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Miroslav Klose (l.) erzielte gegen Australien das 2:0 per Kopf © getty

Der Bundestrainer überrascht bei der abschließenden Pressekonferenz vor dem Serbien-Spiel mit einer Aussage zur Aufstellung.

Port Elizabeth - Pasta zum Frühstück, Abschlusstraining statt Mittagessen und Reisestress statt Kaffee und Kuchen:

Vor dem zweiten WM-Gruppenspiel der Deutschen gegen Serbien (Fr., ab 13 Uhr im LIVE-TICKER) musste Bundestrainer Joachim Löw seine Planungen über den Haufen werfen.

Der ramponierte Rasen im Super-Stadion von Atteridgeville hätte eine Einheit nicht mehr schadlos überstanden.

Im deutschen WM-Quartier vor den Toren Pretorias simulierte Löw so gut es ging den Ernstfall in Port Elizabeth.

Das Abschlusstraining, an dem auch Bastian Schweinsteiger nach überstandener Erkältung wieder teilnehmen konnte, fand analog zur Spielzeit statt.

Am Abend kam der DFB-Tross dann wohlbehalten im Spielort an. (GAMES: das WM-Tippspiel)

"Wir müssen uns auf ein Kampfspiel einrichten. Serbien ist wie ein angeschlagener Boxer, weil die Mannschaft das erste Spiel verloren hat", sagte Löw bei der Abschluss-Pressekonferenz.

Er habe einiges von seinem serbischen Kollegen gelesen, der von Ehre, Charakter und einem historischen Spiel und dem Spiel des Jahres gesprochen habe.

Nur kein Lob

"Es wird ein Kampf auf Biegen und Brechen", so Löw, "aber unsere Mannschaft ist hungrig."

Das Lob nach dem 4:0 zum Auftakt gegen Australien sei nicht an seine Mannschaft herangelassen worden.

In Bezug auf die Aufstellung gegen die Serbien ließ sich der Nationalcoach entlocken: "Ich denke über eine Änderung nach!"

Cacau von Beginn?

Möglicherweise könnte der Stuttgarter Cacau eine Chance von Anfang erhalten und den Vorzug gegenüber Miroslav Klose erhalten, der gegen Australien zum 2:0 getroffen hatte.

Auch Bierhoff machte derweil deutlich, dass der Weg ins Achtelfinale noch sehr steinig wird.

"Ich will keine Spaßbremse sein. Wir freuen uns auch über die Euphorie, die schon wieder herrscht. Aber wir haben noch nichts erreicht", bemerkte der frühere DFB-Kapitän.

Er strahlte dennoch Optimismus aus: "Ich mache mir aber keine Sorgen, die Mannschaft ist hochmotiviert."

Das gelte aber vielleicht sogar noch mehr für die Serben, die nach dem unglücklichen 0:1 gegen Ghana das Duell mit dem dreimaligen Welt- und Europameister zur "nationalen Angelegenheit" erklärt hätten.

"Für sie ist es das Spiel des Jahrhun- derts. Deshalb lastet ein enormer Druck auf dieser Mannschaft", betonte Bierhoff.

Nach seinen Eindrücken der vergangenen Tage hätten die deutschen Spieler aber die Bedeutung des zweiten Spiels und den Unterschied zu Australien "gut verinnerlicht".

Zudem dürfe man Serbien auch nicht zu stark reden, um keine Angst bei der jungen deutschen Mannschaft zu schüren.

Diesen Spagat müssen Löw und sein Trainerteam bis zum Anpfiff hinbekommen.

Der Bundestrainer wies am Donnerstag noch einmal auf die besonderen Stärken des Gegners hin.

Vorsicht vor Zigic und Pantelic

Neben der guten Defensive und dem starken Mittelfeld müsse man besonders auf die ausgebufften Stürmer Nikola Zigic und Marko Pantelic achten.

"Für uns wird es wichtig sein, dass wir in der Defensive relativ kompakt stehen. Dann hat man immer wieder die Möglichkeit, Spieler zu doppeln", äußerte Innenverteidiger Arne Friedrich, der vor allem Pantelic aus seiner Zeit bei Hertha BSC Berlin bestens kennt.

Und auch vor 2,02-Meter-Mann Zigic ist Friedrich nicht bange: "Man muss gegen solche Spieler ein Rezept haben. Es ist nicht immer nötig, aktiv die Kopfbälle zu gewinnen", sagte der 31-Jährige, "wichtig ist, dass die anderen die Räume schließen."

Die voraussichtliche deutsche Mannschaftsaufstellung:

1 Neuer - 16 Lahm, 17 Mertesacker, 3 Friedrich, 14 Badstuber - 6 Khedira, 7 Schweinsteiger - 13 Müller, 8 Özil, 10 Podolski - 11 Klose (19 Cacau)

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