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Jörg Butt bestritt für die deutsche Nationalmannschaft vier Länderspiele © imago

Für Jörg Butt endet wohl mit dem Sieg gegen Uruguay dessen DFB-Team-Karriere. Der Mannschaft prophezeit er eine rosige Zukunft.

Port Elizabeth - Jörg Butt stand inmitten seiner jungen Kollegen und strahlte über das ganze Gesicht.

Mit seinen 36 Jahren ging für den Torwart von Bayern München noch einmal ein Traum in Erfüllung.

Bei seiner dritten Teilnahme an einem großen Turnier feierte Butt seinen ersten Einsatz überhaupt.

Der Oldie hatte mit einer starken Leistung erheblichen Anteil daran, dass sich die deutsche Nationalmannschaft durch ein 3:2 (1:1) gegen Uruguay den dritten Platz bei der WM in Südafrika sicherte.

Entsprechend glücklich trat Butt am Sonntagabend auch die Heimreise von Johannesburg aus an 261784(DIASHOW: Die Bilder des Spiels).

"Es hat sehr, sehr viel Spaß gemacht mit der Truppe. Das ist eine Mannschaft mit sehr viel Charakter. Deutschland kann froh sein, eine solche Truppe zu haben", sagte der Münchner Keeper.

Im Gegensatz zu einigen seiner Nationalmannschaftskollegen wie Per Mertesacker trug Butt kein Bier in der Hand, sondern eine kleine Flasche Wasser, als er betonte:

Hintertür bleibt offen

"Diese Mannschaft wird zusammenbleiben und kann in den kommenden Jahren auch Titel nach Deutschland holen." 261782(DIASHOW: Die DFB-Elf in der Einzelkritik)

Für Butt selbst dürfte dagegen seine Zeit in der DFB-Auswahl nach zehn Jahren, aber gerade einmal vier Einsätzen endgültig beendet sein.

"Ich gehe nicht davon aus, dass ich in der Nationalmannschaft noch eine große Karriere vor mir habe", sagte er schmunzelnd. Wenn Not am Mann sei, "stehe ich aber immer zur Verfügung".

"Jetzt geht es in die Heimat"

Butt weiß jedoch, dass er in Zukunft angesichts von jungen aufstrebenden Torhütern wie Manuel Neuer, Rene Adler oder Tobias Sippel wohl nicht mehr gebraucht wird.

Bei der WM war der frühere Leverkusener durch die Verletzung Adlers noch auf den letzten Drücker in den WM-Kader gerutscht. Dafür verzichtete der 36-Jährige sogar auf seinen Familienurlaub.

Den holt Butt jetzt nach. "Jetzt geht es erstmal nach Oldenburg, in die Heimat", erzählte er. Drei Wochen haben er und seine Mitspieler vom FC Bayern frei bekommen.

"Und dann freue ich mich auf die neue Saison in München", fügte er an.

Beim FC Bayern wird Butt wieder als klare Nummer eins in die neue Saison gehen. Thomas Kraft und Neuzugang Rouven Sattelmaier können ihm dort längst noch nicht das Wasser reichen.

Nachdem er in der vergangenen Saison maßgeblichen Anteil an den Erfolgen der Münchner hatte, verlängerte der deutsche Meister den Vertrag mit dem 36-Jährigen um ein weiteres Jahr bis 2011.

"Ich fühle mich topfit, und solange das der Fall ist, möchte ich auch Fußball spielen", sagte er.

Weiße Weste

In der Nationalelf lief es dagegen nicht immer so nach Wunsch. Bei der EURO 2000 war Butt ebenso nur dritter Keeper wie bei der WM 2002.

Nach seinem Länderspiel-Debüt am 7. Juni 2000 gegen Liechtenstein, als er beim 8:2-Sieg zur zweiten Halbzeit für Jens Lehmann eingewechselt wurde, kamen zunächst nur noch zwei 45-minütige Einsätze hinzu:

Beim 4:2-Sieg über die USA am 27. März 2002 und am 1. Juni 2003 beim 4:1-Erfolg über Kanada.

Immerhin: Sein letztes Länderspiel war sein einziges über die komplette Spielzeit. Und: Butt tritt ungeschlagen ab.

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