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Bastian Schweinsteiger schrammte mit dem FC Bayern dieses Jahr knapp am Triple vorbei © getty

Oliver Bierhoff gibt Entwarnung: Schweinsteiger sei "topfit" für das Serbien-Spiel. Die deutsche Startelf bleibt wohl unverändert.

Von Matthias Becker und Martin van de Flierdt

Centurion/München - Zumindest offiziell ist das Zittern erst einmal vorbei:

Bastian Schweinsteiger kann auch im zweiten deutschen Gruppenspiel gegen Serbien (Fr., ab 13 Uhr im LIVE-TICKER) auflaufen.

Nachdem der Mittelfeldspieler in den letzten beiden Tagen wegen eines Atemwegsinfekts mit dem Training aussetzen musste, sei er nun wieder bereit, erklärte Oliver Bierhoff.

"Es besteht keine Gefahr, er ist topfit. Jogi kann auf den gesamten Kader zurückgreifen", sagte der Nationalmannschaftsmanager.

Somit ist es höchst wahrscheinlich, dass Löw gegen die Serben die gleiche Startelf auflaufen lässt wie beim 4:0-Erfolg gegen Australien.

Kein Abschlusstraining im Stadion

Es sei denn, Schweinsteiger sollte doch noch ausfallen.

Dann stünden mit Toni Kroos, Dennis Aogo und Philipp Lahm drei Alternativen für die Position im defensiven Mittelfeld an der Seite von Sami Khedira bereit.

Allerdings konnte Schweinsteiger am Abschlusstraining am Donnerstagmittag und auch sonst komplett an der Vorbereitung aufs Spiel teilnehmen.

Dabei kam die Planung aufgrund des schlechten Wetters gehörig durcheinander.

Entgegen der ursprünglichen Pläne absolviert das DFB-Team seine letzte Einheit nicht im Stadion "Nelson Mandela Bay" von Port Elizabeth.

Für dieses verhängte die FIFA eine Platzsperre, weil der Rasen nach Dazuerregen zu sehr in Mitleidenschaft gezogen war.

Die deutsche Mannschaft blieb deshalb länger im Quartier nahe Johannesburg, trainierte wie gewohnt im Super-Stadium von Atteridgeville und fliegt erst um 17 Uhr zum Spielort.

Die Serben trainieren hingegen mittags im Universitäts-Stadion von in Port Elizabeth, wo inzwischen die Sonne scheint.

"Die Serben werden heiß sein"

All das soll nach Bierhoffs Ansicht aber keinen Einfluss auf die Leistung der Mannschaft haben. Die werde sich gegen Serbien noch weiter steigern müssen, so der Europameister von 1996:

"Das zweite Spiel ist vielleicht noch wichtiger als der Auftakt. Wir wollen beim dritten Gruppenspiel unbedingt ein K.o.-Spiel vermeiden."

Bundestrainer Joachim Löw warnt vor den Stärken der Serben. "Sie treten sehr körperbetont auf. Nach der Niederlage gegen Ghana stehen sie mit dem Rücken zur Wand. Das macht sie sehr gefährlich", sagte Löw. Bierhoff ergänzte:

"Die Serben werden heiß sein. Bei denen ist schon die Rede vom Spiel des Jahrhunderts. Sie haben spielstarke Spieler, arbeiten viel mit langen Bällen auf Zigic."

Gleichzeitig gebe es aber keinen Anlass, die "Weißen Adler" stärker zu reden als sie seien: "Es gibt keinen Grund, unser Selbstvertrauen jetzt kleinzumachen." (GAMES: das WM-Tippspiel)

Klinsmann sieht Selbstvertrauen als Vorteil

Das Selbstvertrauen ist schließlich ein nicht zu unterschätzender Vorteil, wie auch Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann versichert. "Das könnte sich noch auszahlen, wenn dieses junge Team mal in Rückstand gerät", sagte Klinsmann.

Ein wahres Urteil über die WM-Chancen könne man sich allerdings "erst nach zwei oder drei Spielen erlauben".

Auch Klinsmann sieht noch Luft nach oben.

Sonderlob für Özil

Vor allem bei den Abständen zwischen den Spielern in der Defensivarbeit und bei der Chancenverwertung machte Oliver Bierhoff noch Steigerungspotenzial aus, hatte aber auch noch ein Sonderlob für den Spielmacher der DFB-Elf parat.

"Es ist eine Riesenfreude, Mesut Özil mit seiner Eleganz und Qualität zuzusehen. Wir trauen ihm sehr viel zu. Er ist sehr wichtig, weil er die Mitspieler sehr gut einsetzen kann", schwärmte Bierhoff.

An einer Schwäche könnte aber auch Özil noch arbeiten:

"Jetzt muss er nur noch die Eins-gegen-Eins-Situationen gegen die Torhüter besser lösen. Dann kann er auch in der Torschützenliste ganz vorne dabei sein."

Und Serbien könnte sich ganz warm anziehen.

Die voraussichtliche deutsche Mannschaftsaufstellung:

1 Neuer - 16 Lahm, 17 Mertesacker, 3 Friedrich, 14 Badstuber - 6 Khedira, 7 Schweinsteiger - 13 Müller, 8 Özil, 10 Podolski - 11 Klose

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