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Rawschan Irmatow (l.) ließ sich bei der WM auch von Wayne Rooney nichts sagen © getty

Schiedsrichter Rawschan Irmatow soll im hitzigen Gefecht zwischen Deutschland und Argentinien einen kühlen Kopf bewahren.

Johannesburg - Er steht vor der schwersten Aufgabe seines Lebens, doch Rawschan Irmatow nimmt es leicht.

Der Schiedsrichter aus Usbekistan soll im WM-Viertelfinale verhindern, dass Deutsche und Argentinier aufeinander losgehen wie 2006 bei den skandalösen Szenen in Berlin. 257306(DIASHOW: Deutschland - Argentinien: Die Keilerei von Berlin)

Von Nervosität ist bei Asiens "Schiedsrichter des Jahres" keine Spur.

"Wir pfeifen ja nicht zum ersten Mal. Wir sind eine solche Atmosphäre gewöhnt und werden einfach unseren Job erledigen", sagte der 32-Jährige.

Markus Merk als Vorbild

Bereits vor dem Eröffnungsspiel hatte es erhebliche Bedenken gegen den Usbeken gegeben, doch Irmatow, der unter anderem Markus Merk als Vorbild angibt, wischte mit seiner starken Leistung alle Zweifel beiseite.

"Ich gebe einfach in jedem Spiel mein Bestes - das ist meine Einstellung", sagte er.

Der 1,83 m große Mann aus Taschkent war international vor der WM-Endrunde kaum in Erscheinung getreten. Doch in Südafrika gehört Irmatow zu den großen Gewinnern und leitet mit dem Viertelfinale am Samstag bereits seine vierte Partie bei der WM.

Während namhafte Kollegen in Serie patzten, war der Nobody sicher in der Beurteilung, konsequent in der Auslegung und klar in der Gestik. (FIFA denkt über technische Hilfsmittel nach)

Begegnung mit einem Manchester-Star

Seinen bedeutungsvollsten Auftritt vor dem WM-Eröffnungsspiel hatte er im Dezember 2008 gehabt, als er vor 69.000 Zuschauern in Yokohama das Finale der Klub-WM zwischen Manchester United und LD Quito aus Ekuador (1:0) leiten durfte.

Irmatow griff beherzt durch und zeigte keine Angst vor großen Namen.

Uniteds Starverteidiger Nemanja Vidic zeigte er schon in der ersten Halbzeit wegen groben Foulspiels Rot.

Selbst in Fachkreisen ein Unbekannter

Bekanntheit erlangte Irmatow dadurch jedoch selbst in Fachkreisen nicht. "Ich kannte diesen Schiedsrichter nicht", sagte Herbert Fandel. 256138(DIASHOW: Der Schiri-Irrsinn in Südafrika)

Der ehemalige FIFA-Referee und Schiedsrichterausschuss-Vorsitzende des DFB gab sich aber Mühe, Bedenken gegen Irmatow zu zerstreuen:

"Die FIFA hat die WM-Schiedsrichter in den vergangenen zwei Jahren sehr gewissenhaft ausgewählt und sehr genau beobachtet. Man sollte dieser Auswahl vertrauen."

Vom Eröffnungsspiel ins Finale?

Irmatow, der zweitjüngste unter den 29 WM-Referees, pfeift bereits seit acht Jahren internationale Spiele.

Mit der Leitung des Eröffnungsspiels zwischen Südafrika und Mexiko (1:1) war für ihn ein "großer Traum" in Erfüllung gegangen. "Jeder Schiedsrichter wünscht sich ein WM-Eröffnungsspiel oder -Finale", sagte Irmatow.

Sollte er im Viertelfinale überzeugen, geht für ihn vielleicht auch noch Teil zwei in Erfüllung.

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