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Toni Kroos kommt bisher auf acht Einsätze für die deutsche Nationalmannschaft © imago

Toni Kroos zählt zu den WM-Gewinnern der deutschen Mannschaft. Bei SPORT1 beurteilt er die Turnierleistung und die Perspektiven.

Aus Südafrika berichtetMartin van de Flierdt

Johannesburg/München - 23 Minuten hatten gereicht. Toni Kroos hatte vor der Nominierung des deutschen WM-Kaders lediglich ein Länderspiel absolviert.

Beim 0:1 gegen Argentinien im März wurde der damalige Leverkusener in der 67. Minute eingewechselt.

Genug, um Bundestrainer Joachim Löw davon zu überzeugen, dass er nicht nur im Vereinstrikot gute Leistungen bringen kann.

Top-Joker der DFB-Elf

Mit vier Einwechslungen avancierte Kroos in Südafrika nun neben Mario Gomez zum deutschen Top-Joker.

"Für mich lief es sehr gut", sagt der 20-Jährige, der zur neuen Saison zum FC Bayern zurückkehrt.

Im SPORT1-Interview beurteilt der jüngste deutsche Spieler die Turnierleistung, die Perspektiven des DFB-Teams und die Arbeit von Bundestrainer Joachim Löw.

SPORT1: Deutschland hat die WM mit dem Sieg gegen Uruguay erfolgreich beendet. Was bedeutet Ihnen dieser dritte Platz? 261784(DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

Kroos: Es war wichtig, mit einem Sieg aus dem Turnier zu gehen, weil wir ansonsten von den sieben Spielen auch drei verloren gehabt hätten. Es ist ein deutlich angenehmeres Gefühl, als Vierter geworden zu sein. Dann hätte man sich mit zwei Niederlagen in Folge vom Turnier verabschiedet. Außerdem gibt es eine Medaille für den Dritten. 261782(DIASHOW: Die DFB-Elf in der Einzelkritik)

SPORT1: Was machen Sie denn nun damit?

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Kroos: Die kriegt bei mir zu Hause einen besonderen Platz. Denn Dritter bei einer WM zu werden, ist schon eine besondere Leistung.

SPORT1: Das Turnier ist Geschichte. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Kroos: Wir haben alles in allem ein hervorragendes Turnier gespielt und waren vielleicht die zweitbeste Mannschaft. Aber wir haben eben gegen die Beste im Halbfinale verloren.

SPORT1: Persönlich ist es für Sie ja mehr als ordentlich gelaufen.

Kroos: Ja, für mich lief es sogar sehr gut. Es war ja schon ein Riesenschritt, überhaupt dabei zu sein. Dann bin ich vier Mal eingewechselt worden. Bei meinen kurzen Einsätzen konnte ich zeigen, wozu ich in der Lage bin. Jetzt hoffe ich natürlich, dass es so weitergeht.

SPORT1: Die deutsche Mannschaft ist sehr jung. Welche Perspektiven sehen Sie?

Kroos: Ich gehe erstmal davon aus, dass außer Jörg Butt niemand aufhören wird. Das lässt viel Positives für die Zukunft erhoffen, weil wir jede Menge Spieler mit Entwicklungspotenzial in unseren Reihen haben. Aber sie müssen sich eben auch erstmal in die gewünschte Richtung entwickeln. Wenn sie das tun, haben wir mit Sicherheit ein paar schöne Jahre vor uns.

SPORT1: Für die Spanier hat es in Südafrika noch nicht gereicht. Wie lange braucht es, um das Niveau des Weltmeisters zu erreichen?

Kroos: Das ist schwierig vorauszusagen. Wir haben auch Spieler mit einem großen fußballerischen Potenzial, das die Spanier ja auszeichnet. Man sieht einfach, dass sie schon einige Jahre zusammenspielen. Vielleicht schaffen wir das ja jetzt auch. Und dann sehen wir mal, wohin das führen wird.

SPORT1: Sollte Bundestrainer Joachim Löw Ihrer Ansicht nach am Ruder bleiben?

Kroos: Es wäre sicher von Vorteil, mit diesem Trainerteam weiterzumachen. Wenn man sich die Erfolge der letzten Jahre anschaut, seitdem das Trainerteam verantwortlich ist, dann kann sich das sehen lassen. Bei den großen Turnieren ist die deutsche Mannschaft zuletzt immer mindestens ins Halbfinale gekommen. Deswegen denke ich, dass man in der Besetzung so auch weiterarbeiten kann.

SPORT1: Für Sie steht jetzt erstmal der wohlverdiente Urlaub an. Sind Sie froh, dass das Turnier vorbei ist oder hätten Sie noch ein paar Tage mehr durchgehalten?

Kroos: Diejenigen, die schon das Malta-Spiel mitgemacht haben, haben sich ja schon am 12. Mai getroffen. Jetzt sind wir zwei Monate weiter. Dann reicht es auch.

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