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Arne Friedrich hat bereits 74 Länderspiele für Deutschland absolviert © getty

Dem DFB-Team droht in der WM-Vorrunde das Aus. Die Nationalspieler Arne Friedrich und Cacau lassen sich aber nicht einschüchtern.

Von Mathias Frohnapfel und Martin van de Flierdt

München/Centurion - Natürlich weiß Arne Friedrich ganz genau, was auf dem Spiel steht.

Der Nationalmannschaft droht die schlechteste WM-Endrunde aller Zeiten. Noch nie hat sich die DFB-Auswahl bereits nach der Vorrunde verabschieden müssen.

Doch bei einer Niederlage gegen Ghana (Mi., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) würde dieses Horrorszenario Realität.

"Es droht eine große Blamage, dass wir ausscheiden", stellte Friedrich daher am Montagmittag fest.

Mit furchterfüllten Blick präsentierte sich der Verteidiger während der DFB-Pressekonferenz im Teamquartier gleichwohl nicht.

"Kein Gedanke ans Ausscheiden"

Stattdessen wirkte Friedrich gelassen und sagte: "Ans Ausscheiden verschwenden wir keinen Gedanken, sondern konzentrieren uns jetzt ganz auf das Spiel gegen Ghana."

Die Partie am Mittwoch ist bereits das Endspiel in der Gruppe D. Nur mit einem Sieg erreicht Deutschland auf jeden Fall das Achtelfinale.

(SERVICE: Der WM-Rechner)

Auf den ersten Blick erscheint die Konstellation genau die Lage vor zwei Jahren zu spiegeln.

Vergleich mit 2008?

Damals musste Deutschland bei der EM Österreich schlagen, um nicht vorzeitig rauszufliegen.

Nur kein zweites Cordoba, keine zweite Pleite in einem wichtigen Spiel gegen den kleinen Nachbarn, diese Parole kreiste immer wieder im DFB-Team.

"Der Druck ist jetzt ähnlich groß", gab Friedrich zu. Ansonsten sei die Situation aber nicht vergleichbar.

Der Defensivspezialist ist in dieser Saison selbst Leid gewöhnt, als Spieler von Hertha BSC Berlin marschierte er schnurstracks von der Europa League in die Zweite Liga.

Routinier predigt Zuversicht

"Es war nicht leicht, den Schalter nach dem Abstieg umzulegen. Seitdem ich zur Nationalmannschaft gestoßen bin, ist mir das aber ganz gut gelungen", erklärte Friedrich.

Eine Fortsetzung bitterer Momente soll es jetzt auf keinen Fall geben:

"Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das Achtelfinale erreichen."

Der 31-Jährige selbst verspricht dafür leidenschaftlichen Einsatz - auf mögliche Gelbe Karten will er keine Rücksicht nehmen.

Vertrauen in die Abwehr

Über seinen eigenen Arbeitsbereich macht sich der Verteidiger trotz der Abstimmungsprobleme beim Treffer der Serben keine Sorgen.

"Die Abwehr ist kein Sicherheitsproblem", stellte Friedrich fest.

"Wir haben bisher nur ein Tor kassiert. Wir müssen den Gegner unter Druck setzen und Mittelfeld und Abwehr müssen die Räume eng machen, dann können wir Ghana schlagen."

Von einem Sieg Deutschlands am Mittwoch hängt auch die Zukunft von Bundestrainer Joachim Löw ab.

Was passiert im Fall-X mit Löw?

Ein Thema, das Friedrich bewusst nicht besonders aufbauschen wollte: "Keiner geht von uns in das Spiel und denkt daran, das Spiel für den Trainer zu entscheiden. Jeder weiß, dass wir mit ihm sehr gern mit ihm zusammenarbeiten."

Dann gab der Routinier doch etwas Einblick ins Innenleben des Teams, das jetzt seine Qualität beweisen muss. Alle, beteuerte Friedrich, seien "sehr konzentriert".

Bundestrainer Löw lebt die optimistische Grundstimmung vor. "Er zweifelt keine Sekunde an uns", sagte Friedrich. (Der WM-Spielplan).

Cacau schaut auf den Trainer

Auch Stürmer Cacau, der als Ersatz für den gesperrten Miroslav Klose gehandelt wird, erlebt Löw trotz der schwierigen Situation "ruhig und locker".

"Er macht einen sehr konzentrierten Eindruck. Wir können auf den Trainer schauen, mit welchem Mut und welcher Überzeugung er auftritt", meinte der Stuttgarter.

Zu seiner eigenen Rolle als möglicher Klose-Ersatz sagte Cacau:

"Wenn ich die Möglichkeit bekomme zu spielen, werde ich versuchen der Mannschaft mit meinen Stärken - Schnelligkeit, Ballbehandlung und Torschuss - zu helfen."

"Wir haben trotzdem Spaß"

Für Cacau und die übrigen Nationalspieler geht es nun darum ein Makel zu vermeiden, das ihnen die ganze Karriere anhaften blieb: das erste WM-Vorrunden-Aus einer deutschen Mannschaft.

Im Team hat Cacau trotz der brenzligen Lage jedenfalls "keine Veränderung" bemerkt:

"Jeder ist konzentriert, wir haben aber trotzdem Spaß. Es gibt eine große Zuversicht, dass wir das Spiel gewinnen."

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