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Felipe Scolari ist seit Juli dieses Jahres Michael Ballacks Vereinstrainer in London © imago

Chelseas Coach verbietet Ballack aus gesundheitlichen Gründen heimzufliegen. Die Lösung des Disputs mit Löw zieht sich hin.

London/München - Reiseverbot für Michael Ballack:

Eine zeitnahe Lösung des Disputs zwischen Fußball-Bundestrainer Joachim Löw und seinem Kapitän droht am Widerstand von dessen Vereinstrainer Luiz Felipe Scolari zu scheitern.

Harald Stenger, Mediendirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), bestätigte, dass "beim DFB ein Fax des FC Chelsea eingetroffen ist, in dem mitgeteilt wird, dass der Flug nach Deutschland vom Verein aus gesundheitlichen Gründen nicht erlaubt wird."

Über die weitere Vorgehensweise will der DFB "über das Wochenende beraten".

Einladung für Löw

Der Coach des Ballack-Klubs hatte der "Süddeutschen Zeitung" ein Interview gegeben, in dem er ein Verbot für Ballack ankündigte.

"Er ist ein Spieler von Chelsea. Falls Joachim Löw mit ihm sprechen will, lade ich den Nationaltrainer ein, zu uns zu kommen, ein, zwei Tage mit uns zu verbringen und mit ihm zu sprechen", sagte der Brasilianer.

"Nicht gut für Ballack und Deutschland"

Ballack könne "jetzt nicht nach Deutschland reisen. Er erholt sich von einer Operation und wird von den Ärzten behandelt. Es ist nicht gut für Ballack und für Deutschland, wenn er jetzt fährt. Das ist zu diesem Zeitpunkt unmöglich", erklärte Scolari.

Ballack hatte sich im Anschluss an die Länderspiele gegen Russland (2:1) und Wales (1:0) einer Operation an beiden Füßen unterzogen.

Nach Ballacks Kritik an Löws Personalpolitik hatte der Bundestrainer ein zeitnahes Treffen in Deutschland gefordert.

Scolari setzt Tradition fort

Damit setzt der neue Chelsea-Coach den Konfrontationskurs mit dem DFB fort.

Bereits unter Vorgänger Jose Mourinho war es zwischen dem englischen Traditionsklub und dem DFB zu Meinungsverschiedenheiten gekommen, als sich Ballack im April 2007 in Deutschland einer Knöchel-OP unterzog.

"Gegen den absoluten Willen des Vereins"

Der DFB betrachtete die OP damals als zwingend notwendig, befürchtete sogar das Karriere-Aus Ballacks. Der Nationalmannschafts-Kapitän habe London "gegen den absoluten Willen des Vereins verlassen" polterte der Portugiese daraufhin.

Mourinho bezichtigte Ballack, die Interessen Deutschlands über die des Vereins zu stellen.

Diesmal scheint es, als wolle Chelsea das Heft des Handelns nicht erneut aus der Hand geben.

Was soll Löw mit Frings und Ballack machen? Jetzt mitdiskutieren!

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