Nach der Pleite gegen Serbien ist sogar das erstmalige Vorrunden-Aus eines DFB-Teams bei einer WM nicht mehr ausgeschlossen.

Es war die erste echte Reifeprüfung für die neuformierte deutsche Nationalmannschaft und das Fazit fällt ernüchternd aus:

Das Team ist hart in der Wirklichkeit gelandet, so dass nun auch das erstmalige Vorrunden-Aus bei einer Weltmeisterschaft nicht mehr ausgeschlossen ist.

Natürlich kann man dafür den schwachen Schiedsrichter Alberto Undiano mitverantwortlich machen.

Der Spanier hatte durch seine Verwarnungswut und die völlig übertriebene Gelb-Rote Karte gegen Miroslav Klose entscheidenden Anteil am Spielverlauf.

Doch maßgeblich für die erste Pleite in einem WM-Gruppenspiel seit 1986 war die unkonzentrierte und blutarme Vorstellung der DFB-Elf.

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Die Abwehr stand unsicher, Führungsspieler wie Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm waren weit von ihrer Bestform entfernt und vorne fehlten Ideen und Durchschlagskraft.

Trotzdem hätte es zu einem in Unterzahl absolut ausreichenden Unentschieden gereicht, wenn Lukas Podolski das Elfmetergeschenk von Nemanja Vidic angenommen hätte.

Schon zuvor hätte der nach der Australien-Gala so hochgelobte Kölner eine seiner Chancen nutzen müssen - ansonsten wird das auf diesem Niveau bestraft.

Besonders ärgerlich ist vor allem, dass die Partie gegen die Serben fast eine Blaupause der Begegnung bei der EM 2008 gegen Kroatien (1:2) gleichkam.

Genau wie damals kam die deutsche Mannschaft nicht mit ihrer Favoritenrolle nach dem Auftaktsieg klar, agierte stattdessen fahrig, ließ sich vom Gegner einschläfern und bekam nach dem Gegentor nicht mehr die Kurve.

Da passte es ins Bild, dass auch Joachim Löw von außen nicht für die Wende sorgte und mit seinen Wechseln daneben lag.

Vor allem als er ausgerechnet Mesut Özil aus dem Spiel nahm, der zu den besten DFB-Akteuren gehörte und gerade in Unterzahl den Unterschied hätte ausmachen können.

Damit ist die WM-Euphorie im kalten Deutschland auf einen Schlag beendet, weil die Mannschaft mit dieser Leistung ganz sicher nicht zu den Favoriten gezählt werden kann.

Sicherlich sollte man dem jungen Team, das nach wie vor über enormes Potenzial verfügt, nicht nach einer Niederlage gänzlich die Reife für ein solches Turnier absprechen.

Die Qualität fürs Achtelfinale besitzt die Auswahl sicherlich. Eine ähnlich schwache Leistung im "Endspiel" am Mittwoch gegen Ghana wird aber nicht zum Weiterkommen reichen.

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