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Kevin-Prince Boateng spielte bis zur U 21 für die deutschen Nationalteams © getty

Kevin-Prince Boateng gießt vor dem Duell gegen Deutschland Öl ins Feuer und erklärt, einen Sieg Ghanas mit einem Tanz zu feiern.

Johannesburg/Sun City - Achtung, Explosionsgefahr! Kevin-Prince Boateng gießt vor dem Gruppenfinale zwischen Ghana und der deutschen Nationalmannschaft in Johannesburg am Mittwoch (Mi., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) Öl ins Feuer.

"Mir ist es egal, ob Deutschland rausfliegt. Nach einem Tor machen wir ein schönes Tänzchen für die deutschen Kollegen. Wir spielen auf Sieg, wollen weiterkommen", sagte der in Berlin geborene Ghanaer vor dem Duell gegen sein Heimatland der "Sport Bild".

Bislang hatte Boateng beim Turnier nicht mit den Medien gesprochen, nun pflegt er über das quasi zu seinem Verkündungsorgan gewordenen Blatt doch wieder sein Image als Provokateur.

Nach dem bösen und folgenschweren Tritt gegen DFB-Kapitän Michael Ballack im FA-Cup-Finale Mitte Mai 237577(die Bilder), packte der Profi von Premier-League-Klub FC Portsmouth die verbale Grätsche aus.

"Name durch den Dreck gezogen"

"Ich bin Stammspieler bei einer WM. Die deutschen Funktionäre, die mich permanent kritisiert haben, können mir jetzt gerne bei der WM zuschauen und mich beurteilen", sagte der Mittelfeldspieler.

"Vielleicht kommen sie irgendwann zur Ansicht, dass auch sie etwas falsch gemacht haben im Umgang mit mir. Es war die richtige Entscheidung, nach Ghana zu gehen."

Auch Vater Prince meldete sich noch einmal zu Wort: "Mein Sohn ist kein Monster. Das ist ein Männersport. Unser Name wurde durch den Dreck gezogen."

Mahnung vom Coach

Ghanas Coach Milovan Rajevac hatte noch am Montag ein "psychologisches Gespräch" mit dem 23-Jährigen angekündigt, damit sich Boateng im entscheidenden Spiel gegen Deutschland alleine auf das sportliche Geschehen konzentriert.

"Er darf auf die Provokationen der Deutschen nicht eingehen. Er soll einfach Fußball spielen und frei im Kopf sein", sagte Rajevac.

Er ahnte wohl nicht, dass die Aussagen Boatengs da schon in Druck waren.

Afrikas größte Hoffnung

Entscheidend ist aber ohnehin auf dem Platz. Und da hat Boateng und ein Großteil der Black Stars bislang zu überzeugen gewusst.

Zwar reichte es nach dem 1:0-Auftakterfolg gegen Serbien im zweiten Spiel gegen Australien nur zu einem 1:1, dennoch weckte Ghana als bislang einziges afrikanisches Team Hoffnungen auf eine erfolgreiche WM.

"Ghana ist bei der WM Afrikas letzte richtige Hoffnung", sagte auch Bundestrainer Joachim Löw (Der WM-Spielplan).

Heimspiel für Ghana

Deshalb werden am Mittwoch nicht nur fast alle der rund 90.000 Fans im Soccer-City-Stadion wie eine Wand hinter Ghana stehen, Daumen drücken werden auch die rund eine Milliarde Einwohner des Schwarzen Kontinents (SERVICE: Der WM-Rechner).

"Für uns wird das ein Heimspiel. Wir wollen unbedingt gewinnen und nicht nur Ghana, sondern ganz Afrika stolz machen", sagte auch Angreifer Asamoah Gyan, der die beiden WM-Treffer der Ghanaer erzielte.

"Deutsche Achse" bei Ghana

Coach Rajevac setzt nicht nur auf Goalgetter Gyan, sondern vor allem auf seine "deutsche Achse".

Der Neu-Ghanaer Boateng, die beiden Hoffenheim-Profis Isaac Vorsah und Prince Tagoe sowie der Leverkusener Außenverteidiger Hans Sarpei kennen die deutschen Gegenspieler aus dem Effeff.

"Natürlich werde ich mit ihnen vor dem Spiel gegen Deutschland sprechen, denn sie haben ja schon oft gegen sie gespielt", sagte Rajevac, der den Vizeeuropameister mit der "deutschen Mentalität" in die Knie zwingen will.

Yeboah prophezeit deutsches Aus

Diese Taktik unterstützt auch der ehemalige Bundesliga-Star Anthony Yeboah.

Der frühere Frankfurter Profi ist ohnehin der festen Überzeugung, dass die WM-Endrunde in Südafrika für die deutsche Nationalmannschaft nach dem Duell mit seinen ghanaischen Landsleuten beendet sein wird.

"Wir haben die deutsche Mentalität in unserem Team. Das wird uns sehr helfen. Wir gewinnen 2:0 gegen Deutschland. Und dann wird es sicher ein großes Fest in Ghana geben. Die Regierung würde jedem Ghanaer zwei Tage Urlaub geben", sagte Yeboah.

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