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Hat gut lachen: Thomas Müller ist ein Kandidat für den "Best Young Player Award" © getty

Der Münchner ist einer der Shootingstars der WM. Deshalb zählt er zum Kandidatenkreis für den "Best Young Player Award".

Aus Südafrika berichtetMartin van de Flierdt

Centurion - Thomas Müller wird womöglich schon am Sonntagabend in einem Atemzug mit Franz Beckenbauer genannt.

Das ist bemerkenswert, denn Müller spielt erst seit einem Jahr Profi-Fußball.

Doch in Südafrika tat er das so hervorragend, dass ihn die Technische Studien-Gruppe der FIFA nun zu einem von drei Kandidaten für den Preis des "besten jungen Spielers" des Turniers machte, der nach dem Finale gekürt wird. (Der SPORT1-WM-Spielplaner)

"Natürlich freut es mich, dass ich da mit dabei bin", sagt der 20-Jährige.

"Es ist eine kleine Ehre, dass die Leistungen honoriert werden. Im Endeffekt wäre mir aber der WM-Titel lieber gewesen."

Vorgänger Beckenbauer und Podolski

Beckenbauer war 1966 mit der acht Jahre vorher eingeführten Auszeichnung versehen worden, Lukas Podolski erhielt den "Best Young Player Award" 2006.

Bastian Schweinsteiger und Mesut Özil können sich sogar Hoffnungen auf den goldenen Ball für den besten Spieler des Turniers machen. 261178(DIASHOW: Die Favoriten für den Goldenen Ball)

Allerdings zählen sie im zehnköpfigen Kandidatenkreis zu den Außenseitern.

Finalisten-Quintett favorisiert

Mit Xavi, Andres Iniesta und David Villa sowie Arjen Robben und Wesley Sneijder stehen fünf Spieler zur Auswahl, die am Sonntag noch das Finale bestreiten.

Dazu kommen der Uruguayer Diego Forlan, der Ghanaer Asamoah Gyan und etwas überraschend auch Lionel Messi.

Müllers Chancen, den Nachwuchspreis zu erhalten, sind ungleich größer.

Von den 35 Kandidaten, die nach dem Stichtag 1. Januar 1989 geboren sind und zu denen auch Toni Kroos, Holger Badstuber und Marko Marin gehörten, sind neben Müller nur noch Andre Ayew (Ghana) und der Mexikaner Giovani Dos Santos übrig geblieben.

Wenig spricht gegen Müller

"Natürlich sind die beiden anderen Kandidaten nicht mehr im Turnier dabei", sagt Müller. "Aber wer den Preis erhält, müssen sowieso andere entscheiden."

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Es gibt wenig, was gegen Müller spricht. Zumal die FIFA versicherte, die Kommission werde die Entscheidung "objektiv und verantwortungsbewusst" treffen, "ohne sich von außen beeinflussen zu lassen".

Dennoch gilt es zumindest als möglich, dass Ayew ausgezeichnet wird. Ansonsten ginge Afrika bei der Preisvergabe dieser ersten WM auf dem eigenen Kontinent leer aus.

Torjägertrophäe im Visier

Müller fasst derweil einen anderen Titel ins Auge. Wie Miroslav Klose hat er bislang vier Treffer erzielt, dazu kommen noch drei Torvorlagen.

Villa und Sneijder haben jeweils fünf Tore auf dem Konto.

"Der goldene Schuh wäre natürlich eine Auszeichnung für die Ewigkeit. So eine Trophäe haben nicht viele im Schrank", meint Müller.

"Aber das Wichtigste ist für mich jetzt, dass ich noch einmal ein gutes Spiel abliefere, und dass es einen schönen Ausklang für dieses Turnier gibt." (GAMES: Das WM-Tippspiel)

"Wir müssen uns strecken"

Im Spiel um Platz drei gegen Uruguay am Samstag (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) in Port Elizabeth "brauchen wir schon einen Sieg, um hier mit einem positiven Gefühl rauszugehen".

Die Südamerikaner seien nicht ohne Grund ins Halbfinale vorgestoßen. "Die wollen sich auch noch mal beweisen", vermutet Müller.

"Deshalb müssen wir uns schon strecken und dürfen nicht mit einer Larifari-Einstellung ins Spiel gehen."

Ein letzter Kraftakt also, bevor es nach neun Wochen endlich zurück zur Familie geht.

Abstand gewinnen in der Heimat

"Körperlich bin ich topfit und fühle mich gut", meint Müller. "Die drei Wochen Pause, ehe die Saison wieder losgeht, braucht jetzt eher der Kopf."

Deshalb wird der Shootingstar die Zeit zu Hause auch "so gut es geht genießen":

"Es ist unglaublich viel auf mich eingeprasselt im ersten Jahr. Ich bin dann doch froh, dass es mal ein bisschen Abstand zu der ganzen Sache gibt."

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