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Miroslav Klose erzielte gegen Argentinien das 2:0 und das 4:0 © getty

Miroslav Klose steht dicht davor, Ronaldo in der Torjäger-Bestenliste einzuholen. Doch er würde gerne darauf verzichten.

Aus Südafrika berichtet Martin van de Flierdt

Centurion - Miroslav Klose dürfte die Frage einfach nur nicht richtig verstanden haben.

Ob er denn denke, dass Ronaldo jetzt "worried" sei, wollte ein Journalist am Tag nach dem glanzvollen deutschen 4:0-Erfolg gegen Argentinien von ihm wissen.

Denn zur Sorge hätte der beste WM-Torjäger aller Zeiten aktuell allen Anlass. 15 Treffer hat der Brasilianer bei WM-Endrunden erzielt.

Klose ist ihm seit seinen beiden Toren im Green Point Stadium von Kapstadt mit 14 ganz dicht auf den Fersen. .

Ronaldo sauer? Eher nicht

Doch Klose hatte offenbar verstanden, dass Ronaldo deswegen nun sauer auf ihn sein könne.

"Ich hoffe natürlich, er ist es nicht", sagte er daher. "2002 habe ich mit ihm nach dem Finale kurz gesprochen. Damals hätte ich nie gedacht, dass ich hier stehe und nur noch zwei Tore brauche, um ihn zu überholen."

Im Vorfeld des Turniers hatten auch in Deutschland nur ganz wenige damit gerechnet. "Ich möchte meine Marke von 2002 und 2006 möglichst übertreffen", hatte Klose da schon gesagt.

Eine stolze Vorgabe

Angesichts von mageren drei Toren in der gesamten abgelaufenen Bundesligasaison ein stolzes Ziel. Denn bei seinen beiden vorherigen WM-Teilnahmen hatte der Angreifer jeweils fünf Mal getroffen. 258536(DIASHOW: Bilder des Spiels)

Nun schickt er sich an, nach 2006 womöglich ein zweites Mal WM-Torschützenkönig zu werden. Das hat vor ihm noch niemand geschafft.

"Miro hat überragende Qualitäten, an denen ich nie gezweifelt habe", meinte Bundestrainer Joachim Löw nach Kloses Toren Nummer 51 und 52 im 100. Länderspiel.

"Er hat bei seinen drei WM-Teilnahmen immer Klasseleistungen gezeigt. Was er geleistet hat, ist auf allerhöchstem Niveau. 14 WM-Tore - in Deutschland hat er schon Geschichte geschrieben."

"Not even Klose!"

Doch auch im Ausland wird der Name Klose längst mit beständiger Torgefahr assoziiert. "Not even Klose!" wortspielte beispielsweise die englische Boulevardzeitung "Sun", um das Ausmaß der deutschen Überlegenheit gegen Argentinien wiederzugeben.

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"Vor ein paar Jahren wurde viel darüber geredet, dass im deutschen Fußball nichts nachkommt. Dabei wurde besonders über den Sturm und das Mittelfeld gesprochen", erinnerte Klose und verwies auf seine starken Vorlagengeber 2010.

"Wenn man nun sieht, wie wir vorne aufgestellt sind, war das absoluter Quatsch."

Dass seine mit Ausnahme von Jörg Butt allesamt jüngeren Mitspieler nach der Gala nun die Bodenhaftung verlieren, glaubt er nicht.

Bodenhaftung gesichert

"Davon merke ich nichts", sagte er. "Wenn so etwas aber aufkommen sollte, werden die erfahren Spieler, also auch ich, dazwischen gehen."

Schließlich hat er bei seiner wohl letzten WM das ganz große Ziel vor Augen. Damit ist nicht Platz eins in der ewigen WM-Torjägerliste gemeint.

"Wichtig ist nur die Mannschaft", betonte Klose. "Wenn ich?s mir aussuchen könnte, wäre ich lieber Weltmeister, als noch jemanden in dieser Rangliste zu überholen."

Sollte die DFB-Auswahl tatsächlich den Titel holen, "können sie mit mir machen, was sie wollen", versprach der 32-Jährige. "Dann mache ich alles mit."

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