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Holger Badstuber darf auch gegen Serbien wieder die Stiefel schnüren © getty

Joachim Löw nimmt vor dem Serbien-Spiel doch keine Änderung in der Startelf vor. Er appelliert an die Einstellung. Fakten zum Spiel.

Von Matthias Becker und Martin van de Flierdt

Port Elizabeth/München - Never change a winning team:

Diesen Grundsatz hat Joachim Löw jetzt doch beherzigt.

Der Bundestrainer lässt im zweiten Gruppenspiel der deutschen Mannschaft gegen Serbien (JETZT im LIVE-TICKER) die gleiche Elf beginnen wie beim 4:0 Auftaktsieg gegen Australien.

Löw: "Ich denke über eine Änderung nach!"

Über Nacht hat Joachim Löw damit Abstand von der Idee genommen, sein Team umzustellen.

Nachdem Bastian Schweinsteiger rechtzeitig von seinem Atemwegsinfekt kuriert war, hatte der Bundestrainer in der Abschluss-Pressekonferenz angekündigt: "Ich denke über eine Änderung nach!"

Nun ließ er aber sowohl Cacau, der Miroslav Klose hätte ersetzen können, als auch Marcell Jansen, mögliche Alternative zu Holger Badstuber auf der Linksverteidigerposition, draußen.

Für Löw ist ohnehin die Einstellung wichtiger als die Aufstellung. "Wir müssen uns auf ein Kampfspiel einrichten. Serbien ist wie ein angeschlagener Boxer, weil die Mannschaft das erste Spiel verloren hat", sagte Löw.

Minutiöse Vorbereitung

Er selbst überließ vor dem Duell im Nelson-Mandela-Bay-Stadion in Port Elizabeth nichts dem Zufall.

Schon die ganze Woche verlegte Löw das Training auf 13.30 Uhr, um seine Spieler an die ungewöhnliche Anstoßzeit zu gewöhnen.

Auch der Tagesplan für den Spieltag ist detailliert ausgetüftelt. Um 10 Uhr gab es im Teamhotel Fisch und Nudeln zum Frühstück, damit auch ja keinem der Akteure zur Mittagsstunde Luft oder Energie ausgehen.

"Für uns ist alles möglich"

Das will Teammanager Oliver Bierhoff auch langfristig verhindern. Er versucht, aufkeimende Hochstimmung ein bisschen einzubremsen.

"Es gab in den letzten Jahren viele Teams, die in der Vorrunde tollen Fußball spielten und danach aus dem Turnier flogen. Wir müssen aufpassen, der Weg zum Ziel ist noch lang", sagte Bierhoff der Münchner "tz".

Den Glauben an den Titel will der Europameister von 1996 aber gar nicht abschwächen: "In so einem Turnier ist immer eine Dynamik drin, die man nicht stoppen kann. Für uns ist alles möglich." (GAMES: das WM-Tippspiel)

SPORT1 hat die weiteren Fakten zum zweiten Spiel der deutschen Mannschaft auf dem Weg zum vierten WM-Titel.

Die Bilanz:

Die deutsche Auswahl trifft zum zweiten Mal auf Serbien. Am 31. Mai 2008 setzte sie sich in Gelsenkirchen im letzten Test vor der EM mit 2:1 durch.

Oliver Neuville und Michael Ballack erzielten die Tore für das DFB-Team, Bosko Jankovic den Treffer der Serben.

Gegen die Vorgängerteams Serbien Montenegro und Jugoslawien ist die Bilanz ebenso positiv. 15 Siege, vier Unentschieden und sieben Niederlagen stehen zu Buche.

Gutes Omen: Bei allen bisherigen drei deutschen WM-Titeln führte der Weg über einen Sieg gegen Jugoslawien.

1990 siegte Deutschland im ersten Gruppenspiel furios 4:1, 1974 gewann die Mannschaft um Kapitän Franz Beckenbauer 2:0, 1954 reichte es auf dem Weg zum "Wunder von Bern" zum gleichen Ergebnis.

Das sagen die Trainer:

Joachim Löw: "Wir müssen uns auf ein Kampfspiel einrichten. Serbien ist wie ein angeschlagener Boxer, weil die Mannschaft das erste Spiel verloren hat. Es wird ein Kampf auf Biegen und Brechen, aber unsere Mannschaft ist hungrig."

Radomir Antic: "Die Deutschen haben einen Vorteil: die Mentalität. Sie wissen, wie man eine WM spielt. Deswegen kommen sie immer ins Halbfinale. Wer ihnen Prestige abspricht, ist von vornherein im Nachteil. Trotz allem: Wir fühlen uns nicht unterlegen."

Die Aufstellungen:

Deutschland: Neuer - Lahm, Mertesacker, Friedrich, Badstuber - Khedira, Schweinsteiger - Müller, Özil, Podolski ? Klose

Serbien: Stojkovic - B. Ivanovic, Vidic, Subotic, Kolarov - Stankovic, Kuzmanovic - Krasic, Ninkovic, M. Jovanovic - Zigic

Schiedsrichter: Alberto Undiano (Spanien)

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