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Joachim Löw trat beim DFB-Team die Nachfolge Jürgen Klinnsmanns an © getty

Trotz der Niederlage strahlt Joachim Löw auf der DFB-Pressekonferenz Zuversicht aus. Badstuber und Podolski nimmt er in Schutz.

Vom DFB-Team berichten Mathias Frohnapfel und Martin van de Flierdt

München/Centurion - Bundestrainer Joachim Löw hat einen Tag nach dem Spiel gegen Serbien die 0:1-Niederlage verdaut.

Regte er sich am Freitag noch lautstark über Abstimmungsschwierigkeiten in seinem Team und einige Schiedsrichterentscheidungen auf, so präsentierte er sich am Samstag im Teamquartier ruhig und gelassen (Der WM-Spielplan).

Das wichtigste Anliegen des Chefcoachs der DFB-Auswahl: Zuversicht demonstrieren.

"Ich bin heute mit einem guten Gefühl aufgewacht", erklärte Löw und begründete das auch: "Trotz der Niederlage habe ich gute Ansätze gesehen."

Löw nimmt Badstuber in Schutz

Dann blickte er in die Runde der Reporter, die gespannt darauf wartete, wie Löw die Knackpunkte aus dem Serbien-Match analysierte.

Unter anderem verteidigte Löw Abwehrspieler Holger Badstuber, der beim Tor der Serben unglücklich agierte und seinen Gegenspieler Krasic gewähren ließ.

"Badstuber hat gestern vielleicht nicht seinen besten Tag gehabt, aber dem Tor ist eine Kette von Fehlern vorausgegangen. Deswegen sollte man mit der Kritik an Badstuber vorsichtig sein."

"Podolski und Schweinsteiger waren vorgesehen"

Auch den Elfmeter-Fehlschützen Lukas Podolski nahm Löw in Schutz - zumindest teilweise.

Süffisant sagte er auf die Auswahl der Elfmeter-Vollstrecker angesprochen: "Wir können vor dem Strafstoß keine Mannschaftssitzung abhalten. Wir haben zwei Spieler, die vorgesehen waren: Podolski und Schweinsteiger."

Und er gestand dem Kölner Pechvogel zu, dass er "Verantwortung" übernommen habe. Das Ergebnis daraus ist allerdings auch Löw bekannt, weswegen er zu den Elfmeterschützen bemerkte: "Ich habe meine Entscheidungen natürlich überdacht."

Beim nächsten Elfer dürfte also nicht Podolski anlaufen, sondern Schweinsteiger (Breite Front für Löw-Verbleib beim DFB).

Einwechslungen funktionieren nicht

Als dritten Knackpunkt in der Partie wiesen zudem viele Beobachter auf die Einwechslungen hin.

Aufgrund des Spielverlaufs haben aus Löws Sicht die Einwechslungen nicht so funktioniert wie zum Beispiel gegen Bosnien. Allerdings betonte der Bundestrainer auch: "Serbien hat aber mit sehr vielen Spielern hinten drin gestanden."

Löw spricht Mannschaft Mut zu

Der Mannschaft Mut zusprechen, dieses Ansinnen war Löw trotz aller Enttäuschung über die Pleite gegen Serbien anzumerken.

Ein Vergleich mit der Pleite bei der EM 2008, als Deutschland im zweiten Gruppenspiel gegen Kroatien verlor, wollte er daher auf keinen Fall ziehen. "Wir waren über 60 Minuten die bessere Mannschaft, das war gegen Kroatien nicht so. Deshalb sind die Spiele nicht zu vergleichen."

Startelf noch nicht fix

Über die umstrittenen Schiedsrichterleistung regte sich Löw nur noch bedingt auf und sagte rückblickend: "Die Gelb-Rote Karte gegen Klose war eine vertretbare, aber sehr harte Entscheidung."

Für den 50-Jährigen ist trotz der Karten-Flut weiterhin ein "gutes Zweikampfverhalten elementar. Wir müssen weiter beherzt in die Zweikämpfe gehen, unabhängig davon, wer Gelb hat."

Zu Änderungen mit Blick auf das Ghana-Spiel, indem der gesperrte Klose definitiv fehlen wird, äußerte der Bundestrainer sich gleichfalls zurückhaltend.

"Ich kann noch nicht sagen, wer gegen Ghana (Mi., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) auflaufen wird. Das werde ich nach den Trainingseindrücken entscheiden."

Die Entscheidung zwischen Mario Gomez und Cacau, den aussichtsreichsten Kandidaten, ist also noch nicht gefallen.

Auch Lahm zuversichtlich

Optimistisch gab sich am Samstag auch Mannschaftskapitän Philpp Lahm:

"Wir haben gut gespielt - anders als 2008 gegen Kroatien", befand der Bayern-Profi, ehe er selbstkritisch auf "einige schlechte Entscheidungen und einige Fehler" hinwies.

Dennoch betonte Lahm: "Ich bin mir sicher, dass wir das Achtelfinale erreichen."

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