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Mario Gomez (l.) erzielte in Kopenhagen sein 13. Länderspieltor © getty

Ein später Patzer des bis dato besten deutschen Spielers kostet das Team von Bundestrainer Joachim Löw den Erfolg in Dänemark.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Kopenhagen - Die umgebaute deutsche Nationalmannschaft hat einen erfolgreichen Start in die Nach-WM-Saison unnötig vergeben.

Ausgerechnet der bis dahin überragende Tim Wiese patzte kurz vor Schluss, so dass dem eingewechselten Mads Junker noch der Ausgleich zum 2:2-Endstand für Dänemark gelang (88.).

Zuvor hatte die DFB-Auswahl nach Treffern von Mario Gomez (19.) und des ebenfalls eingewechselten Patrick Helmes (72.) vor nur 19.071 Zuschauern im Kopenhagener Parken Stadion wie der sicherer Sieger ausgesehen.

Doch zunächst erzielte Routinier Dennis Rommedahl in seinem 100. Länderspiel nach krassem Patzer von Serdar Tasci den Anschlusstreffer, dann patzte Wiese, der einen weiten Pass zu kurz zu Junker abwehrte.

Insgesamt war der verpasste Erfolg im ersten Länderspiel nach Platz drei in Südafrika zwar unnötig, aber aufgrund der zahlreichen Schwächen der stark ersatzgeschwächten B-Elf von Bundestrainer Joachim Löw leistungsgerecht.

Deutliche Defizite

Der deutschen Elf war sowohl in der Anfangsphase bei strömendem Regen als auch über weite Strecken der zweiten Halbzeit deutlich anzumerken, dass sie noch nie so zusammengespielt hat - und vermutlich auch nie wieder wird.

Hinzu kamen Fehler wie von Jerome Boateng, der beim ersten Freistoß Kapitän Daniel Agger entwischen ließ. Doch Wiese hatte mit dem Kopfball des Liverpoolers keine Probleme (7.).

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Nur eine Minute später konnte der nicht immer sichere Boateng den entwischten Nicklas Pedersen nur mit einem Foul stoppen und war mit Gelb noch gut bedient. Den anschließenden Freistoß setzte der bei Standards starke Christian Eriksen nur harrscharf neben das Tor.

Steigerung im Verlauf der ersten Hälfte

Danach kam die deutsche Elf besser ins Spiel und nahm aufgrund des läuferischen Engagements mehr und mehr das Heft in die Hand.

Fast folgerichtig fiel nach 19 Minuten die Führung: Nach schöner Ballstafette schickte Hitzlsperger Gomez mit einem Traumpass in die Tiefe.

Und der in der letzten Saison so massiv kritisierte Bayern-Stürmer verwandelte eiskalt ? sein 13. Treffer im 39. Länderspiel.

Dänen tun sich schwer

Die von Ex-Bundesligaprofi Morten Olsen trainierten Gastgeber mussten nun kommen, taten sich aber im Spiel nach vorne schwer.

Bis kurz vor der Pause kontrollierten die Deutschen dank der guten Raumaufteilung weitestgehend die Partie, auch weil den Dänen trotz mehr Ballbesitz in der Offensive nicht viel einfiel.

In der 41. Minute allerdings ließen Hitzlsperger und Marcel Schäfer den früh eingewechselten Johnny Thomsen rechts laufen. Dessen Pass nahm Rommedahl direkt ? doch Wiese war erneut auf dem Posten und klärte mit beiden Fäusten.

Unmittelbar vor dem Pausenpfiff war Wiese noch einmal gefordert, als er nach erneutem Schäfer-Patzer mit beherztem Herauslaufen dem freigespielten Rommedahl den Ball vom Fuß nahm.

Wiese benötigt Tascis Hilfe

Auch nach der Halbzeit durfte sich die deutsche Mannschaft bei Wiese bedanken. Der Bremer WM-Reservist rettete erst gegen den freistehenden Pedersen, dann kratzte Tasci dessen Nachschuss noch von der Linie (48.).

Der Ausgleich lag nun in der Luft: In der 56. Minute parierte erneut Wiese gegen den frei stehenden Wolfsburger Simon Kjaer, den Nachschuss hämmerte Agger aus kurzer Distanz an den Pfosten.

Löw reagierte und brachte Aaron Hunt für Marko Marin und Sascha Riether, der als 40. Neuling unter dem Bundestrainer sein Debüt im DFB-Team feierte, für Andreas Beck. Fast hätte Hunt einen Traum-Einstand gehabt: Torhüter Thomas Sörensen konnte seinen ansatzlosen 25-Meter-Kracher gerade noch an den Pfosten lenken (59.).

Helmes trifft nach fünf Minuten

Nach 67 Minuten kam auch Helmes für den mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausgewechselten Interimskapitän Hitzlsperger zu seinem 13. Länderspiel. Fünf Minuten darauf war der Angreifer nach Traumpass von Christian Gentner auch schon zum 2:0 zur Stelle (72.) ? sein zweites Tor im DFB-Trikot.

Allerdings sorgte Tasci, der die Binde von Hitzlsperger übernommen hatte, unmittelbar danach wieder für Spannung, als er mit einem katastrophalen Fehlpass Rommedahl anspielte, der per Drehschuss von der Strafraumgrenze den Anschlusstreffer erzielte (74.).

Eriksen (79.) und wieder der unglückliche Agger aus kurzer Distanz (80.) verpassten zunächst aber das 2:2, auf der Gegenseite vergab Gomez frei vor Sörensen die Riesenchance zur Entscheidung (84.).

So sorgte Junker mit dem späten 2:2 für den vom heimischen Publikum umjubelten Schlusspunkt.

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