

Dieses Team habe "den deutschen Fußball in seiner Gesamtheit weitergebracht".

Löw kommentierte das nicht. "Ich danke dem Präsidenten für seine Worte. Aber ich habe immer gesagt, dass ich im Moment wichtigere Dinge im Kopf habe", sagte der 50-Jährige.

"Ich will intern auch nichts über Pläne für die Zeit nach der WM hören. Das blende ich völlig aus, wir haben einen Auftrag zu erfüllen."

Aber Löw räumte ein, dass er zu Zwanziger trotz der Probleme nach den geplatzten Vertragsverhandlungen zu Beginn des Jahres "ein vertrauensvolles Verhältnis" pflegt.

Entscheidung nach WM

"Wir haben offen und in aller Klarheit über die Dinge gesprochen und alles zurechtgerückt. Wichtig ist, dass wir jetzt Ruhe bewahren."

Nach der WM soll es dann "zeitnah" Gespräche geben, sagte Löw. (Die WM-Kader im Überblick)

"Wir respektieren es, dass der Bundestrainer sich zu dem Thema äußert, wann er es für richtig hält", sagte Zwanziger dazu und fügte an Löw gerichtet an:

"Wir wissen trotz einer schwierigen Phase, was wir aneinander haben. Vielen Dank! Der DFB weiß, was er an Ihnen hat."

Bei dieser Äußerung hatte man den Eindruck, dass der Präsident sogar feuchte Augen bekam.

Bis zur Klärung wird Löw hingegen sein Pokerface beibehalten. Klar ist: Sorgen über seine sportliche Zukunft macht er sich nicht.

Erst mal Pause?

Sein Motto: Schließt sich eine Tür, öffnet sich woanders die nächste. Ein Engagement bei einem Verein - direkt nach dem Turnier in Südafrika - schloss er jedoch schon vor Wochen aus.

"Das wäre für mich undenkbar. Ich könnte das nicht", hatte er erklärt.

"Ich kann doch nicht mitten in der Saisonvorbereitung bei einem Klub einsteigen. Ich konzentriere mich ausschließlich auf die Nationalmannschaft und die WM."

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