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Sie halten zusammen: Angeführt von Lahm eilt die deutsche Mannschaft weiter © getty

Trotz einiger freier Stunden: Von Abschalten kann im DFB-Lager keine Rede sein. Die Gedanken kreisen schon um das Viertelfinale.

Von Daniel Rathjen und Martin van de Flierdt

Centurion/München - Es ist die Stärke und es verleiht gleichzeitig Schwung und Zuversicht:

Das Kollektiv macht die deutsche Nationalmannschaft stark.

"Wir sind eine Einheit", betonte auch Stürmer Miroslav Klose, der das DFB-Team im Achtelfinale gegen England mit seinem Tor zum 1:0 auf die richtige Bahn lenkte

(die 255871Bilder).

Bei der Pressekonferenz am Montag im Teamquartier der Crew von Bundestrainer Joachim Löw in Erasmia wurde nochmals deutlich, dass der Siegeswille durch den Einzug ins Viertelfinale gewachsen ist.

Die Gedanken kreisen nun um das Spiel gegen Argentinien am Samstag.

"Genug Qualität, Argentinien zu schlagen"

"Wir haben genug Qualität, um Argentinien schlagen zu können", fügte Klose an.

Auch Abwehrspieler Arne Friedrich strotzt vor Optimismus: "Argentinien ist eine Weltklassemannschaft, aber wir haben gezeigt, dass wir uns vor keinem verstecken müssen", sagte er.

Die Stimmung im "Velmore Grand" ist nach dem rauschenden 4:1 gegen die "Three Lions" vorzüglich.

Empfang mit Feuertonnen

Nach der Rückkehr aus Bloemfontein ins Mannschaftshotel am Sonntagabend durften die Spieler "nochmal anstoßen", wie Philipp Lahm beschrieb.

Die Spieler genossen aber nur kurz bei Schnitzeln, einigen Gläsern Wein oder Bier ihren Triumph, ehe sie gegen Mitternacht todmüde ins Bett fielen.

Feuertonnen als Symbol des Glücks und riesige Bildschirme im Freien, auf denen die Tore von Thomas Müller, Lukas Podolski und Miroslav Klose in einer Dauerschleife gezeigt wurden, waren am Hoteleingang aufgebaut worden.

Lahm bremst

Kapitän Lahm ist ob der gesammelten Eindrücke regelrecht euphorisiert. "Wir wissen, dass wir mit dieser Mannschaft noch sehr viel erreichen können."

Gleichzeitig warnte er jedoch auch vor zu viel Überschwang: "Die Mannschaft ist immer noch in der Entwicklung."

Die Favoritenrolle auf den WM-Titel schieben die Akteure daher noch weit von sich.

"Wir werden jetzt gut regenerieren, gut schlafen, gut essen - und uns dann auf den nächsten Gegner vorbereiten", fasste Lukas Podolski das Programm bis zum Viertelfinale zusammen.

Frei bis Dienstagabend

Zunächst aber bekam das Team vom Bundestrainer nach der Vormittagseinheit frei bis zum späten Dienstagabend.

Es scheint, als könne das Team momentan rein gar nichts erschüttern.

Coach Löw hat es geschafft, aus einer Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern eine Einheit zu formen.

Zusätzliche Kraft gibt der Zuspruch aus der Heimat. Die Sympathie der Nation ist Lahm und Co. sicher.

Das zusammen ergibt, wie Klose es nennt, die "richtige Mischung".

Löw: "Hart arbeiten"

"Ich spüre bei den Spielern die Überzeugung und den Mut", sagte Löw, um hinterzuschieben:

"Wir müssen nun wieder ganz hart arbeiten, denn die nächsten Gegner werden ja noch schwieriger", sagte der Bundestrainer.

Und Sami Khedira äußerte: "Wir können auch Argentinien schlagen, wenn wir wieder so stark als Kollektiv auftreten."

Shootingstar Thomas Müller verdeutlichte mit dem Selbstbewusstsein eines Siegertypen ebenfalls, dass der Weg am Kap noch nicht beendet ist.

"Wir müssen auch noch die anderen Spiele gewinnen, wir sind ja hier, um Weltmeister zu werden", sagte der Doppel-Torschütze gegen England.

Argentinier haben Respekt

Diese Kühnheit - gepaart mit dem Kollektiv - ist es wohl auch, die beim nächsten Gegner Respekt hervorruft.

Die Argentinier, die für die Viertelfinalniederlage bei der WM 2006 gegen den damaligen Gastgeber (2:4 im Elfmeterschießen) auf Rache sinnen, zeigten sich beeindruckt vom neuen deutschen Jugendstil.

"Deutschland ist eine ganz andere Mannschaft als Mexiko, viel stärker", urteilte der argentinische Nationalcoach Maradona.

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