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Bastian Schweinsteiger bestritt bisher 77 Spiele für Deutschland © getty

Beide absolvieren beim Abschlusstraining nur ein "reduziertes Programm", sind aber einsatzbereit fürs Achtelfinale gegen England.

Aus Südafrika berichtet Martin van de Flierdt

Bloemfontein - "Es sieht gut aus", hatte Oliver Bierhoff am Samstagmorgen gesagt.

Und der DFB-Teammanager hat Recht behalten.

Bastian Schweinsteiger und Jerome Boateng stehen in der deutschen Startelf im WM-Achtelfinale gegen England (ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER).

"Schweinsteiger und Boateng können spielen", sagte Bierhoff bei "Sky".

"Beide haben gestern die komplette Trainingseinheit mitgemacht, sind in die Zweikämpfe gegangen. Wir gehen davon aus, dass beide 90 Minuten durchhalten."

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Im Abschlusstraining in der A-Elf

Dass Schweinsteiger beim abschließenden Trainingsspiel ein Leibchen zugeteilt bekommen hatte, war schon als wichtiges Indiz gewertet worden, dass er auflaufen wird.

Bundestorwarttrainer Andreas Köpke wollte Bierhoffs Optimismus am Samstagabend allerdings noch nicht komplett teilen.

Schweinsteiger und Boateng hätten nur ein "reduziertes Programm" absolviert, erklärte er.

Über einen Einsatz "werden wir erst vor dem Spiel nach Rücksprache mit den Ärzten entscheiden".

Als Voraussetzung für ein Auflaufen der beiden angeschlagenen Spieler hatte Bierhoff am Samstagvormittag noch angeführt, dass sie "zu 100 Prozent fit sein müssen".

Erleichterung groß

Dies ist offenkundig der Fall - entsprechend groß dürfte die Erleichterung in der DFB-Auswahl sein.

"Wir können Schweini nicht eins zu eins ersetzen", hatte Thomas Müller im SPORT1-Interview zugegeben.

"Er bringt mit seiner Klasse und Erfahrung viel Ruhe ins Spiel und hat auch in der Defensive ein sehr gutes Auge."

Gerade Letzteres würde der deutschen Mannschaft gut zu Gesicht stehen, wenn es gilt, die englische Schaltzentrale mit Steven Gerrard und Frank Lampard lahmzulegen.

Khedira "droht" bei Ausfall Chefrolle

Sollte Schweinsteiger aber während des Spiels nicht mehr weitermachen können, müsste Sami Khedira die Chefrolle übernehmen.

"Wenn Bastian ausfällt, wäre das natürlich ein enormer Verlust", räumte der Stuttgarter im Gespräch mit SPORT1 ein.

"Ich bin mir dessen bewusst, dass ich dann mehr Verantwortung übernehmen muss."

Denn mit seinen gerade acht Länderspielen wird er dann vermutlich Nebenmann Toni Kroos anleiten müssen.

"Ich hatte bei seiner Einwechslung gegen Ghana nie das Gefühl, dass er nervös war", lobte Bundestrainer Joachim Löw den 20-Jährigen.

"Er hat seine Sache sehr gut gemacht. Toni ist technisch sehr stark, ich traue ihm die Aufgabe auf jeden Fall zu."

Kroos wäre bereit

Kroos selbst hatte sich im SPORT1-Interview bereits selbstbewusst gegeben: "Ich bin bereit."

In jedem Fall fühlr sich die deutsche Mannschaft für die Briten gut gewappnet:

"Wir haben schon Respekt vor der Mannschaft und den Einzelspielern. Aber wir brauchen uns auf keinen Fall zu verstecken, weil wir bislang mindestens genauso gut gespielt haben", meinte Khedira.

Er sieht daher auch nichts, was die These stützt, dass die deutsche Mannschaft den Briten lieber aus dem Weg gegangen wäre.

"Man kann sich den Gegner eh nicht aussuchen. Unser Ziel ist es, den Titel zu holen. Wenn man ganz oben stehen will, muss man die besten Mannschaften schlagen", sagte er.

"Und meines Erachtens ist England eine der besten Mannschaften des Turniers. Das wird eine echte Prüfung."

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Deutschland: 1 Neuer - 16 Lahm, 17 Mertesacker, 3 Friedrich, 20 Boateng - 6 Khedira, 7 Schweinsteiger - 13 Müller, 8 Özil, 10 Podolski - 11 Klose

England: 1 D. James - 2 G. Johnson, 6 Terry, 15 Upson, 3 A. Cole - 8 Lampard, 14 Barry - 16 Milner, 4 Gerrard - 19 Defoe, 10 Rooney

Schiedsrichter: Jorge Larrionda (Uruguay)

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