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Bastian Schweinsteiger zog sich seine Verletzung im Vorrundenspiel gegen Ghana zu © getty

Löw ist im Hinblick auf das Spiel gegen England skeptisch. Ein ehemaliger DFB-Physiotherapeut glaubt nicht an eine Genesung.

Von Martin Volkmar und Martin van de Flierdt

München/Centurion - Ein Einsatz von Bastian Schweinsteiger im WM-Achtelfinale gegen England wird immer unwahrscheinlicher.

Auch beim an einer Wadenverhärtung laborierende Jerome Boateng sieht es so aus, als könnte er bis zum Spiel am am Sonntag (ab 15.30 Uhr im LIVE-Ticker) nicht rechtzeitig fit werden.

"Es steht hinter beiden Spielern ein ganz großes Fragezeichen. Wir können nicht mit Bestimmtheit sagen, ob einer von beiden überhaupt auflaufen kann", sagte Bundestrainer Joachim Löw am Freitag im DFB-Teamquartier.

Die Muskelverhärtung im linken Oberschenkel, die Schweinsteiger beim 1:0 gegen Ghana erlitten hat, ist hartnäckiger als erhofft (Der WM-Spielplan).

"Wir müssen von Tag zu Tag sehen. Im Moment ist es äußerst fraglich, ob beide am Sonntag zu hundert Prozent einsatzfähig sind. Mit 90 Prozent wird es nicht reichen", erklärte Löw.

"Es wird sehr knapp"

Sowohl Schweinsteiger als auch Boateng werden am Freitag nicht mit der Mannschaft trainieren können.

Noch pessimistischer ist die Diagnose des früheren DFB-Physiotherapeuten Oliver Schmidtlein. "Ich bin, was seinen Einsatz gegen England betrifft, sehr skeptisch", sagte er der "tz" 254003(DIASHOW: Die Bilder des Spiels).

Zwar sei es durchaus möglich, dass die verhärtete Muskulatur durch die medizinische Behandlung rund um die Uhr entspannt werden könne.

"Wenn kein Muskelfaserriss vorliegt oder eine sonstige strukturelle Verletzung, ist das in wenigen Tagen in den Griff zu bekommen", erklärte Schmitdtlein.

"Gesund, aber nicht fit"

"Das Problem ist, dass er wegen der Verletzung und der Behandlung vermutlich keine Sekunde normal trainieren kann. Es kann also gut sein, dass Schweini bis Sonntag zwar gesund, aber trotzdem nicht fit ist."

Schweinsteiger war in der 81. Minute ausgewechselt worden und hatte das Stadion in Johannesburg später humpelnd und schweigend verlassen.

In der Nacht wurden die Schmerzen dann stärker, immerhin konnte der 25-Jährige am Donnerstag ein leichtes Lauftraining absolvieren.

"Gut, dass er rausgegangen ist, sonst hätte es ein Muskelfaserriss werden können", sagte Löw. "Aber es besteht Hoffnung."

Löw lobt Kroos

Klar ist bereits, dass Toni Kroos Schweinsteiger im defensiven Mittelfeld wie in den Schlussminuten gegen Ghana ersetzen würde. Löw startete bereits am Freitag den moralischen Aufbau von Kroos.

"Toni hat Selbstvertrauen. Nach seiner Einwechslung gegen Ghana hat er gezeigt, dass er da ist", sagte Löw: "Bei ihm hatte ich nie das Gefühl, dass er nervös werden könnte."

Für Boateng dürfte wohl Marcell Jansen erstmals bei der WM in der Startelf stehen, aber auch Holger Badstuber macht sich noch Hoffnungen auf ein Comeback 253922(DIASHOW: DFB-Elf in der Einzelkritik).

Zudem wird aller Voraussicht nach Miroslav Klose als einzige Sturmspitze wieder Cacau ablösen. Allerdings will Löw sich erst nach den letzten Trainingseinheiten endgültig entscheiden.

Vertragsverlängerung weiter kein Thema

A propos Entscheidung: Auch nach dem Einzug ins Achtelfinale gibt es nichts Neues in Sachen Vertragsverlängerung als Bundestrainer nach der WM.

"Es gibt keinen Anlass, dass ich mich jetzt während der WM dazu äußere", bekräftigte Löw erneut (GAMES: Das WM-Tippspiel).

"Es bleibt dabei, dass wir nach dem Turnier reden - wann immer das sein wird."

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