vergrößernverkleinern
Oliver Bierhoff ist seit Juli 2004 Manager der deutschen Nationalmannschaft © getty

Oliver Bierhoff sieht die Abreise von Michael Ballack in keinem Zusammenhang mit einem Machtkampf mit Lahm um die Kapitänsbinde.

Von Martin Volkmar undMartin van de Flierdt

Centurion/München - Oliver Bierhoff sieht die Abreise von Michael Ballack aus dem DFB-Quartier in keinem Zusammenhang mit einem Machtkampf mit Philipp Lahm um die Kapitänsbinde.

"Schade, dass so etwas missinterpretiert wurde", erklärte der Teammanager auf der Pressekonferenz am Dienstag vor dem Abflug zum WM-Halbfinale in Durban gegen Spanien (Mi. ab 20 Uhr im LIVE-TICKER).

Allerdings übte er auch Kritik an Lahm, der in Interviews das Amt des Spielführers auch für die Zeit nach der WM für sich in Anspruch genommen hatte. 258807(DIASHOW: Halbfinale! So feiert Deutschland)

"Der Zeitpunkt war nicht so glücklich", sagte Bierhoff. Aber es gebe "keine Missstimmung" in der DFB-Auswahl:

"Thema darf keine Rolle spielen"

"Wir wissen, dass Phillipp die Rolle als Kapitän gut ausgefüllt hat. Wir wollen auch Spieler, die zu ihrer Meinung stehen. Das Thema darf in dieser wichtigen Woche aber keine Rolle spielen."

Am Stand vor der Endrunde in Südafrika habe sich nichts geändert, so der Manager:

"Phillip Lahm ist der WM-Kapitän, und Michael Ballack ist der Mannschaftskapitän. So sehen wir es und mit dem Mannschaftsrat ist es so besprochen."

Ballack-Rückreise nur wegen der Reha

Ballack habe die vorzeitige Rückreise nach Deutschland am Montagabend nur aufgrund besserer Reha-Möglichkeiten dort angetreten.

"Sein Heilungsverlauf war gut - deshalb muss er einfach nun andere Trainingseinheiten machen, die er hier nicht absolvieren kann", sagte Bierhoff.

"Außerdem wollte er einfach nicht die Physiotherapeuten zusätzlich belasten. Darum ist er wieder abgereist. Zum Finale wird er aber wieder kommen." 259139(DIASHOW: Tops und Flops WM-Viertelfinale)

"Spanien eine Klasse besser als Argentinien und England"

Mit Blick aufs Halbfinale gegen Spanien zeigte sich der Ex-Nationalspieler zuversichtlich. "Wir sehen Spanien eine Klasse besser als Argentinien und England. Aber wir haben bewiesen, dass wir mit den Aufgaben wachsen", meinte er.

Zwar bedeute der Ausfall des gelbgesperrten Thomas Müller eine Schwächung, aber mit "Teamgeist und Laufbereitschaft" sei der Ausfall zu kompensieren.

Stammelf einsatzbereit

Ansonsten sind bis auf den angeschlagenen Cacau alle Spieler einsatzbereit, auch die im Training am Montag geschonten Sami Khedira und Arne Friedrich. 259105(DIASHOW: SPORT1-Elf WM-Viertelfinale)

Während sich Bierhoff weiter nicht zu der offenen Vertragsverlängerung der gesamten sportlichen Leitung äußern wollte, widersprach er der Kritik von DFL-Boss Reinhard Rauball an einer zu eigenständigen Nationalmannschaft.

"Wir verstehen das nicht. Das kann man an keinem Beispiel festmachen. Wir vertreten den deutschen Fußball, den DFB und die Liga", sagte er.

"Es gab bei den vergangenen vier Turnieren sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg. Es gab nie Skandale. Wir haben immer viel zurückgegeben. Es gab nie ein Zeichen der Abtrennung."

Dies habe man dem Liga-Präsidenten auch bei einem gemeinsamen Abendessen am Montag im Teamquartier Velmore Grande erklärt.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel