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Joachim Löw (l.) ist von den Aussagen Michael Ballacks nicht begeistert © getty

DFB-Kapitän Michael Ballack setzt sich für seinen Nationalmannschafts-Kollegen Torsten Frings ein. Sport1.de hat die Reaktionen.

München - In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hat Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack einige Personalentscheidungen von Bundestrainer Joachim Löw heftig kritisiert. Das Echo blieb nicht aus.

Bundestrainer Joachim Löw: "Von den Aussagen von Michael Ballack bin ich total überrascht. Dass er nun über die Medien solch kritische Töne äußert, verwundert und enttäuscht mich. Als Kapitän ist er ein wichtiger Ansprechpartner für mich, und daran wird sich auch nichts ändern.

Aber die Aufstellung und die Personalpolitik ist in letzter Konsequenz die Entscheidung von mir und meinem Trainerteam. Für uns bleibt es unstrittig, dass wir wie bisher vom Leistungsprinzip und damit dem Konkurrenzkampf innerhalb des Kaders der Nationalmannschaft nicht abrücken werden.

Zu gewissen Aussagen im Interview von Michael Ballack will ich mich deshalb im Detail gar nicht äußern. Grundsätzlich ist klar: Wir behandeln alle Nationalspieler mit dem notwendigen Respekt.

Subjektiv mag der eine oder andere manchmal enttäuscht sein, aber unser Team ist die Elite des Fußballs in Deutschland, das auf die Besten der Welt trifft. Deshalb muss Leistung und der Erfolg der Mannschaft über allem stehen, ohne dass deshalb der faire und ehrliche Umgang mit den Spielern auf der Strecke bleibt."

DFB-Präsident Theo Zwanziger: "Unsere Nationalmannschaft hat jetzt zwei erfolgreiche WM-Qualifikationsspiele bestritten und dabei besonders gegen Russland eine starke Leistung gezeigt. Das ist der Erfolg des gesamten Teams und des Trainerstabs.

Wenn man glaubt, was in Zukunft noch besser machen zu können, empfehle ich allen, sich mit dem Bundestrainer auszutauschen und nicht über die Medien mit ihm zu reden."

Franz Beckenbauer (Präsident Bayern München): "Grundsätzlich wird mir zuviel geredet in der Nationalmannschaft. Jeder meldet sich zu Wort, ob das ein Kuranyi ist, der dann plötzlich aus dem Trainingslager verschwindet oder ein Frings, der meint zurücktreten zu müssen.

Jetzt kommt Michael Ballack als Kapitän. Man sollte diese Unebenheiten, wenn es solche gibt, intern bereinigen. Man sollte sich mit dem Bundestrainer zusammensetzten. Das ist der richtige Weg.

Selbst wenn Löw Ballack angerufen hätte, wäre an dem Heilungsprozess nichts anders gelaufen. Manchmal sind mir die Empfindlichkeiten ein bisschen zu groß.

Man ist jetzt mitten in einer Qualifikation für eine Weltmeisterschaft, nämlich 2010 in Südafrika, und da sollte man sich tunlichst zusammenraufen und nicht irgendwelchen Empfindlichkeiten nachgehen."

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