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Thomas Müller lief bislang achtmal für das DFB-Team auf © imago

Thomas Müller schließt eine Traum-WM als Torschützenkönig und mit der Auszeichnung als bester junger Spieler des Turniers ab.

Port Elizabeth - Er spielte ein Turnier "für die Ewigkeit".

Er wurde am Ende Torschützenkönig und bester Nachwuchsspieler der WM, doch nach einem unglaublichen Jahr hat Thomas Müller erst einmal die Nase voll vom Fußball.

"Das war der Wahnsinn. Aber ich werde jetzt ein paar Wochen lang keinen Ball anrühren, sondern mich nur auf die faule Haut legen", sagte der Senkrechtstarter der deutschen Nationalmannschaft.

Dann zeigte sich wieder, wie lässig und abgezockt dieser Thomas Müller auch abseits des Spielfeldes ist.

"Wenn man dieses Turnier Revue passieren lässt, kann ich ja einigermaßen zufrieden sein. Aber ich verbessere mich ja noch", sagte der 20-Jährige.

"Ihr spinnt doch alle"

Aber, immerhin, auch ein Müller lässt sich hin und wieder aus der Fassung bringen: "Ich muss zugeben, vor der WM hätte ich gesagt: Fünf Tore? Ihr spinnt doch alle."

In der Tat eine große Leistung, die am Montag mit der Auszeichnung zum besten Nachwuchsspieler der WM 2010 in Südafrika gekrönt wurde.

Müller tritt damit die Nachfolge von Lukas Podolski an, dem diese Ehre bei der WM 2006 in Deutschland zuteil wurde.

Peles und Beckenbauers Fußstapfen

Und er tritt in die Fußstapfen von Franz Beckenbauer, Pele und Michael Owen, um nur die bekanntesten zu nennen.

Von einer "großen Ehre", einer Auszeichnung "für die Ewigkeit" und einer "perfekten Erinnerung an ein schönes Turnier" hatte Müller schon gesprochen, bevor er die Würde erhalten hatte.

Aber das war ohnehin fast Formsache, bei der Konkurrenz aus Giovani dos Santos (Mexiko, kein Tor, im Achtelfinale ausgeschieden) und Andre Ayew (Ghana, kein Tor, Viertelfinal-Aus).

Vorlagen geben den Ausschlag

In der Torschützenliste gab er den im Finale torlosen David Villa (Spanien) und Wesley Sneijder (Niederlande) sowie Diego Forlan (Uruguay) das Nachsehen, die alle ebenfalls fünfmal erfolgreich waren.

Aber für Müller entschieden gemäß FIFA-Statuten seine drei Torvorlagen.

Der Münchner wurde Nachfolger seines Bayern-Teamkollegen Miroslav Klose, der vor vier Jahren WM-Torschützenkönig mit fünf Treffern geworden war. Außerdem war "Bomber" Gerd Müller 1970 in Mexiko (10 Tore) treffsicherster WM-Schütze gewesen.

"Müller, du alter Fuchs"

Und solch eine Ehre gehört natürlich dokumentiert, deshalb wollte Thomas Müller nach dem 3:2-Sieg im Spiel um Platz drei kein Trikot von Uruguays Stars Diego Forlan oder Luis Suarez.

Er wollte lieber sein eigenes behalten. "Müller, du alter Fuchs", rief Per Mertesacker ihm in den Katakomben zu, nachdem er das Hemd in die Kabine "gerettet" hatte.

Er will mehr

Aus Pähl am Ammersee ins Champions-League-Finale, aus der dritten Liga zum WM-Star - irgendwie hingen die gesamten letzten zwölf Monate von Thomas Müller in diesem Trikot.

Und natürlich sein fünftes Tor bei seiner ersten WM, das haben ganz wenige geschafft. Aber, und auch das zeichnet Müller aus - er will mehr.

"Trost, was heißt Trost? Wir sind nicht Weltmeister geworden, also müssen wir gleich noch einmal besser werden. Wir wollen den Titel", sagte er.

Beste Voraussetzungen für ewigen Rekord

Müller hat noch genug Gelegenheiten, den zu holen: Er kann noch locker drei Weltmeisterschaften spielen - und hat damit auch beste Voraussetzungen, Ronaldos 15-Treffer-Rekord zu knacken und bester WM-Torjäger aller Zeiten zu werden.

Aber erst mal sucht Thomas Müller die Ruhe. Faulenzen ist angesagt. Das kann er sich auch erlauben.

"Mit dem Gewicht habe ich ja zum Glück keine Probleme", sagte er und verschwand. Zumindest für ein paar Wochen.

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