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Joachim Löw begann seine Trainerkarriere 1994 beim FC Winterthur © getty

Zum Thema Einbürgerungen spricht Bundestrainer Löw jetzt Klartext. Dabei geht es auch um den aktuellen Fall Özil.

Frankfurt/Main - Bundestrainer Joachim Löw hat einen Einsatz von kurzfristig eingebürgerten ausländischen Fußballprofis in der DFB-Auswahl grundsätzlich ausgeschlossen.

"Einem Spieler nur wegen eines anstehenden Turniers einen deutschen Pass zu geben, ist völlig falsch", erklärte Löw am Rande der Buchmesse in Frankfurt/Main, bei der er am Samstagabend an der Diskussionsrunde "Grenzgänger - Spieler und Trainer zwischen Deutschland und der Türkei" teilgenommen hatte.

Allerdings, so der DFB-Coach, sei das Geburtsland des Spielers nicht ausschlaggebend dafür, für welche Nationalmannschaft er auflaufen dürfe.

"Wenn sich einer mit dem Land, in dem er lebt, identifiziert, dann ist eine Nominierung völlig normal", betonte Löw in Anspielung auf die in Polen geborenen Nationalspieler Lukas Podolski und Miroslav Klose.

Kampf um Özil

Zuletzt hatte der türkischstämmige Serdar Tasci vom VfB Stuttgart sein Debüt in der DFB-Auswahl gefeiert.

"Er wollte für Deutschland spielen. Er fühlt sich hier wohl, das war also völlig legitim", meinte Löw, der einst selbst als Trainer in der Türkei tätig war.

Auch um Mesut Özil von Werder Bremen will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kämpfen.

Noch ein Jahr Bedenkzeit

Zuletzt hatte der türkische Nationalcoach Fatih Terim um den 20 Jahre alte Mittelfeldspieler, der derzeit der deutschen U21-Nationalmannschaft angehört, geworben.

Nach den Statuten des Fußball-Welt-Verbandes FIFA hat der in Gelsenkirchen geborene Ex-Schalker Özil noch bis zu seinem 21. Geburtstag Zeit, um sich endgültig für die deutsche oder türkische A-Nationalmannschaft zu entscheiden.

Jüngst hatte Löw angedeutet, bald ein Gespräch mit dem Bremer Profi führen zu wollen.

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