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Viktor Kassai (l.) pfeift seit 2007 Spiele in der Champions League © getty

Viktor Kassai, Schiedsrichter des Duells Deutschland - Spanien lässt selten Hektik aufkommen. Das DFB-Team kennt ihn schon.

Johannesburg - Großer Mann, große Ehre: Viktor Kassai ist Tourismus-Experte und liebt Reisen - aber Urlaub macht er in Südafrika ganz bestimmt nicht.

Der 1,90 m große Ungar wird am Mittwochabend in Durban das WM-Halbfinale zwischen Deutschland und Spanien leiten.

Für den 34-Jährigen ist es das wichtigste Spiel seiner Karriere.

Einziger Wermutstropfen: Ein Einsatz im Finale, wie ihn 1994 Landsmann Sandor Puhl bekam, ist sehr unwahrscheinlich geworden 256138(DIASHOW: Die größten Schiedsrichter-Fehlentscheidungen der WM).

Drei Spiele souverän geleitet

Drei Spiele hat der Mann aus Tatabanya bei dieser WM schon gepfiffen, dreimal hinterließ er mit klaren Entscheidungen, bester Übersicht und unaufgeregter Gestik einen hervorragenden Eindruck.

Beim 2:1 der Brasilianer gegen Nordkorea als auch beim 1:0 von Uruguay gegen Mexiko unterliefen ihm keine groben Fehler, deshalb durfte Kassai auch noch das Achtelfinale zwischen Ghana und den USA (2:1 n.V.) leiten.

Dort entschied er in der zweiten Halbzeit korrekt auf Elfmeter für die USA und blieb die Partie über ohne Fehl und Tadel.

DFB-Team kennt Kassai

Das deutsche Tea, kennt den Ungarn auch schon.

Am 10. September 2008 leitete der Referee in der WM-Qualifikation in Helsinki das Duell gegen Finnland - Endstand 3:3.

Am Mittwoch wird Kassai von seinen Assistenten Gabor Eros und Tibor Vamos unterstützt, Vierter Offizieller ist der routinierte Belgier Frank de Bleeckere.

Seit 2003 ist Kassai FIFA-Schiedsrichter und begann auch Spiele im UEFA-Cup zu pfeifen. Sein erstes Länderspiel leitete er im August 2004 beim Spiel der Slowakei gegen Luxemburg.

Kassai sammelte dann Erfahrung bei großen Jugend- und Junioren-Turnieren, unter anderem bei der U19-EM 2005 und der U20-WM 2007.

Kurz vor der WM in Südafrika pfiff er das Hinspiel der WM-Playoffs zwischen Bahrain und Neuseeland.

Bei deutschen Klubs bekannt

Bei seinen Auftritten in der Champions League und in der Europa League leitete der Ungar, der die deutsche Sprache beherrscht, bereits mehrere Partien mit Beteiligung von deutschen Klubs.

Dazu zählen das hitzige 1:1 des Hamburger SV gegen Galatasaray Istanbul im Achtelfinale der Europa League 2008/2009, die 0:1-Pleite des VfL Wolfsburg gegen Fulham in der abgelaufenen Saison oder der 3:1-Sieg des VfB Stuttgart in der Champions League gegen Unirea.(FIFA denkt über technische Hilfsmittel nach)

Karriere-Schub 2008

Seine Karriere kam 2008 richtig in Schwung. Zunächst nominierte ihn die UEFA für die Europameisterschaft als vierten Schiedsrichter.

Sein Stern ging bei den Olympischen Spielen in Peking auf. Dort leitete Kassai das Finale zwischen Argentinien und Nigeria (1:0).

Damals zeigte er vor 89.102 Zuschauern fünf Gelbe Karten und blieb unauffällig - für Schiedsrichter ist das als Lob zu verstehen.

Freund der Spieler

Dabei zeigte er sich auch als Freund der Spieler: Bei bis zu 42 Grad gestattete Kassai den Spielern zwei Auszeiten mit Trinkpausen.

Was auch die Spieler am Mittwoch freuen wird: Kassai lässt die Karten lieber in seiner Brusttasche stecken.

Bei seinen drei WM-Spielen zeigte er erst neun gelbe Karten, keine rote Karte.

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