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Lukas Podolski (l.) und Miroslav Klose haben gegen England je ein Tor erzielt © getty

Vor der WM massiv in der Kritik - jetzt trumpfen Klose und Podolski groß auf. Beide überzeugen beim Sieg gegen England.

Bloemfontein - Miroslav Klose und Lukas Podolski haben im Achtelfinale gegen England ein neues unglaubliches Kapitel ihrer total verrückten WM geschrieben (die 255871Bilder).

Klose mit dem zwölften WM-Tor (20.) im 99. Länderspiel und "Poldi" mit seinem 40. Treffer im DFB-Dress (32.) schossen Deutschland beim 4:1 (2:1) auf die Siegerstraße - und sich selbst wieder aus dem Tal.

"Wir haben ein super Spiel gemacht und verdient gewonnen. In den K.o.-Spielen sind die Deutschen immer da - das haben auch wir wieder gezeigt" sagte Podolski.

"Aber wir müssen jetzt ruhig bleiben, weiter arbeiten und uns vernünftig auf den nächsten Gegner vorbereiten."

Klose rechtfertigt Nominierung

Klose ergänzte: "Ich habe immer wieder betont, dass wir eine Klassemannschaft haben. Das hat mir heute sehr imponiert. Unser Ziel bleibt das Halbfinale und das wollen wir auch erreichen."

Der Turnierverlauf des deutschen Sommermärchen-Sturms gleicht einem Ritt auf der Rasierklinge - Abstürze inklusive.

Bei der Gala zum Auftakt gegen Australien ebnete Podolski mit seinem Treffer zum 1:0 den Weg zum Sieg. Klose ließ das 2:0 folgen und rechtfertigte so seine zuvor umstrittene Nominierung für die Startelf.

Poldi und Klose als Sündenbock

Der Bayern-Profi schien nach einer enttäuschenden Saison auf dem besten Weg zurück zu alter Stärke - und peilte sogar schon den WM-Rekord des Brasilianers Ronaldo (15 Treffer) an.

Doch dann kam der Nackenschlag mit der unnötigen Gelb-Roten Karte gegen Serbien. Deutschland verlor 0:1, stand vor dem Vorrunden-Aus.

Und Klose war der Sündenbock - zusammen mit Podolski. Denn der hatte in Unterzahl einen Handelfmeter verschossen und so versäumt, wenigstens einen Punkt zu retten.

Harte Kritik

"Erst ist man eben der Held, dann wieder der Depp", sagte Podolski - und beschrieb damit auch die Lage von Kumpel Klose treffend.

Der musste sich nach seinem Platzverweis, dem erst siebten eines Deutschen bei einer WM, böse Kritik anhören.

Und Klose musste sich fragen, ob sein 98. Länderspiel nicht vielleicht sein letztes gewesen sein könnte. Zumindest bei einer WM.

Doch ohne Klose und mit einem unauffälligen Podolski kam der DFB gegen Ghana noch in die K.o.-Runde - und die verrückte WM-Story des Duetts konnte eine erneut irre Fortsetzung finden.

Klose zieht mit Pele gleich

"Wir waren von der ersten Minute an im Spiel", sagte Klose - vor allem er.

Klose nahm einen Abschlag von Torwart Manuel Neuer auf, ließ den schläfrigen Gegenspieler Matthew Upson stehen und spitzelte den Ball ins Tor (255870DIASHOW: Einzelkritik).

Sein zwölfter WM-Treffer brachte ihn auf Rang vier der ewigen Torjägerliste - gemeinsam mit Brasiliens Legende Pele.

"Ich habe bei meinem Tor spekuliert, der Ball fliegt manchmal etwas komisch - und dann habe ich den langen Ball einfach gut umgesetzt", sagte Klose.

Podolskis Tor leitete Klose mit feinem Pass auf Vorlagengeber Thomas Müller ein. Kurz darauf spielte er, jetzt völlig aufgedreht, Upson und Gareth Barry auf einem Bierdeckel aus, scheiterte aber im Abschluss.

Müller entscheidet das Spiel

In der zweiten Halbzeit hatten beide Stürmer kaum mehr Szenen, weil die Engländer nun Deutschland immer tiefer in die eigene Hälfte drückten.

Klose rutschte nach einer guten Stunde an einem Schuss von Schweinsteiger vorbei - das war's.

Nach 72 Minuten war Schluss für ihn, sein Münchner Kollege Mario Gomez kam ins Spiel.

Thomas Müller hatte das zwischenzeitlich enge Spiel da bereits mit seinen beiden Toren entschieden (67./70.) - und Klose darf sich nun auf sein 100. Länderspiel freuen - am Samstag im Viertelfinale in Kapstadt. Gemeinsam mit seinem Partner Podolski.

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