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Bastian Schweinsteiger (r.) erzielte in der Nationalelf bislang 21 Treffer © getty

Der Schock nach der Pleite gegen Serbien sitzt tief. Schweinsteiger kritisiert den Schiedsrichter, Löw den Rotsünder Klose.

München/Port Elizabeth - Der Schock nach der 0:1-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen Serbien saß tief.

"Diese Niederlage ist ganz bitter", sagte Lukas Podolski, der mit einem verschossenen Handelfmeter zum Unglücksraben wurde. 251206(die Bilder)

Besonders die Leistung des spanischen Schiedsrichters Alberto Undiano, der Miroslav Klose nach knapp einer halben Stunde mit Gelb-Rot vom Platz stellte, erboste die Deutschen.

"Wenn es hier in jedem Spiel eine Rote Karte gibt, muss man sich überlegen, ob es überhaupt noch Sinn macht. Das zerstört den Fußball", so Bastian Schweinsteiger.

SPORT1 fasst die Stimmen zum zweiten Gruppenspiel des DFB-Teams zusammen:

Joachim Löw (Bundestrainer): "Wir waren nicht so dominant, wie wir es uns vorgenommen hatten. Klose hätte vorsichtiger sein müssen. Dennoch haben wir genug Qualität. Wir dürfen den Kopf nicht hängenlassen. Wir haben es noch in der eigenen Hand, das Achtelfinale zu erreichen."

Philipp Lahm (Kapitän): "Wir haben nicht so gut angefangen wie gegen Australien. Es war ein sehr bitterer Platzverweis, dann wurde es natürlich schwer mit zehn Mann. Dann kam sofort das ganz blöde Gegentor. Wir geraten eine Minute vorher in Unterzahl, dann wird es schwer. Ich glaube, über den Platzverweis kann sich jeder Zuschauer selbst ein Urteil bilden."

Miroslav Klose: "Ich hätte der Mannschaft gerne geholfen. Ich habe versucht, den Ball zu spielen. Es war kein böses Foul. Der Schiedsrichter hätte mich auch nochmal ermahnen können, statt Gelb zu zeigen. Fußballl ist ein Kampfsport, dazu gehören nunmal auch Zweikämpfe. Die Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit alles versucht, klasse gespielt und gekämpft."

Lukas Podolski: "Der Elfmeter war nicht so schlecht geschossen. Ich bin eigentlich ein sicherer Schütze. Das muss ich auf meine Kappe nehmen. Diese Niederlage ist natürlich ganz bitter. Wir hätten einen großen Schritt Richtung Achtelfinale machen können."

Bastian Schweinsteiger: "Wenn es hier in jedem Spiel eine Rote Karte gibt, muss man sich überlegen, ob es überhaupt Sinn macht. So macht es keinen Spaß, das zerstört den Fußball. Das Spiel dürfen wir nicht verlieren, auch nicht mit zehn Mann. Mir fehlen fast die Worte. Ich verspüre Wut und Enttäuschung."

Per Mertesacker (Werder Bremen): "Das Spiel gegen Ghana müssen wir jetzt angehen wie ein Sechzehntelfinale. Das ist ein absolutes K.o.-Spiel für uns."

Oliver Bierhoff (Teammanager): "Jetzt haben wir das Endspiel, dass wir nicht wollten. Ich denke aber, dass die Mannschaft dem Druck gewachsen ist. Das haben deutsche Mannschaften schon immer gezeigt. Ich habe nach dem Spiel in der Kabine Wut und Enttäuschung gesehen, aber keine Resignation. Das macht mich optimistisch. Und die Gelb-Rote Karte war total übertrieben, aber die Mannschaft hat Charakter gezeigt und sich auch in Unterzahl noch Torchancen erspielt."

Theo Zwanziger (DFB-Präsident): "Das ändert die Ausgangslage überhaupt nicht. Bei der EM war es die gleiche Konstellation - und am Ende haben wir im Finale gestanden. Ich habe der Mannschaft gesagt, dass sie jetzt fünf Minuten traurig sein kann, aber jetzt geht es richtig los. Die Mannschaft ist charakter- und spielstark. Die Jungs sind aber heute nicht an ihre Leistungsgrenze gekommen, das wird aber gegen Ghana wieder der Fall sein."

Franz Beckenbauer (TV-Experte): "Ich habe es mir auch ein bisschen anders vorgestellt. Aber es sind manchmal Spiele dabei, wo man einfach nicht weiß, warum sie so laufen. Das sind die Unwägbarkeiten eines Spiels. Es ist schade, denn man hat gar nicht gemerkt, dass die deutsche Mannschaft in Unterzahl war. Sie haben nicht schlecht gespielt, sie haben gut gespielt."

Jens Lehmann (Ex-Nationaltorhüter): "Die Mannschaft hat gut gespielt. Sie haben nach vorne gespielt und sich Chancen erarbeitet. Sie waren mutig. Aus irgendeinem Grund sollte es heute nicht langen. Schade."

Radomir Antic (Trainer Serbien): "In der ersten Halbzeit waren wir sehr gut. In der zweiten Halbzeit haben wir das Ergebnis verwaltet. Da waren wir sehr defensiv ausgerichtet. Wir wollten eigentlich mehr nach vorne machen, aber der Druck war sehr stark. Ich bin froh, dass wir es geschafft haben."

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