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Guido Buchwald machte 76 Länderspiele und wurde 1990 Weltmeister © getty

Guido Buchwald lobt die deutsche Elf in den höchsten Tönen. Er traut der jungen Truppe den Titel zu und sieht Parallelen zu 1990.

München - Im Finale der WM 1990 in Italien hatte Guido Buchwald entscheidenden Anteil am WM-Triumph der deutschen Nationalmannschaft.

Buchwald nahm den argentinischen Spielmacher Diego Maradona aus dem Spiel und half so, den dritten Titel durch den 1:0-Sieg zu sichern.

Am Samstag saß Maradona als Trainer auf der Bank der Argentinier und musste im Viertelfinale eine bittere 0:4-Niederlage gegen die DFB-Elf einstecken.

Buchwald zeigte sich am Sonntag im SPORT1-Doppelpass vom Auftritt der deutschen Elf begeistert und räumte ein, dass die Weltmeisterelf von 1990 zwar nicht die "Leichtigkeit und Lockerheit" der aktuellen Mannschaft gehabt habe, er erkannte aber auch Parallelen.

Der ehemalige Stuttgarter lobte zudem die Arbeit von Bundestrainer Joachim Löw in den höchsten Tönen und traut der Truppe den ganz großen Wurf zu.

SPORT1 fasst die wichtigsten Aussagen Buchwalds zusammen:

Guido Buchwald über...

das Spiel gegen Argentinien und die Unterschiede zu 1990

"Ich habe damit gerechnet, dass es ein sehr enges Spiel wird, weil Argentinien in den letzten Spielen sehr gut gespielt hat. Aber es war schon sensationell, es hat riesig Spaß gemacht. Wir hatten 1990 sicher nicht die Leichtigkeit und Lockerheit, die die deutsche Mannschaft gestern gehabt hat.

Natürlich kam ihnen das frühe Tor auch zugute. Die Argentinier waren von Anfang an nicht im Spiel. Das wirklich Gute und Tolle war, dass man sehr aggressiv und schnell in das Spiel reingekommen ist, immer die Zweikämpfe gesucht hat, die Räume eng gemacht hat. Die Argentinier hatten überhaupt keine Chance."

die Chancen der deutschen Mannschaft im Halbfinale gegen Spanien

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"Wir werden das Halbfinale auf jeden Fall gewinnen. Ich habe vor der WM gesagt, dass wir Weltmeister werden - warum sollte ich das jetzt revidieren."

Löws Anteil an der Leistung der Mannschaft:

"Es ist absolut seine Handschrift. Er hat einen sehr großen Anteil daran. Er hat die Mannschaft mit seinem Trainerteam zusammen gestellt. Er hat auch gegen den Widerstand der Öffentlichkeit Spieler mitgenommen, die jetzt hundertprozentig dazu passen.

Man sieht den Teamspirit, man sieht wie die Mannschaft zusammenhält, selbst die Spieler die nicht von Anfang an spielen sind mit dabei. Da sehe ich einen unglaublichen Vergleich zu 1990 ? das war bei uns das gleiche.

Löw hat auf junge Spieler gesetzt, Spieler die noch Visionen und Ziele haben, die noch relativ wenig erreicht haben. Wie er taktisch und akribisch genau die Mannschaft einstellt, das ist schon sagenhaft."

Cacau als möglichen Ersatz für den gesperrten Thomas Müller im Halbfinale:

"Von der Position würde Cacau auf jeden Fall passen. Er ist auch ein ähnlicher Typ, der im Eins gegen Eins den Durchbruch machen möchte und immer wieder torgefährlich ist. Wenn er gesund ist, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass er spielt."

Veränderungen im deutschen Fußball in den letzten Jahren:

"Das Umdenken im Jahr 2000 wirkt sich heute unheimlich aus. Es wird wieder viel häufiger das technische und taktische in den Jugendbereichen trainiert.

Da haben wir unheimlich aufgeholt. Das sieht man auch an den U-17- und U-19-Nationalmannschaften, die wieder Titel gewinnen.

Der deutsche Charakter, also der Kampf, das Selbstvertrauen, die Stärke und Kondition, die haben wir immer gehabt und die haben wir auch heute."

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