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Mario Gomez wurde bei der Weltmeisterschaft viermal eingewechselt © getty

Trotz der vielen Ausfälle hat das Länderspiel gegen Dänemark vor allem für einen deutschen Spieler enorme Bedeutung: Mario Gomez.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Kopenhagen - Die Boulevardpresse verhöhnt das Länderspiel gegen Dänemark wegen der vielen Ausfälle bereits als "Witz-Spiel".

Doch zumindest ein DFB-Akteur probt den Ernstfall: Mario Gomez.

Der Bayern-Stürmer steht aufgrund der Absagen der WM-Rivalen erstmals seit einer kleinen Ewigkeit wieder in der Startelf der Nationalmannschaft.

"Ich freue mich auf das Spiel. Für mich ist es die Chance, womöglich ein Länderspiel über 90 Minuten zu machen", sagt der 25-Jährige.

Sehr viele Chancen wird Gomez vermutlich nicht mehr bekommen, wenn er seine schwachen Leistungen in der Nationalelf auch in Kopenhagen fortsetzt.

Enorm unter Druck

Der Ex-Stuttgarter steht schon vor dem Saisonstart aufgrund seiner katastrophalen Rückserie unter Druck.

"Mario hat ein schwieriges Jahr hinter sich", sagt Bundestrainer Joachim Löw, der nach wie vor große Stücke auf Gomez hält:

"Es gibt bei ihm große Unterschiede zwischen Training und Spiel. Jetzt beginnt eine neue Phase - er kann und muss jetzt seine Qualitäten zeigen."

In der Tat ist der Torjäger außer Dienst gefordert, in der neuen Saison wieder an seine alten Qualitäten zu VfB-Zeiten (53 Treffer in vier Jahren) anzuknüpfen.

Zum Schluss nur noch zweite Wahl

In der abgelaufenen Spielzeit gelang es dem 35-Millionen-Neuzugang des FC Bayern nicht. Im Verein war er in der Endphase nur noch zweite Wahl, und als Joker hat er bislang in den seltensten Fällen überzeugt.

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Gomez braucht die Rückendeckung des Trainers und einen Stammplatz in der 271541Startelf, das gibt er selber zu.

"Wenn ein Spieler spielt und Tore schießt, hat er Vertrauen, das ist bei Stürmern ganz extrem. Wenn er nicht spielt und dahin erst wieder kommen muss, ist es oft ein schwieriger Weg."

Bei WM nur 56 Minuten im Einsatz

Das wurde auch bei der WM in Südafrika deutlich, als der Deutsch-Spanier in nur vier der sieben Begegnungen eingewechselt wurde gerade mal 56 Minuten spielte.

"Nach einer durchwachsenen Saison bei den Bayern und in der Nationalmannschaft hoffe ich, dass er jetzt sein wahres Gesicht zeigt", erklärt Löw.

Deshalb nahm sich Gomez extra einen Fitnesscoach mit in den Urlaub und lehnte mit Verweis auf seinen Vertrag bis 2013 auch alle Anfragen anderer Klubs - unter anderem sollen Real Madrid, Wolfsburg und Schalke interessiert gewesen sein - ab.

"Will mich bei Bayern durchsetzen"

"Ich habe mich mit keinem anderen Verein beschäftigt. Ich habe jahrelang geträumt, beim FC Bayern zu sein. Das will ich nicht nach einem Jahr wieder aufgeben. Ich will mich beim FC Bayern durchzusetzen", sagt er.

Dabei setzt er vor allem auf Louis van Gaal: "Unser Trainer ist dafür bekannt, dass alle bei Null beginnen, dass jeder in der Vorbereitung zeigen kann, was er drauf hat."

Derzeit hat Gomez allerdings gegenüber seinen Konkurrenten um den Mittelstürmer-Posten beim deutschen Rekordmeister die schlechtesten Karten.

FCB-Bosse setzen Millionen-Mann unter Druck

Van Gaal riet ihm indirekt zum Wechsel, und die FCB-Verantwortlichen setzen den Millionen-Mann ebenfalls unter Druck.

"Mario muss jetzt den Durchbruch schaffen", forderte Sportdirektor Christian Nerlinger unmissverständlich.

Und Uli Hoeneß meinte: "Vielleicht steht er das erste Mal in seinem Leben mit dem Rücken zur Wand - und in der Situation muss er die Eiger Nordwand besteigen. Wir werden sehen, ob der damit zurechtkommt."

"Kein perfektes Jahr"

Gomez widerspricht dem nicht. "Ich habe sicher kein perfektes Jahr hinter mir, deswegen kann man das so sehen", meint er.

"Es gibt nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen. Ich hoffe, dass ich den schwierigen Weg hinter mir habe."

Deshalb will der 38-malige Nationalspieler gegen die Dänen den ersten Schritt nach vorne machen: "Wir wollen das Spiel gewinnen, auch wenn wir eine Mannschaft sind, die noch nie zusammen gespielt hat."

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Dänemark: Sörensen/Stoke City (34 Jahre/89 Länderspiele) - Jakobsen/Blackburn Rovers (30/34), Agger/FC Liverpool (25/35), Kjaer/VfL Wolfsburg (21/11), Simon Poulsen/AZ Alkmaar (25/8) - Enevoldsen/FC Groningen (23/7), Silberbauer/FC Utrecht (29/14), Eriksen/Ajax Amsterdam (18/5) - Rommedahl/Olympiakos Piräus (32/99), Schöne/NEC Nijmegen (24/1), Krohn-Dehli/Bröndby IF (27/5)

Deutschland: 12 Wiese/Werder Bremen (28/2) - 2 Beck/1899 Hoffenheim, 20 Boateng/Manchester City (21/10), 5 Tasci/VfB Stuttgart (23/13), 4 Schäfer/VfL Wolfsburg (26/7) - 3 Träsch/VfB Stuttgart (22/2), 8 Hitzlsperger/West Ham United (28/51) - 11 Hunt/Werder Bremen (23/1), 18 Kroos/Bayern München (20/8), 21 Marin/Werder Bremen (21/11) - 23 Gomez/Bayern München (25/38)

Schiedsrichter: Kelly (Irland)

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