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Oliver Bierhoff ist seit 2004 Manager der deutschen Nationalmannschaft © getty

Trotz der Niederlage gegen Serbien bleibt der Teammanager optimistisch - Beckenbauer ebenso. Löw schwört die Mannschaft ein.

Von Olaf Mehlhose undMartin van de Flierdt

Centurion/München - Trotz der Pleite gegen Serbienherrscht im deutschen Lager weiter kollektive Zuversicht.

Nach Bundestrainer Joachim Löw und "Kaiser" Franz Beckenbauer zeigte sich am Sonntag auch Oliver Bierhoff optimistisch, dass die Nationalmannschaft das Achtelfinale erreichen wird.

Der DFB-Teammanager lobte die konzentrierte Vorbereitung und nahm das Team nochmals nachdrücklich in Schutz, da gegen Serbien "einfach viel schief gelaufen" sei.

Trotz allem ist vor dem K.o-Spiel gegen Ghana (Mi., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) schon eine höhere Anspannung zu spüren.

Bundestrainer Löw schwor seine Spieler mit einer längeren Ansprache vor dem Training auf das letzte Gruppenspiel ein. (Der WM-Spielplan).

"Ghana ist keine Übermannschaft"

Trotzdem ist Bierhoff nach wie vor überzeugt, dass der zum Gruppensieg nötige Erfolg gelingen wird.

"Ghana ist eine physisch sehr starke Mannschaft, aber keine Übermannschaftt. Sie lassen immer wieder Chancen zu", sagte er. (Breite Front für Löw-Verbleib beim DFB).

"Ich bin zuversichtlich, dass wir das Spiel gewinnen."

Details zur Mannschaftsaufstellung gab Bierhoff jedoch nicht preis:

"Alle Spieler haben gezeigt, dass sie unbedingt spielen wollen - zum Beispiel auch ein Stefan Kießling. Alle machen den Eindruck, dass sie einsetzbar sind."

Vorbereitung läuft nach Plan

Die Vorbereitung auf das Ghana-Spiel laufe bereits auf vollen Touren.

"Das Trainingsprogramm wurde wie geplant durchgezogen. Am gestrigen Nachmittag hatten die Spieler trainingsfrei, um den Kopf freizubekommen", erläutert Bierhoff.

Entgegen seiner ersten Planung hatte Löw seinen Spielern sogar Damenbesuch gestattet. Aber lediglich Sarah Brandner besuchte ihren Lebensgefährten Bastian Schweinsteiger im DFB-Quartier.

Die meisten Spieler fuhren zu ihren Ehefrauen, Freundinnen oder anderen Familienangehörige in die südafrikanische Hauptstadt.

"Stimmung gedrückt, aber weiter positiv"

Trotz der Niederlage sei die Atmosphäre weiter sehr gut, berichtete Bierhoff, obwohl die Euphorie natürlich ein wenig zurückgegangen sei:

"Die Stimmung ist natürlich ein bisschen gedrückt, aber weiterhin positiv. Dennochist natürlich ein bisschen mehr Anspannung zu spüren, aber die Spieler kennen das aus den Vereinen und ich bin mir sicher, dass sie damit umgehen können."

Ohnehin werde nach der Niederlage nicht alles in Frage gestellt.

"Auch zurückblickend würde ich nicht sagen, dass in der Vorbereitung auf das Spiel gegen Serbien irgendetwas falsch gelaufen ist", sagte der Ex-Nationalspieler.

"In dem Spiel ist einfach viel schief gelaufen, wenn man die unberechtigte Rote Karte und die mangelnde Chancenverwertung betrachtet."

Unerfahrenheit kein Grund für Niederlage

Auch die angebliche Unerfahrenheit des Team wollte Bierhoff nicht als Grund gelten lassen.

Gleichzeitig gab er aber zu, dass nun den erfahreneren Spielern wie Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger eine noch größere Rolle zukommt.

Einen alleinigen Anführer gäbe es derzeit nicht, die Verantwortung sei nun auf mehrere Spieler verteilt.

"Mit der Entwicklung von Bastian sind wir sehr zufrieden", lobte Bierhoff vor allem den Bayerrn-Spieler:

"Er ist ein anderer Typ als Michael Ballack, aber ich finde, er hat seine Rolle sehr gut gefunden. Er gehört zu den Spielern, die das Team auf und außerhalb des Platzes führen müssen."

"Wir entscheiden nach der WM"

Fragen zur seiner und Löws Zukunft beantwortete Bierhoff nicht: "Wir setzen uns nach dem Turnier zusammen und entscheiden, wie es weitergeht."

Ein positiver Turnierverlauf könnte sich nach Ansicht des Managers positiv auf die Entwicklung der deutschen Spieler auswirken:

"Ein Ausscheiden würde nicht alles in Frage stellen, da die Spieler ein sehr großes Potenzial haben. Ein positiver Ausgang des Turniers würde den jungen Spielern aber einen großen Schub in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Entwicklung geben."

Beckenbauer: Wir kommen weiter"

Franz Beckenbauer glaubt fest an letzeres.

"Ich bin sicher, wir kommen weiter", sagte der ehemalige DFB-Teamchef der "Bild": "Wir haben es gegen Ghana selbst in der Hand. Und unter Druck sind wir immer noch am stärksten."

Die Euphorie nach dem 4:0 zum Auftakt gegen Australien war dem 64-Jährigen "ohnehin etwas zu aufgedreht. Genauso wenig sollten wir jetzt in Panik verfallen".

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