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Hansi Flick (l.) arbeitet seit 2006 als Co-Trainer von Jogi Löw © getty

Für die angeschlagenen DFB-Akteure wird ein Einsatz im WM-Achtelfinale gegen England am Sonntag zum Wettlauf gegen die Zeit.

Von Mathias Frohnapfel und Martin van de Flierdt

München/Centurion - Bundestrainer Joachim Löw bangt vor dem Achtelfinal-Schlager gegen England (So., ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) weiter um die angeschlagenen Bastian Schweinsteiger und Jerome Boateng.

"Das wird schon sehr schwer, die Entscheidung fällt sicher erst kurzfristig. Die Tage sind sehr kurz", sagte Löw dem Kölner "Express".

Bei Spielmacher Mesut Özil konnte Assistent Hansi Flick vor dem Duell der deutschen Nationalmannschaft gegen den Erzrivalen dagegen Entwarnung geben.

"Jerome hat eine Verhärtung in der Wade, bei Bastian ist es die Oberschenkelrückseite. Bei beiden wird es kritisch", sagte Flick am Tag nach dem 1:0 gegen Ghana im entscheidenden Vorrundenspiel.

Entwarnung bei Özil

Schweinsteiger und Boateng nahmen am Donnerstag auch nicht am Regenerationstraining teil, sondern mussten behandelt werden.

Flick weiß um die Bedeutung Schweinsteigers. "Wir sind guter Dinge, dass er rechtzeitig fit wird", sagte er und schränkte zugleich sein:

"Es kann aber auch sein, dass er ausfällt für dieses Spiel. Das wäre natürlich schlecht für uns, weil er unser Motor im Spiel ist."

Bei Özil, der in der Schlussphase umgekickt war, ist der Einsatz gegen England dagegen nicht gefährdet.

254003(DIASHOW: Die Bilder des Spiels).

"Ich habe mit ihm gesprochen. Bei ihm ist alles in Ordnung, er hat keine Schmerzen", berichtete Flick. Der Siegtorschütze nahm am Donnerstag auch am Training der DFB-Auswahl teil.

Erleichterung pur

Am Tag nach dem Erfolg über Ghana war Flick anzumerken, wie sehr er über das Erreichen der Runde der letzten 16 erleichtert war.

"Wir sind alle froh, dass wir das Achtelfinale geschafft haben. Letztlich sind wir verdient weiterkommen", stellte er fest.

Eine zusätzliche Belohnung für das deutsche Team gab es, als die Mannschaft spätnachts das Teamhotel erreichte: Ein Riesenfeuerwerk empfing die DFB-Truppe.

Mertesacker nervös

Die Nervosität war spätestens in diesem Moment ganz von den Spielern gewichen.

Vorher hatte Flick auf dem Rasen in Johannesburg schon eine gewisse Anspannung wahrgenommen, die sich mitunter auch bei Per Mertesacker spiegelte.

253922(DIASHOW: DFB-Elf in der Einzelkritik)

Womöglich ist der Innenverteidiger auch ein wenig Opfer der Marschroute geworden "mutig nach vorne zu spielen".

Flick beobachtete da kritisch "etwas zu viel Risiko". Zugleich nahm er den Bremer Profi in Schutz: "Nach 65 Spielen im Nationalteam gestehen wir ihm auch mal so eine Partie zu."

Doch es haperte nicht nur bei Mertesacker, alle Mannschaftsteile hätten Problemen besessen, wie Innenverteidiger Arne Friedrich am Donnerstagmittag in der Presserunde einräumte.

"Kein gutes Spiel"

"Wir haben kein gutes Spiel gemacht", meinte der 31-Jährige selbstkritisch.

Ähnlich äußerte sich auch Manuel Neuer.

"Wir wissen, dass wir nicht unser bestes Spiel gemacht haben. Aber zum Glück hat Mesut das Tor gemacht. Wir wissen, dass wir eine Leistungssteigerung brauchen", sagt der Nationalkeeper.

Seine eigene starke Leistung wollte Neuer nicht in den Blickpunkt rücken und meinte zur Glanzparade gegen Kwadwo Asamoah lapidar: "Es war wichtig, dass ich den Ball halte."

Außerdem hätte die ganze Mannschaft zusammen das Spiel gewonnen. Daher soll man aus seiner Sicht nicht alles auf das Siegtor von Mesut Özil und seine eigene gute Aktion reduzieren.

England in der Favoritenrolle?

Mit Blick auf den nächsten Gegner England zeigte sich Neuer auch für ein mögliches Elfmeterschießen emotional gerüstet.

"Der Torhüter kann nur gewinnen", sagte er mit einem Augenzwinkern.

(Der WM-Spielplan)

Und Teamkollege Friedrich wies schon den Kontrahenten von der Insel die Favoritenrolle zu.

"Sie sind von den Namen her im Vorteil", meinte er, ehe er ergänzte: "Ich bin aber überzeugt, dass wir die Engländer schlagen".

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