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Die deutsche U-21-Nationalmannschaft wurde 2009 in Schweden Europameister © imago

Das deutsche Nachwuchsteam ist in der EM-Quali in Island zum Siegen verdammt. Trainer Adrion muss auf seine Stars verzichten.

Reykjavik - Thomas Müller und Mesut Özil sitzen zuhause auf dem Sofa, Toni Kroos und Jerome Boateng spielen mit dem A-Team in Dänemark, doch auch ohne ihre Stars sind die deutschen U-21-Fußballer zum Siegen verdammt.

Nach der bisher so unglücklichen Qualifikation muss der Europameister am Mittwoch in Hafnarfjördur gegen Island (18.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) und auch die beiden folgenden Spiele unbedingt gewinnen, um noch eine Chance auf die Teilnahme an der EM 2011 und damit auch Olympia 2012 zu haben.

"Wir brauchen die drei Siege, und wir sind sicher, dass wir das schaffen können", erklärt Trainer Rainer Adrion.

Sollte sein Team am Mittwoch nur zu einem Unentschieden kommen, würde der Coach die "Mission Titelverteidigung" schon zwei Spieltage vor dem Ende als gescheitert erklären:

"Der Druck ist immens"

"Dann könnten wir nur noch auf 15 Punkte kommen", sagte Adrion: "Und die werden sehr wahrscheinlich nicht reichen."

Auch DFB-Sportdirektor Matthias Sammer erklärt, dass "der Druck immens ist". Das DFB-Team muss hoffen, einer der vier besten Gruppenzweiten zu werden.

"Dafür müssen wir die Nachlässigkeiten abstellen. Wir haben schon zwei Siege hergeschenkt", sagt Adrion mit Blick auf das 1:1 in Nordirland und das 2:2 im Hinspiel gegen die Isländer.

Starker Jahrgang

Gleich sechs Spieler des Jahrgangs hatten bei der WM in Südafrika zum Kader des A-Teams und wie Müller oder Özil gar zu den Leistungsträgern gezählt. Für sie gibt es wohl kein Zurück in den Kreis der Junioren.

Damit die U-21 nach dem vielumjubelten EM-Triumph vor einem Jahr in Schweden kein böses Erwachen erleben, durfte Adrion zumindest die potenziellen Nachrücker Löws für das A-Länderspiel in Dänemark behalten.

"Alle haben das Ziel aufzurücken"

Unter normalen Umständen hätte der Bundestrainer, der mit Rücksicht auf den ungünstigen Termin vor dem Ligastart viele WM-Fahrer schonte, in Mats Hummels, Kevin Großkreutz, Stefan Reinartz oder Benedikt Höwedes wohl mindestens vier weitere U-21-Akteure berufen.

Diese hätten die Chance in Kopenhagen auch gerne wahrgenommen. "Natürlich haben sie alle das Ziel aufzurücken", sagt Adrion: "Aber wir haben klar gesagt, dass wir sie bei der U-21 brauchen, um unsere Ziele zu erreichen."

Chance für Nachrücker

So wollen die potenziellen Nachrücker die Bühne von Island nutzen, um sich weiter zu empfehlen. "Jeder muss alles dransetzen, dass wir noch neun Punkte holen, sonst wird es nichts mit der EM", sagt Kapitän Mats Hummel:

"Es wird ja so schon eng genug." Und Höwedes, ein weiterer der "Helden von Malmö" ergänzt: "Wir stehen unter Zugzwang. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir den Trend umkehren werden."

Adrion unter Druck

Misslingt die Qualifikation für die EM, wird sich auch die Frage nach der Zukunft Adrions stellen. Sammer stärkt dem 56-Jährigen den Rücken. "Er hatte es nicht leicht", meint der DFB-Sportdirektor:

"Es war nie richtig Ruhe." Adrion sei aber "ein Trainer, der überall nachgewiesen hat, dass er in der Lage ist, junge Spieler zu entwickeln. Und wir werden ihm die Zeit geben, das auch bei uns nachzuweisen."

Die voraussichtliche deutsche Aufstellung:

Sippel (1. FC Kaiserslautern) - Schwaab (Bayer Leverkusen), Höwedes (Schalke 04), Hummels, Schmelzer (beide Borussia Dortmund) - Reinartz (Bayer Leverkusen), Bargfrede (Werder Bremen) - Gebhardt (VfB Stuttgart), Schürrle oder Holtby (beide FSV Mainz 05), Großkreutz (Borussia Dortmund) - Schieber (1. FC Nürnberg)

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