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Torsten Frings absolvierte bislang 78 Einsätze für das DFB-Team © getty

Der Ton zwischen Joachim Löw und seinen langjährigen Leitwölfen wird schärfer, jetzt äußert sich auch Torsten Frings.

Von Katrin Freiburghaus

München - Die Fronten zwischen den Leitwölfen der Nationalmannschaft und dem Bundestrainer verhärten sich offenbar weiter.

"Wenn jemand glaubt, dass er nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen will: Wir werden ihn nicht zwingen - weder mit Waffengewalt noch mit Geld", hatte Joachim Löw am Mittwoch die Kritik von Michael Ballack am Umgang mit Torsten Frings gekontert.

Nach der deutlichen Reaktion von Löw reagierte nun auch Frings.

"Das ist ein Witz"

"Ich habe mich nie darüber aufgeregt, dass ich jetzt meinen Stammplatz verloren habe", stellte Frings im Anschluss an das 2:2 bei Panathinaikos Athen bei "Premiere" klar.

Die nächste Spitze Richtung Trainerteam schickte er aber gleich hinterher: "Ich habe keine Probleme damit, mich dem Konkurrenzkampf zu stellen - das ist ein Witz. Das mache ich ja seit zehn Jahren."

Geärgert habe ihn die Art und Weise seiner Degradierung. "So geht das einfach nicht. Und ich bin froh, dass ich nicht der Einzige bin, der das gemerkt hat", sagte er zu Ballacks Äußerungen, in denen er Löws Umgang mit Frings als respektlos bezeichnet hatte.

Bruchhagen pro Löw

Löw dagegen hatte seine Entscheidungen als bindende Aussagen bezeichnet, die "jeder Spieler so zu akzeptieren" habe.

Rückendeckung erhielt er dafür von Frankfurts Vorstandsvorsitzendem Heribert Bruchhagen.

"Ein Spieler hat dem Trainer in der Öffentlichkeit nichts mitzuteilen. Das hat Herr Löw nicht nötig", sagte er am Rande des Frankfurter 2:1-Sieges gegen den KSC, "das ist Kinderkram, dafür habe ich kein Verständnis."

"Unnötig wie ein Kropf"

Auch Matthias Sammer zeigte sich von Ballacks Kritik an Löw wenig begeistert. "Diese beiden Persönlichkeiten dürfen sich nicht auf eine Stufe stellen. Ein Trainer ist immer etwas Außergewöhnliches", sagte der Sportdirektor des DFB.

Sorgen bereitet Sammer in diesem Zusammenhang vor allem Löws Position.

"Diese Diskussion ist unnötig wie ein Kropf", schimpfte Sammer weiter, "natürlich müssen wir da eine Reaktion zeigen und alles dafür tun, dass die Autorität von Löw nicht beschädigt wird."

Schaaf will nachhaken

Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf wollte kein Öl ins Feuer gießen. Allerdings habe der Verein den Anspruch, "dass unsere Spieler auch spielen sollen, wenn sie zur Nationalmannschaft gehen".

Im Fall von Frings wolle man sich beide Seiten anhören. "Wenn ein Spieler unzufrieden ist, kümmern wir uns um unseren Spieler. Diese Pflicht und das Recht haben wir als Verein, da nachzuhaken", sagte Schaaf.

Bremens Sportdirektor Klaus Allofs vermied es, Partei für eine Seite zu ergreifen, und äußerte sich gewohnt diplomatisch: "Es ist keinem damit geholfen, wenn jetzt ein offener Schlagabtausch entsteht."

Frings furchtlos

Das sehen Frings und Ballack ganz offensichtlich anders. "Eine Meinung darf man ja wohl noch äußern", sagte Frings.

"Michael ist Kapitän, hat ein Gespür dafür, wenn irgendwas nicht stimmt. Er hat 89 Länderspiele und wenn er nichts sagen darf, dann darf niemand mehr was sagen", sagte Frings weiter.

Konsequenzen fürchtet der Bremer nach seinen Äußerungen nicht. "Ich hab ja jetzt schon nicht gespielt - mehr kann mir nicht passieren", bemerkte er süffsant.

Haben Ballack und Frings mit ihren Attacken Recht? Jetzt mitdiskutieren!

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