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Per Mertesacker (2. v. l.) wurde 2008 mit Deutschland Vize-Europameister © imago

Im SPORT1-Interview spricht DFB-Abwehrchef Per Mertesacker über die Waffe Mesut Özil und die neue Mitfavoritenrolle.

Aus Südafrika berichtetMartin van de Flierdt

Centurion - Per Mertesackers 63. Länderspiel war im Nachhinein betrachtet wohl eines seiner entspannteren.

Beim WM-Auftakt gegen Australien (4:0) wurde die deutsche Defensive um den 25 Jahre alten Bremer nur selten in Verlegenheit gebracht.

Eine frühe Großchance für Richard Garcia, dessen Abschluss Philipp Lahm von der Torlinie bugsierte (3.), hätte der Begegnung allerdings eine völlig andere Richtung geben können.

"Wir wissen schon, dass das ein schwieriger Start war", meint Mertesacker. "Nur haben wir wirklich das Beste daraus gemacht."

Im SPORT1-Interview spricht der Abwehrchef über die Renaissance des 2006er-WM-Sturms Miroslav Klose und Lukas Podolski, die Waffe Mesut Özil und die neue Favoritenrolle der DFB-Auswahl bei der WM (Der Spielplan).

SPORT1: Herr Mertesacker, die deutsche Mannschaft ist mit einem deutlichen Erfolg gegen Australien ins WM-Turnier gestartet. Haben Sie im Vorfeld damit gerechnet, dass es so rund laufen könnte?

Per Mertesacker: Erst einmal sind wir sehr glücklich mit dem Ausgang der Begegnung. Aber wir wissen schon, dass das ein schwieriger Start war. Nur haben wir wirklich das Beste daraus gemacht. Uns hat aber auch vieles in die Karten gespielt.

SPORT1: Woran konkret denken Sie dabei?

Mertesacker: Zum einen daran, dass wir bei dieser ersten brenzligen Szene nach drei Minuten kein Gegentor bekommen haben. Zum anderen an die Rote Karte, die die Australier gerade in der Phase erwischt hat, als sie drauf und dran waren, ein wenig Druck zu entwickeln.

SPORT1: Mit Ausnahme der frühen Schrecksekunde sah es nicht so aus, als hätten Sie und Ihre Mitstreiter in der Viererkette größere Probleme gehabt. Sehen Sie das ähnlich?

Mertesacker: Das kann man grob so stehen lassen. Die Abstimmung hinten hat schon ganz gut gepasst. Wir können zufrieden sein, aber noch nicht mehr.

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SPORT1: Sie haben vor dem Turnierstart gesagt, Mesut Özil könne eine echte Waffe sein. Fühlen Sie sich nach seiner Gala gegen Australien bestätigt?

Mertesacker: Man hat gesehen, dass er unglaublich große Qualitäten hat, wenn er ins Tempo kommt, egal ob mit Ball oder ohne. Er kommt immer in die gefährlichen, entscheidenden Räume rein. Wenn er noch erfolgreicher wird vor dem Tor, ist er die Waffe, die uns zu mehr befähigt. Wir sind einfach nur glücklich, ihn in unseren Reihen zu haben.

SPORT1: Lukas Podolski und Miroslav Klose haben offenbar rechtzeitig zur WM ihre Form gefunden. Hatten Sie speziell bei Klose noch damit gerechnet?

Mertesacker: Auf jeden Fall. Die beiden sind in der Nationalmannschaft ja seit Jahren gereift und haben bei großen Turnieren immer Leistung geboten. Jetzt steht wieder eine solche Endrunde an, und wir brauchen wieder Tore von den beiden. Gegen Australien war das schon ein guter Anfang für sie.

SPORT1: Die deutsche Mannschaft wird seit Sonntagabend als einer der WM-Favoriten gehandelt. Wie stark ist das Team denn jetzt wirklich? (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Mertesacker: Wir müssen uns nicht nach dem ersten Spiel hier großartig definieren. Wir haben eine ordentliche Vorbereitung gespielt und dann drei Punkte eingefahren. Deswegen werden wir jetzt nicht in Euphorie ausbrechen.

SPORT1: Am Freitag geht es nun gegen die Serben, die ihr erstes Spiel gegen Ghana verloren haben und daher angreifen müssen. Kommt das der deutschen Mannschaft entgegen?

Mertesacker: Ob das Spiel einen ähnlichen Verlauf nimmt, wird man sehen. Wir müssen uns akribisch auf die Serben vorbereiten und zusehen, dass wir das Selbstvertrauen aus dem Erfolg gegen Australien mitnehmen. Nur das und nicht mehr. Schon jetzt auf eine vermeintliche Woge der Begeisterung aufspringen zu wollen, wäre sicher kontraproduktiv.

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