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Piotr Trochowski (l., hier gegen Iniesta) gab im Oktober 2006 sein Debüt für Deutschland © getty

Piotr Trochowski spricht im SPORT1-Interview über die Enttäuschung nach dem verlorenen Halbfinale und das Spiel um Platz drei.

Aus Südafrika berichtetMartin van de Flierdt

Centurion - Es war ein großer Moment in der Karriere von Piotr Trochowski - dummerweise aber einer, der für immer mit einer bitteren Enttäuschung verknüpft ist.

Der erste Startelf-Einsatz des Hamburger Mittelfeldakteurs bei einem großen Turnier endete mit dem Halbfinal-Aus gegen Spanien. 260484(DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

Nur logisch, dass die Enttäuschung dem Ersatzmann des gelbgesperrten Thomas Müller die Freude über den persönlichen Meilenstein verdarb.

Im SPORT1-Interview spricht er über die Gründe für die Niederlage, die Klasse der Spanier und das Spiel um Platz drei gegen Uruguay (Sa., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER).

SPORT1: Herr Trochowski, Sie haben erstmals bei der WM von Beginn an gespielt. Wie zufrieden waren Sie mit sich?

Trochowski: Wir haben verloren. Da kann man dann auch mit der eigenen Leistung nicht zufrieden sein.

SPORT1: Wie ist nun Ihre Gefühlslage und die der Mannschaft?

Piotr Trochowski: Man ist niedergeschlagen. Vor allem, weil wir durchaus die Möglichkeit hatten, ins Finale einzuziehen. Die haben wir nicht genutzt, dementsprechend ist die Stimmung auch.

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SPORT1: Was war aus Ihrer Sicht der Hauptgrund für die Niederlage?

Trochowski: Wir standen einfach zu weit hinten. Wir hatten nicht genügend Mut, weiter nach vorne zu schieben und die Spanier mehr unter Druck zu setzen. Sie haben das gemerkt und ihren Stiefel runtergespielt. Sie haben auf Ballbesitz gespielt und auf die Chance gewartet. Das haben sie sehr gut gemacht. Deshalb muss man einsehen, dass die Spanier einfach stärker waren.

SPORT1: Warum waren sie das?

Trochowski: Es ist nicht so einfach, gegen die Spanier ins Spiel zu kommen wie vielleicht gegen England oder Argentinien. Sie lassen den Ball sehr gut laufen. Da sind Automatismen, die sie über Jahre einstudiert haben. Wir haben damit unsere Probleme gehabt. Deswegen hat unser Spiel nicht so gut ausgesehen wie in den Begegnungen davor. (GAMES: Das WM-Tippspiel)

SPORT1: Trotzdem hat die Null 73 Minuten lang gestanden. Und dann fällt das Tor nach einer Standardsituation...

Trochowski: Ein Wahnsinn, oder? Das ist wirklich Ironie. Wirklich bitter, vor allem, wenn man sieht, wie das Ding gefallen ist. Der Puyol kommt aus dem Nichts in den Sechzehner reingestürmt und macht das Tor.

SPORT1: Nun wartet Uruguay im Spiel um Platz drei. Wie schwierig ist es, nach dieser Enttäuschung da noch einmal guten Fußball zu bieten? (Der SPORT1-WM-Spielplaner)

Trochowski: Es ist nicht ganz einfach. Aber man muss sich eben noch ein Mal konzentrieren. Es ist ja trotzdem eine Supersache, wir haben ein Riesenturnier gespielt. Wir haben uns hier einen Namen gemacht. Darauf können wir stolz sein. Und jetzt wollen wir noch einen guten Abschluss dieser WM.

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