Das DFB-Team erreicht WM-Platz 3 und hinterlässt tiefe Spuren. Nicht nur eine fußballerische Entwicklung ist dabei sichtbar.

Mitte Mai war die WM für Fußball-Deutschland schon gelaufen.

Michael Ballack war im FA-Cup-Finale von Kevin-Prince Boateng so heftig umgetreten worden, dass der Kapitän seine Endrundenteilnahme in Südafrika absagen musste.

Ein guter Teil der deutschen Öffentlichkeit malte daraufhin tiefschwarz: Die DFB-Auswahl könne sich mangels Schlagkraft die Reise ans Kap nun wohl sparen.

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Dieses Szenario ist erst zwei Monate her. Seither ist einiges passiert, vieles davon ist außerordentlich positiv gewesen.

Denn Joachim Löws Hinweis, der deutsche WM-Kader sei zwar jung und teilweise unerfahren, besitze dafür aber eine hohe Qualität, ist mit Taten belegt worden.

Nach den Fußballfesten gegen Australien (4:0), England (4:1) und Argentinien (4:0) schwärmte die internationale Szene von der Spielfreude, Fantasie und Ästhetik dieser bis dato nur Bundesligakennern bekannten jungen Mannschaft.

Die Klischees von deutschen Panzern oder unaufhaltsamen Maschinen passten nicht mehr.

Der multikulturelle Hintergrund der Mannschaft und das sympathische Auftreten ihrer Spieler trugen dazu bei, dass in Südafrika Fans jeglicher Couleur und Herkunft in Deutschland-Trikots oder mit schwarz-rot-gold geschminkten Gesichtern anzutreffen waren.

Die deutsche Mannschaft ist wieder cool. Das gab es lange nicht. Wer fragt noch nach Wayne Rooney oder Cristiano Ronaldo?

Die Kinder auf den Bolzplätzen dieser Welt wollen plötzlich Mesut Özil, Thomas Müller oder Bastian Schweinsteiger sein.

Auch wenn es schließlich nicht zum ganz großen Wurf reichte, ist der Imagegewinn für Deutschland und die Bundesliga gewaltig, spielen doch alle Shootingstars in der heimischen Eliteklasse.

Der südafrikanische Sender "SABC" beispielsweise hat zügig reagiert.

Der Werbespot für die seit Jahren geleistete Übertragung der Premier League wird inzwischen von einem für die frisch erworbenen Senderechte der Partien von Bayern München, Schalke und Co. abgelöst.

Löw hat an dieser Entwicklung großen Anteil, sein Rückhalt bei den Spielern ist unbegrenzt.

Eine Ausweitung seines Kontrakts zu seinen Bedingungen würde dem deutschen Fußball daher gut zu Gesicht stehen.

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