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Bundestrainer Joachim Löw nach der Ankunft am Montagmorgen in Frankfurt © getty

Sichtlich ermattet landen Bundestrainer und DFB-Team am frühen Montagmorgen in Deutschland. 500 Fans stehen vergeblich früh auf.

Von Martin Hoffmann

München/Frankfurt - Am Montagmorgen, Punkt 6.16 Uhr hatte das DFB-Team wieder deutschen Boden unter den Füßen.

Nach einem zehnstündigen Flug landete die Mannschaft von Joachim Löw zu früher Stunde am Frankfurter Flughafen. Eine Viertelstunde früher als erwartet setzte der Airbus A 380 auf.

Die mehr als 500 Anhänger, die ihr Team nach dem dritten Platz bei der WM empfangen wollte, hatten sich allerdings umsonst früh aus dem Bett begeben.

Die von Flug und WM-Stress sichtlich ermüdete Mannschaft verließ das Flughafengebäude nach einer kurzen Begrüßung durch Bürgermeisterin Petra Roth durch den Hinterausgang 262274(DIASHOW: Die Ankunft des DFB-Teams).

"Abstand gewinnen"

Bis auf Per Mertesacker, der schon von Johannesburg aus in den Urlaub gestartet war, befand sich der komplette DFB-Tross an Bord der Riesenmaschine.

"Abstand gewinnen und wieder Zeit für Freunde und Familie finden" will nun Bastian Schweinsteiger - und mit ihm auch der Rest des Teams, der die Frauen und Freundinnen größtenteils schon an Bord hatte.

Von Trainer Löw fällt die gedankliche Belastung noch nicht ab: Er muss vorher einen Entschluss über seine berufliche Zukunft fällen.

"Es werden selbstverständlich Gespräche stattfinden. Und es ist logisch, dass eine Entscheidung zeitnah gefällt werden muss", erläuterte der Coach den Stand der Dinge - wie immer, ohne eine Tendenz preiszugeben.

Zum Tempo zwingt ihn der Terminplan des DFB: In weniger als einem Monat steht das Länderspiel nach der WM in Dänemark an, drei Wochen später geht schon die EM-Qualifikation los.

Gute Nachricht über den Wolken

Gedanklichen Abstand von der WM gewann Löws Team schon während des Fluges.

Den Finalsieg der Spanier über die Niederlande (262177die Bilder) sahen sie sich nicht an, stattdessen hielt nur Pilot Jürgen Raps seine Passagiere über den Stand der Dinge auf dem Laufenden.

In 11.500 Meter Höhe erreichte das DFB-Team auch die Nachricht, dass ihr Jungstar Thomas Müller die WM als Torschützenkönig und mit der Auszeichnung als bester junger Spieler abschloss.

"Das freut mich natürlich besonders, 40 Jahre nach Gerd Müller den Goldenen Schuh gewonnen zu haben", lautete Müllers erste Reaktion.

Geschminkte Wangen und Glückwunsch-Pralinen

Aber nicht nur der Shootingstar des FC Bayern, das ganze Team durfte sich über den Wolken noch einmal hochleben lassen.

Das Bordpersonal hatte sich die deutschen Farben auf die Wangen geschminkt, aus dem Cockpit kam der Glückwunsch: "Wir gratulieren Ihnen alle!"

Und neben Rotwein und Hühnchen süßsauer gab es noch Pralinen mit dem Schachtel-Aufdruck: "Vier Wochen Emotionen auf höchstem Niveau."

Enttäuschung nicht verweht

Auch Löw betonte noch einmal: "Wir sind enorm stolz auf die Spieler und alle, die am Erfolg beteiligt waren."

Trotzdem: Die Enttäuschung über das verpasste Traumziel Titel war nicht weggeweht.

"Ein bisschen stolz bin ich schon, aber man will als Mannschaft natürlich mehr erreichen", meinte etwa Torjäger Miroslav Klose.

Auch Schweinsteiger hielt fest, dass jeder Spieler "auch enttäuscht" sei.

"Weiter hart arbeiten"

Immerhin hat das Team so aber noch ein Ziel, auf das es hinarbeiten kann.

WM-Kapitän Philipp Lahm mahnte seine Mitstreiter auch, dieses Ziel gewissenhaft weiter zu verfolgen:

"Es reicht nicht, wenn man eine gute junge Mannschaft hat, sondern man muss weiter hart arbeiten."

Es waren seine vorläufig letzten Worte zum Thema Fußball. Nun kümmert er sich um das nächste wichtige Ereignis: seine Hochzeit am Mittwoch.

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