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Holger Badstuber spielt bereits seit 2002 für Bayern München © getty

Miroslav Klose ist gegen Ghana gesperrt und muss ersetzt werden. Auch die Personalie Holger Badstuber wird heiß diskutiert.

Aus Südafrika berichtet Martin van de Flierdt

Centurion - Joachim Löw kommt ohnehin nicht drumherum.

Der Bundestrainer muss in der entscheidenden Gruppenpartie gegen Ghana (Mi., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) seine Mannschaft ändern.

Denn Miroslav Klose ist nach seiner gelb-roten Karte gegen Serbien gesperrt. Die Umbesetzung im Angriff dürfte kaum die einzige bleiben.

Denn Holger Badstuber erwischte in Port Elizabeth einen schwarzen Abend und legte mit seiner Vorstellung eine Neubesetzung der linken Abwehrseite nahe.

Allerdings erfuhr der Münchner im Vorfeld der verlorenen Laufduelle mit dem starken Milos Krasic auch nicht ausreichend Unterstützung von seinen Mitspielern.

Löw lässt sich Zeit

"Wir haben noch drei wichtige Trainingseinheiten. Es ist schwierig zu sagen, wie die Mannschaft gegen Ghana aussehen wird", hatte Löw bereits am Samstag gesagt. "Die Entscheidung, wer aufläuft, wird wohl erst am Dienstagabend fallen."

Franz Beckenbauer könnte es nachvollziehen, wenn Löw Badstuber ersetzen würde (Der WM-Spielplan):

"Holger Badstuber ist ein hervorragender Innenverteidiger. Auf der linken Seite hat er jedoch Probleme mit schnellen, quirligen Gegenspielern. Ob Jogi Löw gegen Ghana eine andere Lösung für die linke Seite wählt, ist seine Entscheidung."

Lattek hält zu Badstuber

SPORT1-Experte Udo Lattek würde an dem 21-Jährigen festhalten. "Es soll solche Spiele geben, wo einer mit dem anderen nicht zurechtkommt. Das ist anderen Nationalspieler, die älter sind, auch schon passiert", sagte der ehemalige Meistercoach.

"Ich würde Badstuber nicht rausnehmen, das gibt nämlich einen Knacks bei ihm. Es gibt auch keine Garantie dafür, dass die anderen besser sind."

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Lattek liegt damit auf einer Wellenlänge mit Philipp Lahm. Der Kapitän hatte geäußert, es gebe "keinen Grund, irgendwas zu ändern. Wir haben gegen die Serben ja in Unterzahl ordentlich dagegengehalten und sie teilweise sogar dominiert."

Lahm möchte rechts bleiben

Darin kam auch unüberhörbar der Wunsch zur Geltung, dass er selbst doch bitte nicht wieder auf die linke Seite verschoben werden möge.

Dann käme Jerome Boateng als Rechtsverteidiger ins Team, der im Spiel gegen die Mannschaft seines Halbbruders Kevin-Prince hoch-, hoffentlich aber nicht übermotiviert zur Sache ginge.

Wahrscheinlicher aber ist, dass Löw abwartet, wie sich Marcell Jansen im Training macht. Ist der Hamburger nach seinem ausgeheilten Syndesmosebandriss wieder wettkampffähig, gilt er als erste Wahl. Dennis Aogo und Boateng stünden als Alternativen bereit.

Strunz plädiert für radikale Umbesetzung

Thomas Strunz ist derweil der Ansicht, dass "die gesamte linke Seite neu besetzt werden muss".

"Ich würde Poldi vorn rein stellen. Da Badstuber kein offensiver Verteidiger ist, fehlt es in der Spielentwicklung", meinte der Europameister von 1996 im SPORT1-Doppelpass.

"Deswegen würde ich Dennis Aogo und Marcell Jansen einbauen, beide kennen sich gut vom HSV."

Dass Podolski dann als einzige Spitze fungiert, wäre zudem nicht zwangsläufig. Stellt Löw allerdings auf ein 4-4-2 um, müsste er Mesut Özil auf den Flügel setzen. Das dürfte er eher ungern tun (GAMES: Das WM-Tippspiel).

Cacau favorisiert

Bislang gilt der zuletzt formstarke Cacau als erster Anwärter auf die Vertretung Kloses. Denn Mario Gomez hat sich in seinen bisherigen Kurzeinsätzen nicht für die Startelf empfohlen.

Stefan Kießling erhielt seit seiner engagierten, aber glücklosen Vorstellung gegen Malta (3:0) keine Chance mehr. "Alle Spieler haben gezeigt, dass sie unbedingt spielen wollen, auch ein Stefan Kießling", sagt Teammanager Oliver Bierhoff:

"Ich sehe im Training weiter den Wettbewerbsgedanken. Es wird nicht nachgelassen."

Am Ende überrascht Löw womöglich mit einem 4-4-2 mit Podolski und Thomas Müller in vorderster Linie. Denkbar ist vieles. Zumindest bis Mittwoch.

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