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Bastian Schweinsteiger agierte in der Partie gegen Uruguay als Kapitän © getty

Es gibt Widrigkeiten. Doch das DFB-Team biegt gegen Uruguay den Rückstand um. Die Spieler wollen, dass Joachim Löw bleibt.

Aus Südafrika berichtet Martin van de Flierdt

Port Elizabeth - Es war ein letzter Kraftakt.

1:2 hatte die deutsche Nationalmannschaft in der zweiten Halbzeit des Spiels um Platz drei gegen Uruguay zurückgelegen, nachdem Edinson Cavani (28.) und Diego Forlan (51.) den Treffer von Thomas Müller (19.) beantwortet hatten.

261784(DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

Die zweite Niederlage hintereinander drohte zum Ausklang der WM und mit ihr ein fades Ende eines lange Zeit begeisternden Turnierauftritts.

Doch das DFB-Team, das ohne Kapitän Philipp Lahm, Miroslav Klose, Lukas Podolski und Stammtorwart Manuel Neuer angetreten war, bog die Partie durch Treffer von Marcell Jansen (56.) und Sami Khedira (82.) noch um.

Anschließend durfte die Mannschaft sich von Bundespräsident Christian Wulff, FIFA-Boss Sepp Blatter und DFB-Präsident Theo Zwanziger zum Gewinn der Bronzemedaille beglückwünschen lassen.

Schweinsteiger lobt Charakterstärke

"Wir haben zurückgelegen und sind zurückgekommen", meinte Bastian Schweinsteiger, der Lahm als Kapitän vertreten hatte.

"Das zeigt die Charakterstärke der Mannschaft."

Es sei keine leichte Partie gewesen, "denn die Urus waren absolut willig, den dritten Platz zu erkämpfen", erklärte Per Mertesacker.

"Wir mussten uns nach dem verlorenen Halbfinale irgendwie motivieren, irgendwie durchhalten, uns noch mal am Riemen reißen und dabei auch viele Ausfälle verkraften."

Löw zieht den Hut

Die Art und Weise, wie seiner Mannschaft das in Port Elizabeth gelungen war, nötigte Bundestrainer Joachim Löw höchsten Respekt ab.

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"Sie hat verdient gewonnen, allein aufgrund der zweiten Halbzeit. Sie hat gut gespielt und gekämpft", lobte der 50-Jährige. "Wenn man das ganze Turnier sieht, hat sie Großartiges geleistet."

261782(DIASHOW: Die DFB-Elf in der Einzelkritik)

Das letzte Spiel in einem Turnier entscheide wesentlich darüber, mit welchem Gefühl man heimreise. "Wir gehen nicht mit leeren Händen nach Hause", betonte Löw.

(GAMES: Das WM-Tippspiel)

Der Blick geht schon nach vorne

Er sei "sehr stolz darauf, mit dieser Mannschaft zusammenzuspielen", bekannte derweil Schweinsteiger. "Man sollte jetzt nach vorne schauen, wir können noch viel erreichen."

Ob die Weiterentwicklung der jungen Mannschaft, aus der nach der WM wohl nur Jörg Butt ausscheidet, von dem bewährten Trainerteam vorangetrieben wird, ist nach wie vor nicht sicher.

Das Votum der Spieler ist eindeutig. "Die Mannschaft spielt auf einem solch hohen Niveau, dass wir mit der Weltspitze absolut mithalten können. Was möchte man denn mehr?", fragte Mertesacker.

"Das Team funktioniert. Von daher gibt es viele Argumente, die dafür sprechen, dass wir den eingeschlagenen Weg fortführen sollten. Ich erwarte eine positive Entscheidung."

Zwanziger will alles für Löws Verbleib tun

DFB-Boss Zwanziger arbeitet daran.

"Wir haben einen tollen Trainer und ich werde alles Mögliche tun, damit er bleibt", versprach er. "Wir brauchen keine Termine festzulegen. Wir werden uns Gedanken machen und uns dann zusammensetzen."

Die deutsche Mannschaft habe unter Löw zwar noch keine Titel gewonnen, sei aber mit einer "tollen Spielkultur" auf dem richtigen Weg.

Um diese Richtung weiter zu verfolgen, meinte, Zwanziger, "brauchen wir einen Bundestrainer. Und das beste Argument für Löw ist die Mannschaft."

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