vergrößernverkleinern
Im September 2009 gab Sami Khedira gegen Südafrika sein Nationalmannschaftsdebüt © getty

Khedira ist nach dem Sieg über England sehr zufrieden. Bei SPORT1 spricht er über das aberkannte Tor, Müller und Argentinien.

Aus Südafrika berichtet Martin van de Flierdt

Sami Khedira steht mit der deutschen Nationalmannschaft nach dem überragenden 4:1-Erfolg über England im WM-Viertelfinale gegen Argentinien.

Mit der Mannschaftsleistung zeigt er sich sehr zufrieden.

Zusammen mit Bastian Schweinsteiger machte er erneut das Mittelfeld dicht und steuerte seinen Anteil zum Sieg bei (die 255871Bilder).

Im SPORT1-Interview spricht Khedira über das Spiel gegen England, die Mannschaftskollegen Miroslav Klose und Thomas Müller, den nicht anerkannten Treffer von Frank Lampard und den kommenden Viertelfinal-Gegner Argentinien.

SPORT1: Herr Khedira, für den Beobachter war das Spiel gegen England das reine Vergnügen. Wie war es für Sie?

Sami Khedira: Uns hat's Spaß gemacht, weil wir die richtige Einstellung an den Tag gelegt haben. Wir haben aggressiv gespielt, aus einer guten Ordnung heraus. Und dass wir mit dem Ball umgehen können, hatten wir ja vorher schon unter Beweis gestellt.

SPORT1: Miroslav Klose hat sich enorm ins Zeug gelegt und das 1:0 gemacht. Hatten Sie den Eindruck, er wollte nach der Gelb-Roten Karte gegen Serbien etwas gutmachen?

Khedira: Miro wurde nach dem Serbien-Spiel extrem hart kritisiert. Aber wenn man ihn in der Mannschaft erlebt, ist er ein hervorragender Sportsmann und ganz toller Fußballer, der nur das Beste für seine Mannschaft will. Er hatte sich ja für den Platzverweis auch entschuldigt. Wir sind ein Team und halten alle zusammen. Das war auch für den Sieg gegen England Ausschlag gebend, zu dem Miro natürlich einen ordentlichen Teil beigesteuert hat.

SPORT1: Nach dem 2:0 hat die deutsche Mannschaft die Zügel etwas schleifen lassen. Waren Sie sich des Erfolgs schon zu sicher?

[image id="e9c2dcf1-65bb-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Khedira: Dass man einen Gegner wie England nicht über 90 Minuten ausschalten kann, ist doch völlig klar. Wir haben bei einer Standardsituation vor dem 2:1 kurz nicht aufgepasst. Danach hatten die Engländer fünf Minuten, in denen sie gedrängt haben. Dann haben wir gut dagegen gehalten und in der zweiten Halbzeit unsere fußballerische Klasse ausgespielt.

SPORT1: In diesen fünf Minuten fiel aber noch ein zweites englisches Tor. Haben Sie auf dem Platz realisiert, dass Frank Lampards Schuss hinter der Linie aufgesprungen ist?

Khedira: Genau gesehen habe ich es nicht, aber vom Gefühl her hätte ich sofort gesagt, dass das Ding drin war. Das war ja schon deutlich. Aber so ist eben Fußball, es geht alles sehr schnell. Mal ist das von Nachteil, diesmal eben von Vorteil.

SPORT1: Sehen Sie darin einen Ausgleich für das Wembley-Tor von 1966?

Khedira: Das sehe ich überhaupt nicht so. Natürlich wird jetzt wieder viel geschrieben. Aber für mich persönlich spielt das keine Rolle.

SPORT1: Hat sich die Mannschaft nach der Pause bewusst so weit zurückgezogen, um dann blitzartig kontern zu können?

Khedira: Es war schon in der ersten Halbzeit so, dass wir versucht haben, eng zu stehen. Wir wussten, dass die Engländer dann Probleme bekommen würden. Und in der zweiten Halbzeit mussten sie aufgrund des Rückstands noch mehr kommen. Wir mussten einfach nur geduldig spielen und dann mit großem Tempo und Passsicherheit vorne zuschlagen. Das haben wir dann auch in die Tat umgesetzt.

SPORT1: Staunen Sie noch, wenn Sie Thomas Müllers Kaltschnäuzigkeit vor des Gegners Tor erleben?

Khedira: Nein. Trotz seines jungen Alters ist er schon sehr abgezockt, wenn sich ihm eine Chance bietet. Das hilft uns schon sehr weiter.

SPORT1: Mit der Art und Weise des Erfolgs hat sich die deutsche Mannschaft in den engsten Kreis der Favoriten zurückgeschossen. Oder sehen Sie das anders?

Khedira: Wir lassen uns durch diesen Erfolg nicht aus der Bahn bringen oder irgendetwas einreden. Wir wissen, dass es im nächsten Spiel bedeutend schwieriger wird. Es hat uns nicht beunruhigt, dass wir gegen Serbien und Ghana kritisiert wurden. Und wir werden auch jetzt nicht nervös, weil wir immer wussten, was wir leisten können.

SPORT1: Nun geht es gegen Argentinien. Dabei werden Sie es oft mit Lionel Messi zu tun bekommen, weil er über Ihre Position kommt.

Khedira: Da war gegen England ja bei Rooney schon genau so. Wichtig ist, dass man sich gut darauf einstellt und untereinander abspricht, dann klappt das auch.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel