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Lionel Messi (l.) spielt seit August 2005 für die argentinische Nationalmannschaft © getty

Die argentinische Offensive ist bislang das Nonplusultra der WM. Im Viertelfinale wartet auf die deutsche Abwehr Schwerstarbeit.

Aus Südafrika berichtet Martin van de Flierdt

Kapstadt - Die Aufgabe könnte schwieriger kaum sein.

Im WM-Viertelfinale trifft die deutsche Nationalmannschaft am Samstag (ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) auf die offensivstärkste Mannschaft der bisherigen Titelkämpfe in Südafrika, angeführt vom überragenden Weltfußballer Lionel Messi (DATENCENTER: WM-Viertelfinale).

Zehn Tore hat die argentinische Auswahl in vier Spiele erzielt. Dass Messi selbst dabei noch leer ausgegangen ist, ist durchaus bemerkenswert.

"Wissen um seine Fähigkeiten"

Schließlich hat der Superstar vom FC Barcelona 23 Schüsse aufs gegnerische Tor abgegeben, so viele wie niemand sonst.

"Er hat bislang noch nicht getroffen, und das soll auch so bleiben", sagt Deutschlands bislang bärenstarker Innenverteidiger Arne Friedrich.

"Wir wissen aber um seine außergewöhnlichen Fähigkeiten und müssen ihn im Kollektiv ausschalten."

Räume müssen eng bleiben

Wie das aussehen konkret soll, weiß der Berliner auch schon: "Messi ist ein Spieler, der immer zwischen den Reihen lauert, dort den Ball bekommt, um dann mit Tempo auf die Abwehrreihe zuzulaufen. Das müssen wir verhindern."

Wichtig sei dabei, ergänzt Torhüter Manuel Neuer, "dass Abwehr und Mittelfeld nicht zu weit auseinander stehen, damit die Argentinier nicht kombinieren können."

Wenn es nämlich erst einmal dazu kommt, hat jede Hintermannschaft der Welt Probleme. Nicht nur wegen Messi, der vier Treffer der "Albiceleste" direkt vorbereitet und zwei eigene Tore gegen Deutschland angekündigt hat.

Nicht nur Messi gefährlich

"Die Argentinier haben ja auch noch Carlos Tevez oder Gonzalo Higuain", erinnert Mesut Özil im SPORT1-Interview. "Wir müssen auf alle aufpassen."

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Higuain liegt mit vier Treffern bislang gemeinsam mit dem Spanier David Villa und dem Slowaken Robert Vittek an der Spitze der Torjägerliste.

256716(DIASHOW: Der Trainer Maradona)

"Er ist schnell, dynamisch und besitzt eine gute Schusstechnik", urteilt Franz Beckenbauer über den Wahl-Madrilenen in der "Bild". "Und Tevez kommt über links. Unsere Viererkette muss superkonzentriert arbeiten."

Also auch Per Mertesacker, der im bisherigen Turnierverlauf noch nicht an seine Leistungsgrenze gestoßen ist.

Mertesacker spürt das Vertrauen

Das Selbstvertrauen des wichtigen Innenverteidigers hat darunter aber nicht gelitten ? ein Verdienst des Trainerstabs um Joachim Löw.

"Wenn du so ein großes Vertrauen bekommst und das auch spürst, dann fällt es dir nicht schwer, ein nicht so gutes Spiel abzuhaken und im nächsten bei Null anzufangen", sagt der Bremer.

Unangenehme Erinnerungen an 2006

Er hat mit den Argentiniern schon unangenehme Erfahrungen gemacht.

Schließlich löste der üble Tritt Leandro Cufres in Mertesackers Unterleib die Tumulte nach dem Elfmeterschießen im WM-Viertelfinale 2006 aus.

209269(DIASHOW: Der Klassiker Deutschland - Argentinien)

Mertesacker wird das ausblenden müssen, denn mit der Abwehrarbeit gegen die quirligen Offensivkräfte der Südamerikaner wird der 1,98 Meter lange Verteidiger komplett ausgelastet sein.

"Um unsere Abwehrzentrale mache ich mir keine Sorgen", behauptet Özil.

"Wir haben hinten bislang kaum etwas zugelassen und wenige Gegentore bekommen. Per und Arne haben genug Erfahrung. Die wissen schon, was zu tun ist, egal ob Messi, Higuain, Tevez oder auch Angel di Maria kommt."

Chefzulieferer Mascherano

Özil selbst muss in der Defensive kräftig mithelfen, denn sein Gegenspieler Javier Mascherano leitet die meisten Angriffe ein, er versorgt Messi mit Zuspielen.

"In der Champions League hat Inter Mailand gegen Barcelona demonstriert, wie man Messi erfolgreich aus dem Spiel nimmt", schreibt Beckenbauer. "Man muss ihn isolieren, die Pässe auf ihn verhindern."

Rodolfo Cardoso, ehemaliger Spielmacher des SC Freiburg, bei Werder Bremen und dem Hamburger SV, sieht das im SPORT1-Interview genauso.

"Die Argentinier haben ein Problem, wenn sie den Ball nicht schnell am Fuß haben, und vielleicht Messi oder Tevez nicht so ins Spiel finden", sagt er über seine Landsleute.

Doppelsechs ist gefordert

Ist der Ball einmal an der offensiven Mittelfeldreihe aus Lukas Podolski, Özil und Thomas Müller vorbei, "wird auf Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira einiges zukommen", glaubt Beckenbauer.

Khedira selbst sieht kein Problem darin, dass Messi zumeist über seine Position kommen wird.

"Das war gegen England ja bei Rooney schon genau so", meint er. "Wichtig ist, dass man sich gut darauf einstellt und untereinander abspricht, dann klappt das auch."

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