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Christoph Metzelder im WM-Viertelfinale 2006 gegen Hernan Crespo (vorn) © getty

Im Interview mit SPORT1 spricht Metzelder über das WM-Duell mit Argentinien 2006 und die Chancen des DFB-Teams in Südafrika.

Von Mathias Frohnapfel und Martin Volkmar

München - Er hat das Drama vor vier Jahren hautnah miterlebt.

Christoph Metzelder stand beim WM-Viertelfinale gegen Argentinien auf dem Platz und hatte maßgeblichen Anteil am späteren Sieg. 257306(DIASHOW: Deutschland - Argentinien 2006)

Auch bei der Neuauflage am Samstag (ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) wäre der 29-Jährige gerne dabei gewesen, doch sein Reservistendasein bei Real Madrid verhinderte das.

Nun drückt Metzelder aus Deutschland die Daumen, wo er gerade ins Training seines neuen Klubs Schalke 04 eingestiegen ist.

Mit SPORT1 spricht der Vize-Weltmeister von 2002 über seine Erinnerungen an 2006, die Stärken und Schwächen der Argentinier und die Aussichten der deutschen Nationalmannschaft auf den WM-Titel.

SPORT1: Wie haben Sie das hart umkämpfte Match zwischen Deutschland und Argentinien 2006 in Erinnerung? (DATENCENTER: WM-Viertelfinale)

Christoph Metzelder: Als ein dramatisches, sehr enges und ausgeglichenes Spiel, in dem das Momentum an jenem Tag auf unserer Seite war. Dieser Sieg hat uns beim Turnier 2006 zum ersten Mal richtig das Gefühl gegeben, dass wir Weltmeister werden können.

SPORT1: Was waren damals die Schlüssel für den Erfolg?

Metzelder: Es war eine Auswechslung des damaligen argentinischen Trainers Jose Pekerman, der kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit Spielmacher Riquelme vom Platz nahm. Bis dahin waren die Argentinier die bessere Mannschaft, dann kippte das Spiel. 256716(DIASHOW: Der Trainer Maradona)

SPORT1: Wie sehr fiebern Sie während der WM mit dem deutschen Team?

Metzelder: Ich drücke natürlich sehr die Daumen. Besonders eng ist der Kontakt zu Pressesprecher Harald Stenger und Per Mertesacker, denen ich regelmäßig SMS schicke und Ihnen viel Glück wünsche.

SPORT1: Sind die Deutschen stärker als vor vier Jahren?

Metzelder: Letztlich wird das Abschneiden das Urteil bestimmen. 2006 haben wir das Halbfinale erreicht, 2010 könnte für das Team angesichts eines starken Gegners trotz eines starken Turniers im Viertelfinale Endstation sein.

SPORT1: Was würde das bedeuten?

Metzelder: Dann müsste man sagen: Das Team 2006 war stärker. Aber nach den gezeigten Leistungen würde ich sagen, dass wir in Südafrika sogar durchaus Weltmeister werden können 256033(DIASHOW: So schön jubelt Deutschland).

SPORT1: Sie kennen Spieler wie Lionel Messi aus Ihrer Zeit in der Primera Division. Wie kann man das Spiel der Argentinier am besten stören?

Metzelder: Es muss gelingen, ihre Offensive aus dem Spiel zu nehmen. Für diese ist Messi natürlich sehr wichtig. Um ihn zu stören, müssen die Mittelfeldspieler viel Laufarbeit verrichten, die Außenverteidiger unterstützen.

SPORT1: Die Argentinier sinnen nach der Niederlage von 2006 auf Revanche. Werden die Südamerikaner daher besonders heißblütig und kämpferisch in die Partie gehen?

Metzelder: Dazu hat Bastian Schweinsteiger ja schon einiges gesagt. Ob es zum Beispiel Härte oder der Versuch der Beeinflussung des Schiedsrichters sind: Die Argentinier gehen in einem Spiel in jedem Fall an die Grenzen und arbeiten mit allen Mitteln. Das muss man wissen und sich darauf einstellen.

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