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Wie schon 2006 wurde das DFB-Team bei der WM in Südafrika Dritter © getty

Die Zäsur entfällt. Nach der WM bleibt das DFB-Team mit einer Ausnahme beisammen. Doch der Konkurrenzdruck wird zunehmen.

Vom DFB-Team berichtet Martin van de Flierdt

München - Die Geschichte entfällt diesmal.

Nach einem jeden Turnier ist es üblicherweise Usus, den anstehenden Generationswechsel in der deutschen Nationalmannschaft zu beschreiben.

Nach der WM in Südafrika gibt es diesen Generationswechsel nicht. Einzig Jörg Butt wird im Spiel um Platz drei gegen Uruguay (3:2) letztmals das deutsche Nationaltrikot getragen haben.

Er spielte gut, aber auf seiner Position ist Deutschland traditionell so gut besetzt, dass der Bundestrainer - wie immer er denn dann auch heißt - nicht an einem 36-Jährigen festhalten muss.

Youngsters machen sich einen Namen

"Das ist eine Mannschaft mit sehr viel Charakter", lobte Butt seine Kollegen nach seinem "Abschiedsspiel". "Deutschland kann froh sein, eine solche Truppe zu haben. Diese Mannschaft wird zusammenbleiben und kann in den kommenden Jahren auch Titel nach Deutschland holen."

Vor der WM noch als Ansammlung womöglich zu grüner Jungs bezeichnet, hat sich das talentierte Team in Südafrika einen Namen gemacht 261178(DIASHOW: Die besten Spieler des WM-Turniers).

Zehn Spieler des deutschen Kaders sind jünger als 25 Jahre, sechs wurden im Vorjahr noch U-21-Europameister, darunter Mesut Özil, der in Südafrika bereits zu einem der zehn Kandidaten für den "Goldenen Ball" des besten Turnierspielers avancierte.

Und dann sind da noch WM-Torschützenkönig und "Best young player" Thomas Müller, Toni Kroos und Holger Badstuber, die schon den folgenden Jahrgang vertreten (PERSONALIE: Thomas Müller).

"Der Mannschaft gehört die Zukunft"

"Dieser Mannschaft gehört die Zukunft, sie ist entwicklungsfähig, sie wird ihren Zenit womöglich erst in ein paar Jahren erreichen", hatte Bundestrainer Joachim Löw vor Turnierbeginn gesagt.

Ist dem so, dann "haben wir mit Sicherheit ein paar schöne Jahre vor uns", wie Kroos SPORT1 gegenüber erklärte.

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Zumal einige bewährte Kräfte zurück in den Kader drängen. Angefangen bei Michael Ballack. "Er ist ein sehr erfahrener Spieler, der große Qualitäten besitzt", sagt Bastian Schweinsteiger. "Er ist Kapitän dieser Mannschaft, und wenn er zurückkommt, wird er auch wieder die Binde tragen."

Adler ersetzt Butt

Torhüter Rene Adler steht nach seinem Rippenbruch wohl schon zum nächsten Länderspiel am 10. August in Kopenhagen gegen Dänemark wieder im Kader, anstelle von Butt.

"Manuel Neuer hat jetzt einen Vorsprung", hat Adler bereits erklärt, der als Nummer eins zur WM hatte reisen wollen. "Man muss seine Leistung und die der ganzen Mannschaft honorieren, deshalb werde ich keine Kampfansage über die Medien machen." 262274(DIASHOW: Das DFB-Team zurück in Frankfurt)

Heiko Westermann, der im WM-Vorbereitungsspiel gegen Ungarn (3:0) einen Kahnbeinbruch davontrug, dürfte ebenso wieder eine Rolle spielen wie Simon Rolfes.

Der Leverkusener Kapitän war mit einem Knorpelschaden fast die gesamte Rückrunde ausfallen.

Südtirol-Pechvögel vor Comeback

Auch Christian Träsch (Sprunggelenksverletzung) und Außenverteidiger Andreas Beck, der nach dem Trainingslager in Südtirol die Mannschaft verlassen musste, sind Kandidaten für die deutsche Mannschaft für die EM 2012 in Polen und der Ukraine.

Im Testspiel gegen Malta (3:0) standen mit dem Kaiserslauterer Torhüter Tobias Sippel, den Dortmundern Mats Hummels und Kevin Großkreutz sowie dem Leverkusener Stefan Reinartz bereits vier "Perspektivspieler" im Kader.

Der Mönchengladbacher Marco Reus hätte auch dazugehört, fiel aber kurzfristig verletzt aus. Damit ist das Reservoir entwicklungsfähiger Akteure in der Bundesliga aber noch nicht erschöpft.

Magaths "Aufgabe Metzelder"

Beispielhaft seien hier nur die Zwillinge Lars (Leverkusen) und Sven Bender (Dortmund) oder der Bremer Philipp Bargfrede genannt.

Vielleicht schafft es Felix Magath auf Schalke zudem, seine Ankündigung in die Tat umzusetzen und Christoph Metzelder wieder zu einem Nationalspieler zu machen.

"Wir haben eine sehr gute Chance, in den nächsten Jahren ganz oben mitzuspielen. Wir sind noch lange nicht am Ende unserer Entwicklung", behauptet WM-Kapitän Philipp Lahm.

Es wäre schön für den deutschen Fußball, wenn sich das als wahr herausstellen würde.

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